Buden als Arbeitsgeber

Als Helfer auf dem Weihnachtsmarkt

Buden als Arbeitsgeber: Als Helfer auf dem Weihnachtsmarkt Buden als Arbeitsgeber: Als Helfer auf dem Weihnachtsmarkt Foto: Andreas Endermann
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Die Weihnachtsmärkte haben eröffnet. Die Buden sind nicht nur touristische Attraktionen, sondern auch wichtige Arbeitgeber für Schausteller und Handwerker wie Mandel-Verkäuferin Jasmin Wilmering.

„Äpfel und Erdbeeren sind ganz leicht“, erklärt Jasmin Wilmering, „Mandeln haben ihren eigenen Charakter, und Bananen sind oft Zicken“. Dann spießt die 42-Jährige eine der zickigen Südfrüchte auf ein dünnes Hölzchen und taucht sie in ein Bad aus dunkler belgischer Schokolade. „Das ist nicht so einfach, wie es aussieht“, lacht die blonde Frau, und tatsächlich: Ungeübte Hände überziehen die Banane nicht mit feiner Schokolade, sondern zerlegen sie bei dem Versuch.

Jasmin Wilmering ist Schaustellerin, reist mit ihrem Süßwarenstand von einem Volksfest zum nächsten. Seit gestern und bis zum 30. Dezember hat sie ihren Stand in Düsseldorf aufgeschlagen, genau wie 221 andere Händler und vier Fahrgeschäfte für Kinder. Wilmering steht auf dem Handwerkermarkt vor dem Rathaus, einem von sieben Themenmärkten, die über die Innenstadt verteilt sind. Außerdem gibt es kleine Märkte und Buden in den Vierteln, die oft nur wenige Tage geöffnet haben.

Weihnachtsmarkt Düsseldorf | Donnerstag, 22. November 2018 Weihnachtsmarkt Düsseldorf // Do 22.11.18 Altstadt 57 Fotos

Jasmin Wilmering verkauft gebrannte Mandeln, Früchte in Schokolade und Lebkuchenherzen. Bis auf letzteres stellt sie all ihre Waren hinter der Theke selbst her. Viel Platz ist nicht in der kleinen Bude, denn die Angestellten müssen zwischen dem Kessel, in dem die Mandeln umgerührt werden, den Becken voller flüssiger Schokolade, einem Kühlschrank, mehreren Kisten mit Zutaten und der Arbeitsfläche, wo Obst für das Schoko-Bad vorbereitet wird, manövrieren.

Bis zu 50 Kilo Mandeln verarbeitet Wilmering mit ihren Mitarbeitern pro Tag nach einem alten Familienrezept, 17 Sorten bietet sie an: Bayleys, Minze, Chili. „Junge Leute probieren gern aus, Kinder mögen alles mit Schokolade, und die älteren Kunden greifen meist zum Klassiker“, weiß Wilmering, die jedes Jahr neue Kreationen präsentiert. Sie kennt ihre Kundschaft genau, Denn sie ist schon seit 14 Jahren mit ihrem Marktstand unterwegs und führt damit eine Familientradition fort. „Wir sind Schausteller in vierter oder fünfter Generation“, sagt sie. Auch ihre 18-jährige Tochter Carolina hilft schon in der Bude mit. „Es gehört schon Leidenschaft zu dem Beruf“, sagt die Mutter, „aber wenn man mit dem Lebensrhythmus zurechtkommt, ist es abwechslungsreich und wirklich schön.“

Im Laufe der Jahre hat Wilmering fast alle der Händler auf dem Düsseldorfer Weihnachtsmarkt kennengelernt, und auch viele der Kunden kennt sie inzwischen persönlich, inklusive ihrer Geschmäcker. „Holländer mögen zum Beispiel sehr gern dunkle Schokolade“, erklärt sie, während sie einen Apfel in das entsprechende Becken taucht.

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Der Düsseldorfer Weihnachtsmarkt hat große Anziehungskraft: 41.000 Niederländer haben ihn im vergangenen Jahr besucht, außerdem etwa 18.000 Briten und 13.000 Belgier. „Gerade an den Wochenenden kommen die Besucher von weit her, dann habe ich hier Russen, Spanier und Italiener“, sagt Jasmin Wilmering. Und auch am Vormittag der Eröffnung spricht nur ein kleiner Teil der Weihnachtsmarktbesucher deutsch. „Man verständigt sich mit Händen, Füßen und einem Lächeln“, sagt die Mandel-Verkäuferin.

Auch nach 14 Jahren zwischen Theke und Kessel hat sie noch immer Lust, an ihren eigenen Waren zu naschen. Dass sie auch in diesem Jahr wieder den begehrten Stand neben dem Karussell auf dem Marktplatz vor dem Rathaus hat, ist nicht selbstverständlich. Verantwortlich für die Zuteilung ist die Stadt-Tochter Düsseldorf Tourismus, und die entscheidet auf Grundlage der Bewerbungen der Händler. „Es ist in jedem Jahr wieder spannend“, sagt Jasmin Wilmering.

Produziert wird frisch nach Bedarf. Bleibt am Ende des Tages etwas Frisches übrig, geht es zur nahen Obdachlosenhilfe. „Ich hasse es, Lebensmittel wegzuwerfen“, sagt die Schaustellerin, die täglich von morgens bis abends in der Bude steht. Bis zu zwei Stunden fallen außerdem vorher zur Vorproduktion und nachher zum Aufräumen an. „Abends wird es schon recht frisch, sobald die Kessel hier aus sind“, verrät sie. Da helfe nur dicke Kleidung im Zwiebel-Look.

Doch lange, kalte Tage hält die 42-Jährige gern aus, wenn sie dafür Düsseldorfern und Touristen ihre frischen gebrannten Mandeln und Früchte in Schokolade anbieten kann.

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Die wichtigsten Infos für Besucher

Märkte In der Düsseldorfer Innenstadt gibt es in diesem Jahr sieben Märkte mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten, etwa den Handwerker-Markt am Marktplatz, den Kö-Bogen-Markt und den Schadow-Markt. Sie sollen jeweils eine eigene Stimmung vermitteln.

Zeiten Die Märkte haben täglich von 11 bis 20 Uhr, freitags und samstags bis 21 Uhr geöffnet. Geschlossen ist am 25. November und 25. Dezember. An Heiligabend ist von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

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Quelle: RP