Kulturbahnhof Eller

Auf der Suche nach dem Paradies

Kulturbahnhof Eller: Auf der Suche nach dem Paradies Kulturbahnhof Eller: Auf der Suche nach dem Paradies Foto: Hans-Jürgen Bauer
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Künstler setzen sich im Kulturbahnhof Eller in der Ausstellung "paradise lost – paradise regained" mit dem Thema Natur auseinander.

Auf große Resonanz stieß die Eröffnung der Ausstellung „paradise lost – paradise regained“: Sechs Künstlerinnen und zwei Künstler, die teilweise erst in diesem Jahr ihr Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie beendet haben, zeigten im Kulturbahnhof Eller ihre Werke.

Der Ausstellungstitel bezieht sich zwar auf ein Gedicht von John Milton, gleichwohl zitierte Ilsabe Schülke, die gemeinsam mit Anica Hauswald die Ausstellung kuratiert hatte, in ihrer Begrüßung aus Henry David Thoreaus Natur-Manifest „Walden or Life in the Woods“, der Naturerleben als Grenzgängertum beschrieb. Dieses Grenzgängertum zieht sich auch als roter Faden durch die Arbeiten von Johanna Broich, Marina Dimitrijevic, Kathrin Edwards, Ke Li, Lea Lenhart, Mevlana Lipp, Barbara Schmidt sowie Maximilian Siegenbruk, deren künstlerische Aussagen sich nicht darin erschöpfen, politisch plakativ die Zerstörung von Natur und Umwelt zu beklagen. Ihnen geht es vielmehr darum, sich über ästhetische Kategorien wieder der Natur anzunähern.

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Johanna Broich bewegt sich bei ihren Bildern, auf denen sie Menschen und Tiere abbildet, auf dem schmalen Grat zwischen Atmosphäre und Akkuratesse. Die Keramiken von Marina Dimitrijevic erinnern wegen ihrer „Großporigkeit“ an Lavagestein, ihnen haftet aber auch das organisch Leichte von Zellgewebe an. Hinter den schwammhaften Strukturen sieht man abstrahierte Körperteile des Menschen. Die Radierung von Kathrin Edwards lässt offen, ob Eva das alte Paradies verlässt, oder auf dem Weg in ein neues ist.

Die Fähigkeit der Natur zu konservieren simuliert Ke Li mit ihren in Polyester gegossenen Kleinoden, die an Bernstein erinnern. Fantastische Pflanzen als Teil einer künstlerischen Schöpfungsgeschichte zeigt Mevlana Lipp, der die Natur als Sehnsuchtsort empfindet. Ähnlich fantastische Naturwelten schafft Lea Lenhart mithilfe von Glasperlen oder Pailletten, Barbara Schmidt sieht Fantastisches durch das Objektiv ihrer Kamera. Maximilian Siegenbruk sucht in der Natur den idyllischen Rückzugsort. Schilf, dessen Blattwerk gleichermaßen Ordnung wie Chaos versinnbildlicht, dient als Mittel, den Rückzugsort zu schützen.

Die Ausstellung als künstlerische Ergänzung zur Diskussion über den Zustand der Umwelt ist noch bis zum 28. April, dienstags bis sonntags von 15 bis 19 Uhr zu sehen.

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Quelle: RP