Tourismus in der Landeshauptstadt

Musikstadt Düsseldorf will mehr sein als die Toten Hosen

Tourismus in der Landeshauptstadt: Musikstadt Düsseldorf will mehr sein als die Toten Hosen Tourismus in der Landeshauptstadt: Musikstadt Düsseldorf will mehr sein als die Toten Hosen Foto: Andreas Endermann
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Viele bedeutende Bands kommen aus Düsseldorf - doch bisher nutzt die Stadt die Chancen des Musiktourismus noch nicht vollständig aus. Das soll jetzt anders werden. Experten für Musiktourismus sind den Spuren von Kraftwerk und Co. durch die Stadt gefolgt.

Fragt man Menschen auf den Straßen von Düsseldorf, welche Band aus der Stadt am bedeutendsten ist, antworten die meisten wohl: Die Toten Hosen. Rüdiger Esch sieht das anders. Der Musiker, Autor und ehemalige Bassist der Band Die Krupps würdigt Kraftwerk. Die Elektro-Pop-Gruppe gilt als einer der Wegbereiter der elektronischen Musik und hat viele Genres der 1970er Jahre geprägt.

Weltweit hat Kraftwerk auch heute noch viele Anhänger, die gern die Wirkungsstätten ihrer Idole besuchen. Doch im Vergleich zu anderen Städten mit bedeutender Musikgeschichte, etwa Liverpool, steht in Düsseldorf diese Art des Tourismus bisher nicht im Fokus des Stadtmarketings.

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Doch das könnte sich jetzt ändern. Am Mittwoch fand in Köln die Music Tourism Convention statt, bei der Experten aus aller Welt sich zu dem Thema austauschten. Und genau diese Experten wurden am Donnerstag auf eine Musik-Tour durch Düsseldorf eingeladen, bei der Rudi Esch den Fremdenführer gab. Nach einem Empfang in der Bar im 17. Stock des Paris Club Hotels, in der sich den Gästen ein beeindruckender Ausblick über Düsseldorf bot, fuhr die Gruppe zu einem der unbekannten Zentren der Düsseldorfer Musik.

Hinter dem unauffälligen Schild „Elektro Müller“ versteckt sich das Kling-Klang Studio, wo sich Kraftwerk gründete und ihre ersten Alben einspielte. Es ist eine Geburtsstätte der elektronischen Musik. Das wissen allerdings nur Fans der Band – und jetzt auch die etwa 60 Fachleute, die von Esch durch die Stadt geführt wurden.

Auch in der Altstadt hat der ehemalige Punk-Bassist Esch interessante Flecken zu zeigen. Eines davon ist das Creamcheese in der Neubrückstraße. Heute ein Privathaus, war dort in den 1960er und 1970er Jahren ein Lokal, in dem nicht nur junge Düsseldorfer Musiker, sondern auch Künstler wie Joseph Beuys und Anaton Herzfeld zu Gast waren. „Hier klopfen immer wieder Fans an und Fragen die Dame, die hier lebt, ob sie einmal ihr Wohnzimmer, die alte Bar, anschauen dürfen“, erzählt Esch. Weitere Stationen auf dem Rundgang durch die Altstadt sind der Ratinger Hof als Kernzelle des Düsseldorfer Punks und die Kunstakademie, wo Esch von der Verflechtung der Kunst- und Musikszene berichtet.

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Die Tourismus- und Musikfachleute, die Rudi Esch durch die Stadt führt, sind interessiert von den versteckten Schätzen in der Altstadt. „Ich habe lange in Berlin gelebt, aber Düsseldorf hat ebenfalls eine reiche Musikgeschichte, und ist viel gemütlicher“, sagt die Italienerin Alice Feltro, eine der Organisatorinnen der Music Tourism Convention. Auch der schottische Musiktourismus-Manager Olaf Furniss hört gern die Geschichten aus der Musikszene der Landeshauptstadt. „Ich wäre gern in den späten 1960er hier in Düsseldorf gewesen und hätte das miterlebt“, sagt er.

Im Anschluss an die Stadtführung gab es Diskussionen und Vorträge zu dem Thema, wie man mit Musikkultur und -geschichte Besucher in eine Stadt bekommen kann. Daran beteiligte sich auch die Stadttochter Düsseldorf Tourismus, die für die touristische Attraktivität der Stadt sorgen soll und die in Zukunft den Musiktourismus in Düsseldorf fördern will – denn, so ist sich zumindest Rudi Esch sicher: Kraftwerk ist nicht nur das musikalische Aushängeschild von Düsseldorf, sondern eine der einflussreichsten deutschen Bands überhaupt.

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Quelle: RP