Oktopussy in Pempelfort

Zig Aromen auf einem Teller

Oktopussy in Pempelfort: Zig Aromen auf einem Teller Oktopussy in Pempelfort: Zig Aromen auf einem Teller Foto: Facebook Oktopussy

Das Küchenteam im Oktopussy an der Gneisenaustraße 69 versteht sein Handwerk. Doch wie gut hat es den Testern vom Magazin "Düsseldorf geht aus!" wirklich geschmeckt?

Wir sind zu früh. Nicht etwa zwei, drei Minuten, sondern fast 20. Wir haben uns die Parkplatzsuche an einem Samstagabend schlimmer vorgestellt und sind dementsprechend zeitig losgefahren. Jetzt stehen wir vor dem Oktopussy und trauen uns nicht so recht rein. Lange warten müssen wir aber trotzdem nicht, denn sobald uns ein Mitarbeiter erblickt, kommt er auch schon nach draußen gestürmt und fragt, ob wir ins Restaurant wollen und nicht schon mal reinkommen möchten.

Hier fühlt sich der Gast gleich willkommen

Wir fühlen uns total willkommen, als wir durch den dunklen Vorhang ins Restaurant eintreten. Und dies sei bereits jetzt erwähnt: Die Zuvorkommenheit und Professionalität des Service zieht sich durch den ganzen Abend und verdient ein besonderes Lob. Da wir wenig überraschend die ersten Gäste sind, können wir sogar noch zwischen zwei verschiedenen Plätzen wählen. Dabei ist das Oktopussy – wie auch einige andere Restaurants dieser Kategorie – ziemlich klein. Man kommt seinem Sitznachbarn schon relativ nah, etwas mehr, als uns eigentlich lieb ist. Dadurch versprüht das Lokal aber auch etwas Intimes, Familiäres.

An den schwarzen Wänden findet sich eine bunte Kunstmischung: von Drucken bis zu Bob-Marley- Porträts. Die anderen Gäste, die nach uns eintreffen, sind größtenteils etwas älter und offenbar bereit, auch ein paar Euro mehr zu bezahlen, um sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Los geht es mit einem getrüffelten Selleriesüppchen: ein Gruß aus der Küche. Der Suppe fehlt leider etwas Salz, doch der Streuer steht auf dem Tisch. Dazu gibt es knuspriges Brot mit einer scharfen Aioli, was wir beides gerne noch nachnehmen, als man uns fragt.

Lecker & locker, bürgerlich & gut: Top-Liste: Düsseldorf-Style & traditionell Lecker & locker, bürgerlich & gut Top-Liste: Düsseldorf-Style & traditionell Zum Artikel »

Eine übersichtliche Karte

Die Karte des Oktopussy ist übersichtlich: sieben Vorspeisen, sechs Hauptgerichte und fünf Desserts stehen darauf. Trotzdem fällt die Auswahl alles andere als leicht, denn es gibt viele Klassiker, die wir lieben, und wilde Kreationen, von denen wir bis zu diesem Tag nicht wussten, dass wir sie unbedingt mal probieren möchten. Zum Beispiel das Bananen-Chili-Sauerkraut. Doch als Vorspeise gönnen wir uns erst mal Hummersalat mit Mango, Avocado und Sesam (18,50 Euro) und Lachs-Sashimi mit Spinatsalat in Miso-Dressing, Sesam-Sojamarinade und Wasabi (14 Euro). Der Hummer mit Friséesalat schmeckt sehr frisch, was auch an den Kräutern liegt, die man ihm zugab. Das Sesamöl kommt gut durch, und die Mangosauce sowie -stückchen verleihen dem Gericht eine wunderbare Süße.

