Masturbation Selbstbefriedigung
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Sexfantasien bringen frischen Wind und Abenteuer ins Schlafzimmer, egal ob für Frauen oder Männer, alleine mit sich selbst beim Masturbieren oder zu zweit. Erfahrt, welchen positiven Effekt die Selbstbefriedigung auf das Sexleben und die Gesundheit hat.

Kurze Geschichte der Masturbation

Es ist heute kaum mehr vorstellbar, dass Selbstbefriedigung über viele Jahrhunderte als eine moralische Sünde und aus Unkenntnis als ein Übel von Krankheiten wie Blindheit, Epilepsie, Rückenmarksschwund, Zersetzung des Gehirns und Impotenz gesellschaftlich angeprangert wurde. Auch Zeugungsunfähigkeit der Männer und Unfruchtbarkeit der Frauen wurden damals mit Masturbation begründet. Schließlich kursierten in der Vergangenheit so einige abenteuerliche Behauptungen in Gelehrtenkreisen, was Selbstbefriedigung bei Mann und Frau so alles verursachen könne.

Der aus Lausanne stammende Arzt Samuel Auguste Tissot (1728-1797) gehört zu diesen besagten Kreisen, der vor den Folgen der Masturbation ausdrücklich gewarnt hat. Seine lustfeindlichen Thesen schrieb der Mediziner in seinem Werk „Tentamen de Morbis ex Masturatione“ nieder, das im Jahr 1758 in lateinischer Sprache veröffentlicht und später in verschiedenen Sprachen übersetzt wurde. Dieser Text sollte bis ins 19. Jahrhundert hinein einen immens großen Einfluss auf das Leben der Menschen in Europa und Amerika haben.

Krankheit und Tod

Selbstbefriedigung wird in diesem Text als eine gefährliche Krankheit dargestellt. Denn nach Ansicht des zeitgenössischen Onanie-Gegners verursache die sexuelle Betätigung am eigenen Körper eine Vielzahl an Gebrechen und Krankheiten, eine Schädigung des Nervensystems sowie die Beeinträchtigung der Gehirnaktivität. Hierzu ein Zitat aus Tissots übersetztem Werk aus dem Jahr 1784 mit dem Titel „Die Onanie, oder Abhandlung über die Krankheiten die von der Selbstbefleckung herrühren.“: „Eine allzubeträchtliche Menge Saamens, die in den Wegen der Natur verloren geht, stürzt in sehr verdriessliche Krankheiten; die aber noch weit ärger sind, wenn eben dieselbe Menge durch widernatürliche Mittel ist ausgeleeret worden.“

Außerdem heißt es dort: „Erschöpft durch die beständigen Anstrengungen, verfallen endlich solche Kranke in allerley Krankheiten des Gehirns, in Schwermuth, Narrsucht mit Unempfindlichkeit (catalepsis), Fallsucht, Blödsinnigkeit, Verlust der Sinne, Schwäche des Nervengebäudes, und eine Menge ähnlicher Krankheiten.“

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Vor diesem Hintergrund versuchte man, die Jugendlichen mit elterlicher Überwachung zur Verhinderung des „Handanlegens“, strengen Strafen und speziellen Kleidungsstücken (zum Beispiel Handschuhe, Keuschheitsgürtel aus Leder oder Metall), Bandagen und Apparaturen (zum Beispiel elektrische Penisringe, Peniskäfige aus Draht) vor der Selbstbefriedigung zu bewahren.

Ein normaler Weg zur Entdeckung des Körpers

Der Irrglaube, dass Masturbation eine gesundheitliche Gefahr für Körper und Geist darstelle, hielt sich noch relativ lange, und in vielen Gesellschaften galt die sexuelle Selbstbefriedigung aufgrund von einer religiös, medizinisch und gesellschaftlich geprägten Moralvorstellung als schwere Sünde und Perversion. Erst durch das Wirken von Sigmund Freud (1856-1939) wurde das bis dato negativ geprägte Image der Selbstbefriedigung ein wenig vom Makel befreit. Der Begründer der Psychoanalyse erkannte in der Masturbation des Kindes ein natürliches Bedürfnis, um den eigenen Körper zu erforschen. Freud spricht daher auch von infantiler Sexualität, die nur Kindern und Jugendlichen vorbehalten sein sollte und nicht den Erwachsenen.

Mit der sexuellen Revolution in den 1960er Jahren, als sich die Jugend gegen den sozialen und sexuellen Konservatismus aufzubegehren begann, wurde Selbstbefriedigung schließlich in der Gesellschaft anerkannt. Mittlerweile ist das Masturbieren von Mann und Frau eine weitere Spielart der Sexualität zum Leben, unabhängig vom Alter und von der Lebens- und Liebessituation.

Was ist Masturbation?

