Ladenlokal gesucht

Düsseldorferin will Möbel und Kleidung an Bedürftige verschenken

Ladenlokal gesucht: Düsseldorferin will Möbel und Kleidung an Bedürftige verschenken Ladenlokal gesucht: Düsseldorferin will Möbel und Kleidung an Bedürftige verschenken Foto: Shutterstock.com / Irina Konstantinova
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Claudia Kayß will einen Laden in Düsseldorf eröffnen, in dem Bedürftige kostenlos Möbel und Kleidung erhalten. Angst davor, dass dieses Angebot ausgenutzt werden könnte, hat sie nicht. Noch sucht sie einen Standort.

Es darf nicht sein, dass es in einer wohlhabenden Stadt wie Düsseldorf Menschen gibt, die kein Essen haben“, sagt Claudia Kayß. Seit Jahren hilft die 43-Jährige armen Menschen in ihrer Umgebung: Sie kauft ihnen Kaffee oder Lebensmittel, zweimal im Jahr leert sie ihren Kleiderschrank aus und spendet die alten Kleider. Jetzt will sie im größeren Stil helfen. Ihre Vision ist ein Laden, in dem jeder Mensch bekommt, was er braucht, sich aber nicht leisten kann.

Claudia Kayß arbeitet als Immobilienvermittlerin und erlebt selbst, wie schwer es Menschen mit wenig Geld in Düsseldorf haben. Die meisten Vermieter würden keine Harz-IV-Empfänger oder gar ehemalige Obdachlose akzeptieren, erzählt sie. Zwar werde deren Miete vom Jobcenter bezahlt, allerdings versuchten die meisten Hausbesitzer, mehr als diesen Mindestsatz zu bekommen.

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In Düsseldorf ist das Angebot an Wohnraum knapp, die Nachfrage hoch, sodass dies meistens gelingt. „Das ist tragisch für die Schwachen der Gesellschaft“, sagt Kayß. Doch auch anderer Beobachtungen machen die Immobilienmaklerin traurig: „In Second-Hand-Läden werden Möbel teilweise fast zum Originalpreis verkauft“, sagt sie. Dabei werde ein Großteil günstig oder gar umsonst organisiert. Sie würde es immer wieder erleben, dass jemand eine Wohnung verkaufen und die Möbel darin nicht mehr benötigt und weggibt, sagt Kayß.

Daraus ist ihre Idee entstanden: ein Umsonst-Laden, in dem Menschen abgeben können, was sie nicht mehr brauchen, damit andere es abholen können, die darauf angewiesen sind. „Es gibt das Prinzip bei einem Klamottenladen im Ruhrgebiet“, sagt die gebürtige Bochumerin. Dort funktioniere das sehr gut. Aber Claudia Kayß will sich nicht auf Kleidung beschränken.

Ihrer Erfahrung nach seien es oft vor allem Möbel, deren Anschaffung für Menschen mit geringem Einkommen zur Hürde wird. „Dabei ist das Angebot da: Ich sehe so viele funktionstüchtige Möbel auf dem Sperrmüll oder in ausgeräumten Wohnungen, im Grunde muss man nur, eine Sammel- und Anlaufstelle schaffen“, sagt Kayß.

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Dies will sie tun. Dafür braucht sie jedoch eine geeignete Immobilie. Sie werde mit potentiellen Partnern sprechen, mit der Stadt, den Kirchen, aber auch mit Obdachlosenorganisationen und Hilfswerken. Neben einem Standort will sie auch die entsprechende Ware besorgen. „Es wird so viel weggeworfen, was noch nutzbar wäre, das ist einfach traurig“, sagt Kayß. Für ihren Umsonst-Laden denkt sie an das Prinzip einer Givebox – nur eben bedeutend größer.

Besonders wichtig ist ihr die Barrierefreiheit des Angebots. „Kein Mensch muss sich wegen seiner Armut schämen oder gar erklären“, sagt sie. Diese Scham halte ihrer Erfahrung nach viele Menschen davon ab, die Hilfsangebote zu nutzen. „In meinem Laden soll es anders sein“, verspricht sie.

Daher soll es auch nicht nötig sein, die eigene Bedürftigkeit nachzuweisen. „Keine Dokumente, kein Düsselpass, einfach alles umsonst“, sagt sie. Angst davor, dass dieses Angebot ausgenutzt werden könnte, hat sie nicht. „Wo soll man denn die Grenze ziehen, wer etwas braucht und wer nicht?“, fragt sie.

Claudia Kayß schnell aktiv werden und sich auf die Suche nach Partnern machen. Einige ausrangierte Möbel hat sie bereits. „Jetzt geht es darum, einen passenden, verkehrsgünstig gelegenen Standort zu finden“, sagt sie. Wenn es so weit ist, will sie neben ihrer beruflichen Tätigkeit auch im Umsonst-Laden arbeiten.

Denn sie findet, jeder Mensch sollte sich einsetzen, um das Leben jener zu verbessern, denen es schlecht geht. „Wer einem anderen Menschen helfen kann, sollte nicht wegschauen“, sagt sie.

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Quelle: RP