Corona-Pandemie Düsseldorf Restaurant Terrasse leer
Foto: Tonight/Joshua Sammer

Viele Gastronomie-Betriebe blicken in diesen Tagen gespannt auf den 22. März: Denn dann könnten laut Stufenplan von Bund und Ländern theoretisch Restaurants, Cafés und Biergärten ihre Außengastronomie wieder öffnen. Abhängig ist das Ganze jedoch von der Entwicklung der Corona-Inzidenz-Zahlen – und die steigen gerade wieder in Düsseldorf wie auch im gesamten NRW-Gebiet. Und deshalb herrscht Unsicherheit. Bei den Gastronomen und den Kunden.

Bislang bieten viele Restaurants Lieferservice und Gerichte zum Abholen an, andere Lokale sind seit Monaten komplett geschlossen. Umso mehr hofft die von der Corona-Pandemie besonders betroffene Gastro-Branche auf eine „Öffnungsperspektive“ – nicht nur für die Außengastronomie.

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Doch was hat es mit dem 22. März genau auf sich? Ist an diesem Datum wirklich mit einer Öffnung der Terrassen angesichts steigender Corona-Zahlen zu rechnen?

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Ab wann darf die Außengastronomie öffnen?

Die aktuellen Beschlüsse von Bund und Ländern sehen vor, dass frühestens ab 22. März Stufe 4 in Kraft tritt – und damit auch die Öffnung der Außengastronomie.

Voraussetzung für Stufe 4: Eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, die sich in der dritten Stufe zwei Wochen lang nicht verschlechtert hat.

Stufe 4 (bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen/100.000 Einwohner): Öffnung der Außengastronomie möglich.

Stufe 4 (bei einer stabilen oder sinkenden 7-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen/100.000 Einwohner): Öffnung der Außengastronomie mit Terminbuchung möglich. Sitzen an einem Tisch Personen aus mehreren Hausständen, ist ein tagesaktueller negativer Schnell- oder Selbsttest erforderlich.

Rheinterrassen Düsseldorf
Ein Bild aus vergangen Tagen: Die Rheinterrassen 2018 mit Blick auf die Düsseldorfer Skyline. Foto: Tonight/ Marcel Dohmen

Grundsätzlich orientieren sich die Öffnungsschritte an der landesweiten Inzidenz – in Anbetracht der steigenden Corona-Zahlen in NRW mit einem Wert über 80 sind weitere Lockerungen wie die Öffnung der Außengastronomie zum jetzigen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich.

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Für einzelne Städte mit einem nachhaltig geringeren Infektionsgeschehen sind zwar weitere Öffnungsschritte denkbar, doch aufgrund der Gesamt-Situation und der ebenfalls steigenden Zahlen in Düsseldorf mit einem Wert über 60 (Stand: 15. März 2021) scheint eine Ausnahme für die NRW-Landeshauptstadt ab dem 22. März ebenfalls unwahrscheinlich.

„Und so lange es keine anderen Entscheidungen auf Bundes- oder Landesebene gibt, ist die aktuelle Corona-Schutzverordnung bis zum 28. März gültig“, sagt auch Stadtsprecher Volker Paulat. Laut dieser ist der Betreib von gastronomischen Einrichtungen generell untersagt, nur der Außer-Haus-Verkauf und der Lieferservice möglich.

Das heißt: Es spricht vieles dafür, dass sich am 22. März für die Düsseldorfer nichts ändert.

Kann die Stufe 4 mit Lockerungen für Düsseldorfer Restaurants noch kommen?

Ja – wenn die entsprechenden Werte erreicht werden. Oder wenn am 22. März trotz steigender Zahlen weitere Lockerungen beschlossen werden. Denn dann wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten über das weitere Vorgehen beraten.

Geteiltes Echo der Düsseldorfer Gastronomen

Auch wenn sich viele Gastronomie-Betreiber eine Öffnung wünschen, werden die aktuellen Beschlüsse eher kritisch gesehen oder hinterfragt – wie zum Beispiel das Statement der Schwan-Restaurants zeigt.

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Andere Gastronomen bereiten ihre Terrassen zwar vor, rechnen aber nicht vor Ende April mit einer Öffnung.

Hinterfragt wird von einem Betreiber (Name ist der Redaktion bekannt) im Gespräch mit TONIGHT News auch der Schnelltest-Nachweis bei einer Öffnung der Außengastronomie. „Einerseits gibt es noch gar nicht so viele Tests, anderseits ist auch nicht klar, ob das Ergebnis dann wirklich tagesaktuell oder überhaupt von der betreffenden Person ist.“

Außengastronomie allein ist nicht wirtschaftlich

Laut einer aktuellen DEHOGA-Umfrage zu den Beschlüssen würden auch nur 15 Prozent der Gastronomen ihre Terrassen und Biergärten sicher wieder öffnen können. Ein großer Punkt ist demnach die finanzielle Situation: „Nur 3,3 Prozent geben an, dass mit der Außengastronomie allein ihr Betrieb wirtschaftlich geführt werden kann demnach können.“

Dazu kommen Planbarkeit und die Durchführung im Alltag. So könnte das sehr wechselhafte Frühlingswetter den ohnehin schon erschwerten Besuch noch komplizierter machen, wenn bei Regen die Räumlichkeiten im Restaurant nicht genutzt werden können. Und sollten die Inzidenz-Werte weiter steigen, stehen wahrscheinlich auch wieder Schließungen an.

Von daher fordert die DEHOGA eine „vernünftige“ Öffnungsperspektive und befürwortet den Einsatz digitaler Kontaktdatennachverfolgung mit Schnittstellen zum Gesundheitsamt anstatt Zettelwirtschaft.

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Und wie geht es mit der Gastronomie weiter?

Das wird der 22. März zeigen, denn bei den politischen Beratungen sollen dieses Mal auch die Bereiche Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen, Reisen und Hotels Thema sein. Doch steigende Corona-Zahlen, die düstere RKI-Prognose für Ostern oder Meldungen, dass Deutschland den Astrazeneca-Impfstoff vorübergehend aussetzt, machen der Gastronomie nicht gerade Mut.

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