Auch das Sashimi hält, was es verspricht. Die Qualität des Fisches ist erstklassig – wie eigentlich alles, was hier auf den Tisch kommt. Das Miso-Dressing enthält eine Note Erdnuss und ist wunderbar cremig. Beide Gerichte sind ein Volltreffer, obwohl uns auch die Steaktatar-Canapés "Belgischer Art" mit Erbsen und Forellenkaviar (15,50 Euro) oder der Patanegra-Bellota, einer der kostbarsten Schinken der iberischen Halbinsel, mit Knusperbröseln und Olivenöl (18,50 Euro) neugierig gemacht haben.

Bis zum nächsten Mal müssen auch der Label-Rouge-Schweinebauch mit Rosenkohl und Madeirajus (23,50 Euro) und die gebratene Salmschnitte mit Gemüse und Salat mit Trüffelvinaigrette (24 Euro) – beides zudem mit Kartoffelpüree – warten. Stattdessen ordern wir das mit Pastinakenpüree, Romanesco, Kartoffelstroh und Trüffeljus, für 34 Euro das mit zehn Euro Abstand teuerste Gericht, und die in Portwein geschmorte Rinderschulter mit Kartoffelpüree, Romanesco und besagtem Bananen-Chili-Sauerkraut. Die Speisen sind nicht nur raffiniert angerichtet, sondern auch durchdacht. Sämtliche Zutaten harmonisieren perfekt und ergänzen sich. Die gute Weinauswahl gehört definitiv auch dazu.

Düsseldorf geht aus!: Hier könnt ihr das neue Heft direkt online bestellen Düsseldorf geht aus! Hier könnt ihr das neue Heft direkt online bestellen Zum Artikel »

Sauerkraut der etwas anderen Art

Doch nun zum Sauerkraut der etwas anderen Art: Die Banane ist nicht so aufdringlich, aber dennoch gut erkennbar; sie sorgt für eine leichte Süße, die passt. Das Highlight ist jedoch geschmort wurde, dass ein Messer vollkommen überflüssig ist: Das Fleisch zerfällt schon beim kleinsten Kontakt mit der Gabel, so unfassbar zart ist es. Der Romanesco ist dagegen noch etwas hart. Die dunkle Sauce passt gut zum Rind, ist jedoch dem "Trüffeljus" meiner Partnerin sehr ähnlich, wobei man vom Trüffel leider nicht viel herausschmeckt. 

Das Rinderfilet hat einen wunderbaren Eigengeschmack und kommt medium rare an den Tisch - vielleicht nicht jedermanns Sache. Das gilt auch für das relativ süße Pastinakenpüree. Bei beiden Gerichten kom-men viele Geschmäcker zusammen, die man aber – und das ist die Kunst - einzeln gut wahrnehmen kann. Das gilt auch für das Dessert: Denn bei der Vanillecreme "Spezial" (9,50 Euro) handelt es sich um eine gestapelte Kombination von Mango-Sorbet, Crème brulée und Mousse au Chocolat, die es auch einzeln gibt. Zumindest hier fällt die Entscheidung also leicht: Einmal alles, bitte.

Infos auf einen Blick: Gneisenaustraße 69, Telefon: 0211 97715106; montags und sonntags geschlossen. EC/MASTER/VISAT. Hauptgang: 18 - 34 Euro. Düsseldorf-Style Rang 4.

Weitere Top-Listen und Tests findet ihr in der aktuellen Ausgabe von "Düsseldorf geht aus!". Erhältlich im Handel oder online.

Vanessas Paradies in Pempelfort: Bar Olio: Nicht kleinzukriegen, unverzichtbar, Lieblingsort Vanessas Paradies in Pempelfort Bar Olio: Nicht kleinzukriegen, unverzichtbar, Lieblingsort Zum Artikel » Authentisch, laotisch, scharf: Luang Prabang: Der "Kult-Asiate" in Flingern Authentisch, laotisch, scharf Luang Prabang: Der "Kult-Asiate" in Flingern Zum Artikel » Oberkasseler Institution: Muggel: Filmkunstkino, Café, Bar und Restaurant Oberkasseler Institution Muggel: Filmkunstkino, Café, Bar und Restaurant Zum Artikel »

Quelle: Düsseldorf geht aus!