Sexuelles Verlangen lässt sich nicht wie ein Lichtschalter an- und ausschalten, sondern überkommt einen spontan und will durch die Stimulierung der eigenen Geschlechtsorgane gestillt werden. Und daran ist nichts Verwerfliches, schließlich ist die Masturbation beziehungsweise Selbstbefriedigung ein Teil des normalen menschlichen Sexualverhaltens. Je nach individuellen Vorlieben erfolgt eine solche körperliche Stimulierung mit den Händen oder verschiedenen Hilfsmitteln. Früher oder später führt die sexuelle Erregung bei Mann oder Frau zum Orgasmus.

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Die Selbstbefriedigung kann aber auch als eine Art Entdeckungsreise zu sich selbst verstanden werden, vor allem im Kindesalter, wenn Jungen und Mädchen gleichermaßen, den eigenen Körper besser kennenlernen, die eigene Sexualität erfahren und ein besseres Verständnis der eigenen Vorlieben bekommen.

Etymologi: Das Wort „Masturbation“ wird vom lateinischen Verb „masturbare“ hergeleitet, das sich wiederum aus „manus“ für Hand und „stuprare“ für „sich beflecken, beschmutzen, schänden“ zusammensetzt. Im Mittelalter wurde Masturbation gerne auch mit „manu stuprare“, sprich „mit der Hand Unzucht treiben“, ausgedrückt. Gleichwohl gibt es eine Ableitung von „manu turbare“, was so viel wie „mit der Hand verwirren“ bedeutet. Letzten Endes wird man feststellen, dass die Herkunft des Begriffs „Masturbation“ nicht eindeutig ist, aber dafür immer dasselbe bezweckt, nämlich eine bewusste körperliche Stimulierung an sich selbst bis hin zu einer sexuellen Reaktion, dem Orgasmus.

Übrigens: Der amerikanische Schauspieler und Regisseur Woody Allen hat eine ganz eigene Erklärung für den Begriff „Masturbation“ gewählt: „Masturbation ist Sex haben mit einem Menschen, den man sehr, sehr liebt.“

Warum gilt Masturbation als gesund?

Es gibt gefühlt unzählige Ausdrücke für Masturbation: Masturbieren, sich einen von der Palme wedeln, die Perle in der Muschel suchen, den Akku entleeren, die Flut rufen, Rubbeln, Abschütteln, die Mandoline zupfen, die Sahne schlagen, die Rakete abschießen… – anscheinend kennt die Fantasie beim Thema Selbstbefriedigung keinerlei Grenzen. Masturbation ist nämlich heutzutage ganz selbstverständlich und normal. Demzufolge lässt sich sagen, dass viele Männer beziehungsweise auch Frauen irgendwann einmal sich selbst sexuelles Vergnügen bereitet haben. Dabei liegen die gesundheitlichen Vorteile beim Masturbieren förmlich auf beziehungsweise in der Hand.

Masturbation stärkt das sexuelle Selbstbewusstsein

So vertreten die Wissenschaftler aus der Sexualforschung heutzutage die Ansicht, dass die erotische Selbstentdeckung des eigenen Körpers sowie die Lust sich selbst zu befriedigen, nicht nur Spaß macht, sondern auch keinerlei körperliche oder geistige Schäden bei Mann und Frau verursacht.

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Ja, die Selbstbefriedigung kann sogar eine sinnreiche und unausweichliche Bereicherung im Sexleben eines Menschen sein. Schließlich bilden die Berührungen des eigenen Körpers einen natürlichen Zugang zum eigenen Wesen, wodurch das sexuelle Selbstbewusstsein gestärkt wird.

Masturbation lindert Schmerzen

Körperliche Erkundungen und sinnliche Erfahrungen mit dem eigenen Körper sorgen nicht nur für eine genitale Erregung mit orgastischer Entladung und somit für ein sexuelles Wohlbefinden. Die Selbstbefriedigung führt auch zur Ausschüttung von Endorphinen, welche allgemein eine schmerzlindernde und beruhigende Wirkung erzeugen – eine gute Voraussetzung, um Geburtsschmerzen, Periodenschmerzen oder Kopfschmerzen entgegenzuwirken.

Masturbation baut Stress ab

Noch ein Grund, um öfter selbst Hand anzulegen. Beim Masturbieren werden im Gehirn verschiedene Hormone ausgeschüttet, darunter das „Kuschelhormon“ Oxytocin. Das Hormon hilft beim Abbau von Stress, indem es Stresshormone wie das Kortisol reduziert. Folglich führt der Solo-Quickie dazu, dass der Körper von Spannungen befreit wird. Übrigens: Auch ohne Höhepunkt können die angenehm wirkenden körperlichen Berührungen für Entspannungen von Körper und Geist sorgen.

Masturbation macht den Körper fit

Dass Selbstbefriedigung für Mann und Frau gesund ist, daran lässt uns die Wissenschaft nicht mehr zweifeln. So regt der Solo-Sex das Herz-Kreislauf-System an, senkt den Blutdruck nach dem Orgasmus und lässt sogar ein paar Kalorien dahinschmelzen. Es werden die Bodenmuskulatur, die Bauch- und Armmuskeln und die Atmung trainiert. Zudem hat die Masturbation einen positiven Effekt auf den Hormonhaushalt und das Immunsystem.

