Foto: sergey causelove / shutterstock.com
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Ein Trend geht durch das Land: Immer mehr Menschen hegen den Wunsch, sich beim Sex im Freien auszutoben. Darauf lässt eine Umfrage schließen. Ein Professor erklärt das Phänomen.

Warmer Sand an den Füßen, das sanfte Rauschen der Baumwipfel und dazu ein angenehm kühler Luftzug auf der Haut – das Liebesspiel in freier Natur ist ein Fest für alle Sinne und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Eine aktuelle Studie der Erotik-Community JOYclub bestätigt: 95 Prozent der befragten 5.000 Mitglieder hatten schon einmal lustvolle Fantasien zum Thema Outdoor-Sex; ganze 90 Prozent haben ihr frivoles Vorhaben auch in die Tat umgesetzt.

Für Prof. Harald Stumpe, Inhaber der Professur für Sozialmedizin und Sexualwissenschaft an der Hochschule Merseburg, ist das nicht verwunderlich. „Wir erleben derzeit eine Zunahme der Vielfalt in Sachen Sexualität. Die intimen Erlebniswelten werden zwar nicht unbedingt extremer, doch spüren viele Menschen den Wunsch, sich abwechslungsreicher und unbefangener auszutoben.“ Die Erfüllung bzw. das Experiment mit alternativen Orten für den Geschlechtsverkehr sei ein Beispiel dafür, so der Experte.

Wälder und Strände sind beliebt, Publikum weniger

Bei der Wahl ihres luftigen Liebesortes sind sich die JOYclub-Mitglieder einig: Strände und Badeseen gelten als Klassiker; auch Wälder üben einen verwegenen Reiz auf ihre lüsternen Besucher aus. Auf die Frage, welche Rolle die Öffentlichkeit beim Sex außerhalb der heimischen Bettkante spiele, antworteten 30 Prozent der Befragten: „Ein diskreter Zuschauer macht es nur noch spannender.“ Die Mehrheit (knapp 70 Prozent) bevorzugt es jedoch, dabei nicht ertappt zu werden. Ein Teil davon würde den Liebesakt sogar abbrechen, sobald fremde Augenpaare in Sicht kommen. Auf der anderen Seite gaben 39,8 Prozent der Mitglieder an, bereits Beobachter eines solchen Spektakels gewesen zu sein. Nur 2,6 Prozent davon fühlten sich negativ berührt; 37,2 Prozent haben das Zuschauen genossen.

Zeigelust trifft auf Voyeurismus

Prof. Harald Stumpe sieht einen klaren Zusammenhang zwischen Outdoor-Sex und Voyeurismus. „Es ist natürlich eine Portion Exhibitionimus bzw. Zeigelust mit im Spiel. So treffen sich Pärchen auch zu Outdoor-Partys, auf denen es heißt: sehen und gesehen werden.“ Der Sexualforscher kommt auch auf die extreme Sexualpraktik des ‚Dogging‘ zu sprechen, bei der Menschen ihren Wunsch nach öffentlichem Sex vorab im Internet bekanntgeben, um Voyeure eine gezielte Bühne zur Befriedigung ihrer Schaulust bieten zu können.

Öffentlicher Kick versus Straftatbestand

Freiluftsex wirkt auf viele Paare ausgesprochen romantisch. Grundlegend verboten ist der Kick im öffentlichen Raum nicht. Heikel wird es allerdings, wenn andere Menschen sich davon gestört fühlen. Um eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses zu vermeiden, sehen zehn Prozent der JOYclub-Mitglieder sogar lieber vom Outdoor-Sex ab. Die Mehrheit (78 Prozent) hingegen bemüht sich um Diskretion und genießt die ungehemmte Lust – fernab neugieriger Blicke inmitten der Natur.

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