Foto: Dmitri Ma/Shutterstock.com (Symbolbild)
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Im Kampf gegen Internet-Kriminalität sind Sicherheitsexperten nun auf eine pikante Software gestoßen. Diese soll Nutzer beim Anschauen von Pornos im Internet filmen – dabei ist für die Opfer nicht zu erkennen, dass die Kamera an ihrem Gerät aktiv ist.

Es handelt sich dabei um ein sogenanntes „Pornmodul“, dass in dem Schadprogramm PsiXBot auftritt. „Es ist eine Software, die sich auf dem Computer versteckt und einen Zugriff aus der Ferne zulässt“, sagt Werner Thalmaier vom Cyber-Sicherheitsunternehmen Proofpoint der „Bild“.

Dieses Programm sei nun um das pikante Modul erweitert worden. In diesem wurde ein Wörterbuch eingebaut, das häufig verwendete Begriffe im Kontext von Internet-Pornografie erkennt und durch diese Begriffe aktiviert wird.

Automatisch und ohne, dass es Nutzern auffällt, aktiviert sich beim Klicken auf Pornoseiten die Kamera des genutzten Geräts und beginnt damit, den Konsumenten zu filmen. Anschließend werden diese Aufnahmen an die Kriminellen weitergeleitet.

Die Absicht der Täter ist, durch die Aufnahmen Geldzahlungen von den Opfern erpressen zu können. Im Fachjargon wird dies als „Sextorsion“ (Verbindung von Sex und „extorsion“, zu Deutsch: Erpressung) bezeichnet. Dabei wird den Nutzern gedroht, die Aufnahmen zu veröffentlichen.

„Opfer werden zielgerichtet angegriffen, etwa nachdem ihre Daten bei einem Hackerangriff auf einen anderen Dienst erbeutet wurden. Wir erwarten, dass die Zahl dieser Angriffe steigt“, erklärt Thalmeier.

In der Vergangenheit wurden Drohungen, private Filmaufnahmen bei Anschauen von pornografischen Seiten könnten veröffentlicht werden, schon häufig zu Erpressungsversuchen ausgesprochen – dabei handelte es sich aber häufig um Lügen der Kriminellen. Durch das neue Modul ist die Gefahr aber nun gestiegen.

Auch Thalmeier warnt: „Für den normalen Anwender ist es nicht ohne weiteres feststellbar, dass er betroffen ist.“ Ein Mittel, gegen die Gefahr vorzugehen, sei die Verwendung von Virenscannern auf den möglicherweise gefährdeten Geräten.