Es gibt kuriose Lebenswege – und es gibt den von Silvia Saige: Die Radiologin kündigte ihren gut bezahlten Job, um Pornostar werden.

Sie half täglich Menschen und verdiente gutes Geld. Doch Saige sehnte sich nach einer Veränderung. Also zog die 35-Jährige nach Los Angeles und ließ ihr gewöhnliches Leben mit Schul-, dann Uni-Abschluss und später dem Job als Radiologin hinter sich.

Ursprünglich wollte sie in der Stadt der Engel eine Karriere als Stand-Up-Comedian starten. Doch weil das nicht so richtig klappen wollte, entschied sie sich nach einem halben Jahr dafür, fortan Pornos zu drehen. „Ich hatte viele Möglichkeiten, aber ich entschied mich für Sex“, erklärte Saige dem „Mirror“.

Nicht so wirklich damit einverstanden ist ihre Familie – und das beschäftigt Saige tagtäglich: “ Der härteste Part ist, zu wissen, dass sich meine Familie genauso mit meiner Karriere beschäftigt wie ich. Ich möchte, dass sie genauso stolz auf mich sind wie damals, als ich in der Medizin gearbeitet habe.“

Am liebsten hätte sie es, wenn ihre Eltern sie auf Familienfeiern als ihre Tochter vorstellen würden, die in der Pornoindustrie arbeitet. Denn das sei besser als so zu tun, als sei man jemand anderes. Immerhin: Mit der Zeit habe sich die Eltern-Kind-Beziehung etwas gebessert, das Verständnis sei gestiegen.

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Seit nunmehr fünf Jahren dreht Silvia Saige Pornofilme und hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit den negativen Vorurteilen über ihr Arbeitsumfeld aufzuräumen. Dafür redet sie in ihrer Show „Sexy Funny Raw“ und als Co-Moderatorin im Podcast „Sexual Disorientation“ ganz offen über das Thema Sex.

Im Gespräch mit der britischen Tageszeitung verriet Saige zudem, wie ein typischer Arbeitstag am Set – von dem sie drei bis fünf pro Woche hat und damit pro Dreh bis zu 1000 US-Dollar verdient – aussieht: Demnach muss sie um 8 Uhr am Drehort erscheinen und dort bestätigen, dass sie weder Alkohol getrunken noch Drogen genommen hat. Anschließend geht es für anderthalb Stunden in die Maske, ehe Fotos geschossen und anschließend Details über den Film besprochen werden. Dann wird gedreht.

Saige sagt, dass sie ihren Job den Großteil der Zeit liebt: „An 80 Prozent meiner Tage habe ich wirklich Spaß und lache viel. An den restlichen 20 Prozent fühlt es sich wie ein normaler Job an, bei dem ich das Unternehmen oder den Chef nicht mag.“

Im Großen und Ganzen kann man also sagen, dass Saige ein erfülltes Leben hat. Nur in der Liebe will es noch nicht so wirklich klappen: Seit inzwischen zehn Jahren ist sie Single und glaubt, dass das mit ihrem neuen Job zu tun hat. „Es gibt einfach einen gewissen Schamfaktor. Aber ich möchte nicht mit jemandem zusammen sein, der vertuschen will, was ich bin. Ich möchte jemanden haben, der stolz ist.“ Es ist eben nie einfach, Job und Liebesleben unter einen Hut zu bekommen. Zumindest eines hat Silvia Saige aber regelmäßig: Sex. Und das kann eben nicht jeder Single von sich behaupten.