Grindhouse in Golzheim

Dieser Burger-Laden ist ein Volltreffer

Grindhouse in Golzheim: Dieser Burger-Laden ist ein Volltreffer Grindhouse in Golzheim: Dieser Burger-Laden ist ein Volltreffer Foto: TONIGHT.de/Joshua Sammer
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Online-Reservierungssysteme funktionieren ja nicht unbedingt immer so, wie sie es sollten. Das vom Grindhouse dagegen hat Vorbildcharakter. Es zeigt an, wie viele Plätze insgesamt noch frei sind und fragt auch sonst alle wichtigen Daten ab – erster Pluspunkt, obwohl wir noch nicht einmal in die Nähe des Burger-Restaurants gekommen sind.

Das ändert sich am nächsten Tag, einem Mittwochabend, an dem in der Tat nur noch wenige Tische frei sind. Aber wir haben nicht nur großen Hunger, sondern zum Glück auch reserviert. An den Wänden dominieren Schwarz und Weiß, am Boden zwangsläufig das Braun vom Parkett, Holztischen und -stühlen, ein paar rote Stühle und ein roter Pfeiler bieten Farbtupfer. Das ist nicht alles zwingend urgemütlich – zumal die Tische bisweilen etwas eng beieinander stehen – aber zweckmäßig. Wir kommen ja vor allem des Fleisches wegen und wollen nicht den Innenarchitekten mit einem Preis auszeichnen. Und auf ihr Fleisch und alle anderen Zutaten und Beigaben lassen die Grindhouse-Macher nichts kommen.

Ein Hauch von London und New York

Inspiriert durch individuelle Burger-Konzepte, die in London oder New York umgesetzt wurden, haben Marko Domazet und Tim Knostmann ihre eigene Nische in einem Lokal gefunden, das vorher lange ein portugiesisches Restaurant beherbergte – und konsequent besetzt. So ein bisschen ist das Grindhouse das Burger-Restaurant für Puristen, ohne viel Chichi, stattdessen wird das Geld lieber für Qualität ausgegeben. Das Brot wird täglich frisch vom Bäcker Hinkel geliefert, das Fleisch kommt von ausgesuchten Höfen aus der Region und wird täglich "gegrinded", was so viel heißt wie durch den Wolf gedreht, womit auch die Frage geklärt ist, woher der Name des Lokals stammt.

TONIGHT.de macht den Test Grindhouse Homemade Burgers Derendorf 66 Fotos

Individualität wird großgeschrieben, der Gast kann selbst wählen, wie und mit welchen Produkten er seinen Burger genau haben möchte, das kostet ihn nicht mehr als 9,90 Euro. Das gilt ebenso für die Salate. Der Service, so viel sei auch schon verraten, ist zuvorkommend, bei Detailfragen aber auch schon mal überfordert.

"Shrek" und "Bennifer – Sweet ’n’ Sour Salad"

Die Grindhouse-Karte beinhaltet neben den Klassikern so viele Burger-Varianten, die man schon beim Lesen unbedingt probieren möchte. Daher verabschieden wir uns von der Idee des Selbstzusammenstellens ganz schnell. Die Auswahl an Vorspeisen ist arg überschaubar – es gibt genau drei – sodass wir uns zunächst lieber die Salate näher anschauen. Die Preise zwischen 6,90 und 7,90 Euro verraten schon, dass die Portionen wahrscheinlich nicht ganz so klein sein werden, aber wie gesagt: Wir haben Hunger. Ich entscheide mich für "Shrek", der, wie der Name schon verrät, ziemlich grün daherkommt: mit Babyspinat, Avocado, Erbsen, dazu gibt’s ein Buttermilch- und Lemon-Dressing. Schmeckt sehr ungewöhnlich, aber mit jedem Bissen irgendwie besser, am Ende dominiert sogar ein leicht euphorisches Gefühl.

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Mein Tischnachbar entscheidet sich für den "Bennifer – Sweet ’n’ Sour Salad". Die Zusammensetzung mit rotem Apfel, Blue Cheese, Walnüssen und karamellisiertem Zwiebel-Sherry-Dressing hätte mich jetzt nicht unbedingt vom Hocker gerissen, er kaut jedoch zufrieden auf seinen veredelten Salatblättern herum und grinst. Nicht dass wir satt wären, aber die Portionen waren schon recht ordentlich.

Entrecote-Gourmet-Burger mit Dry-aged-Beef

Jetzt geht’s aber über zu den Entrecote-Gourmet- Burgern, mit special Dry-aged-Beef versteht sich. Sechs stehen zur Auswahl, fünf kosten 11,90 Euro, nur der Foie-gras-Burger mit Gänsestopfleberpastete, Babyspinat und Feige-Walnuss-Cognac-Chutney bringt es auf stolze 19,90 Euro. Wir beschränken uns auf das Quintett weiter oben auf der Karte.

Weil der Alkohol bisher etwas zu kurz kam, wähle ich den "Jack Daniels BBQ Deluxe", der neben Salat, Tomate, Bacon und Cheddar in Uerige karamellisierte Zwiebeln sowie eben Jack-Daniels-BBQ-Glaze aufweist. Alles zusammen verleiht den Buns zweifelsohne einen unvergleichbaren Geschmack. Das ist nicht etwas für jeden, für alle anderen aber mehr als nur eine Empfehlung. Dazu habe ich mir die Trüffel-Parmesan-Fries (5,90 Euro) bestellt, die etwas besser klingen als sie schmecken, aber bei diesem Burger wird die Beilage ohnehin zur absoluten Nebensache.

Grindhouse Burger - image/jpeg So sieht's im Restaurant aus.

Mein Begleiter an diesem Abend hat sich für den "Shrimp ’n’ Rucola" entschieden, und ich habe ihm vorher das Versprechen abgenommen, dass ich zumindest einen Happen probieren darf. Es wurden derer zwei, denn die Zusammensetzung aus gegrillten Garnelen, Tomate, Rucola, frisch geriebenem Meerrettich und einer köstlichen Honig-Senf-Majo steht der Jack-Daniels-Variante in nichts nach. Die Sweet Potato Fries schmecken mir besser, obwohl sie mit 3,90 Euro zwei Euro billiger sind als meine Beilage. Wir hätten gerne noch zum Abschluss das Schokoladen-Soufflé gekostet, aber nichts geht mehr. Alles in allem ein Volltreffer beim Fleisch, und darum geht es ja nun mal in erster Linie bei einem Burger-Restaurant.

Infos zum Restaurant:

Golzheim, Bankstr. 83, Ecke Roßstraße; Telefon: 0211 51455606

Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag von 12 bis 15 und 17 bis 22 Uhr. Freitag von 12 bis 15 und von 17 bis 23 Uhr. Samstag von 12 bis 23 Uhr und Sonntag von 12 bis 22 Uhr, montags geschlossen.

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Quelle: Düsseldorf geht aus!