Foto: Tonight
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Nach sechs Monaten Lockdown gibt es endlich einen Lichtblick für die Düsseldorfer Gastronomen. Denn die Corona-Zahlen in Düsseldorf sinken. Die Inzidenz-Zahl ist weiter unter 100 und wenn es so bleibt, kann am Freitag (21. Mai) die Außengastronomie wieder öffnen. Wie Kerstin Rapp-Schwan und ihr Team stehen mehrere Restaurants, Brauereien, Cafés und Biergärten in den Startlöchern – und vor großen Herausforderungen. Wir haben mit der Gastronomin gesprochen.

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„Natürlich freuen wir uns über die Perspektive, auch wenn das Ganze wieder sehr kurzfristig ist“, erklärt Kerstin Rapp-Schwan. „Um einen Betrieb nach der Zeit wieder hochzufahren, brauchen wir gut zwei Wochen.“ Entsprechende Ware muss bei den Lieferanten bestellt, das Personal aus der Kurzarbeit zurückgeholt und je nachdem auch neu eingestellt werden – um nur einige Punkte zu nennen.

Insgesamt fünf Lokale in Düsseldorf und Neuss gehören der Unternehmerin und ihrem Mann, dazu zählen auch die drei Schwan-Restaurants. „In Pempelfort könnten wir schon am Freitag starten, der Betrieb in Derendorf und das Restaurant am Burgplatz folgen dann wohl über das Wochenende“, erklärt Kerstin Rapp-Schwan mit Blick auf den 21. Mai. Das Lokal in der Altstadt ist aktuell noch Corona-Teststation, die dann auf einen kleinen Bereich zurückgebaut wird.

Kerstin Rapp-Schwan Schwan Restaurant Pempelfort
Kerstin Rapp-Schwan im Restaurant im Pempelfort. Foto: RP/Andreas Bretz

Zugang zu den Terrassen haben laut Verordnung aber nur Genesene, vollständig Geimpfte und Menschen mit einem negativen Testergebnis. Die Überprüfung der entsprechenden Dokumente liegt bei den Gastronomie-Betrieben. „Dadurch kommen auf unsere Mitarbeiter weitere Aufgaben zu. Wir werden wahrscheinlich auch jemanden extra abstellen, der die Gäste zu den Tischen bringt“, erklärt Kerstin Rapp-Schwan. Insgesamt ist der Ablauf in Corona-Zeiten viel komplexer – und damit auch kostspieliger.

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Und das ist noch nicht alles. Denn die Besucher müssen nach wie vor ihre Daten schriftlich hinterlegen, die Unterlagen werden vier Wochen aufbewahrt. „Damit geht der Irrsinn der Zettelwirtschaft weiter“, regt sich Kerstin Rapp-Schwan auf. In der Hoffnung auf eine digitale Lösung will sie deshalb die Luca-App in den Restaurants einsetzen.

Viel Einsatz ist in diesen Tagen also gefragt. Und manche Dinge hat man auch nicht in der Hand – wie zum Beispiel das Wetter am Pfingstwochenende. Denn das sieht eher bescheiden aus. Doch vielleicht kommen trotzdem viele Gäste. Mit Regenschirm, Vorfreude auf den ersten Restaurant-Besuch seit langem und den wichtigen Papieren.

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Sollten die Gäste vorab einen Tisch buchen? „Normalerweise freuen wir uns sehr über spontanen Besuch, doch in diesen Zeiten ist eine Reservierung sinnvoll“, empfiehlt Kerstin Rapp-Schwan.

Ob sich die Öffnung der Außengastronomie wirtschaftlich lohnen wird, steht auf einem anderen Blatt. „Aber es ist ein Zeichen für unsere Mitarbeiter und natürlich für unsere Gäste, dass wir wieder da sind“, sagt die Düsseldorferin. Sie hofft weiter darauf, dass es eine langfristige Perspektive für die Branche gibt und hat zum Schluss noch einen Wunsch an die ersten Besucher der Schwan-Restaurants.

„Bitte bringt ganz viel Toleranz und Geduld für den Ablauf und unser Personal mit – wir geben unser Bestes, aber einiges wird sich erst noch einspielen müssen!“

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