Masturbation als Einschlafmethode

Ob Mann oder Frau, jeder kennt sicherlich das Gefühl nach dem Höhepunkt. Es kommt ein Gefühl der Entspannung auf und die Müdigkeit macht sich breit. Denn die ausgeschütteten Hormone helfen dabei, einen schnellen Weg ins Land der Träume zu finden. Allerdings dauert es bei Frauen gewöhnlich etwas länger als beim Mann, bis sie nach dem Sex mit sich selbst oder mit dem Partner einschlafen.

Masturbation verbessert das Sperma

Die Wissenschaft bestätigt, dass Selbstbefriedigung einen Einfluss auf die Quantität und Qualität des Spermas hat. Dem Sperma mag vielleicht kein Verfallsdatum wie bei Lebensmitteln anhaften, aber schon nach wenige Tage wird die Samenflüssigkeit schlechter. Infolge des Samenergusses (Ejakulation), wird der Körper dazu angetrieben, laufend frische Spermien zu produzieren.

Masturbation verbessert den Sex in der Partnerschaft

Die Selbstbefriedigung spielt eine wichtige Rolle, um den eigenen Körper besser verstehen zu können und die sexuellen Wünsche und Vorlieben herauszufinden. Wer seine erogenen Zonen kennt und weiß, was Lust bereitet, erlebt dadurch nicht nur einen intensiveren Solo-Sex, sondern kann auch das Interesse an Sex in der Partnerschaft beflügeln und eine gute Basis für eine glückliche und gesunde Beziehung legen.

Wer masturbiert eigentlich – und wie oft?

Die Selbstbefriedigung als Akt der Selbstliebe gehört zu einem erfüllten Sexleben dazu. Allerdings ist sie keineswegs nur als Ersatzbefriedigung anzusehen, sondern eher als eigenständige Spielart der Sexualität. Sie macht Spaß, ist für Körper und Geist gesund und stellt für die meisten Menschen ein Garant für den Orgasmus dar.

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Fakt ist allerdings, dass Männer häufiger masturbieren als Frauen. So hat eine repräsentative YouGov-Umfrage aus dem Jahr 2016 ergeben, dass 32 Prozent der befragten Männer mehrmals in der Woche Hand anlegen. Lediglich 9 Prozent von den Frauen sagen, dass sie mehrmals wöchentlich masturbieren. Mindestens ein Mal oder noch seltener im Monat tun es 24 Prozent der Männer, bei den Frauen sind es 19 Prozent. Interessant ist, dass es auch welche gibt, die sich nie befriedigen. Bei den Männern sind es 12 Prozent und 24 Prozent bei den Frauen. Die Häufigkeit der Selbstbefriedigung hängt allerdings auch immer vom Alter ab.

Anmerkung: Im Zeitraum vom 25. bis 29. März 2016 befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov 1303 Männer und Frauen in Deutschland zur Häufigkeit der Selbstbefriedigung.

Masturbation bei Frauen

Eines vorweg: Es gibt nichts Verbotenes oder Unanständiges, solange es der Frau gefällt und zur Steigerung ihrer Lust dienlich ist. Damit sie ein rauschendes Liebesfest mit sich selbst erleben kann, braucht sie vor allem Ruhe und Zeit, aber auch das richtige Ambiente. Je nach eigenen Vorlieben kann es das kuschelige Bett im vertrauten Schlafzimmer sein oder in der mit Wasser gefüllten Badewanne. Abenteuerlustige und wagemutige Frauen finden möglicherweise auf einem Balkon, im Auto oder im Whirlpool den besonderen Kick, um sich selbst zum Höhepunkt zu bringen.

Selbstbefriedigungstechniken: Der klitorale Orgasmus

Sobald die Stimmung stimmt, kann es losgehen. Viele Frauen entscheiden sich für die klitorale Selbstbefriedigung, da diese Liebestechnik schon beinahe ein todsicherer Pfad ist, um die sexuelle Erregung bis zum Orgasmus zu bringen. Selbstverständlich hat jede Frau bei der Stimulation ihrer Klitoris ganz eigene Vorlieben. Einige reiben mit den Fingern sanft über die weibliche Knospe hin und her, andere kreisen gleichmäßig mit dem Finger – nicht zu schnell, nicht zu langsam. Und andere rollen die Klitoris zwischen Daumen und Zeigefinger.

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Da sich das Empfinden mit steigender Erregung verändert, werden die Bewegungen schneller und fester. Zwischendurch bietet es sich an, die Finger auch einmal nach unten zu den Schamlippen wandern zu lassen, die ebenfalls sehr empfänglich für sanfte Berührungen sind. Als stimulierend wird übrigens auch das leichte Klopfen auf die Klitoris empfunden.

Übrigens: Für die weibliche Selbstbefriedigung eignen sich auch einfache Hilfsmittel. Das Reiben der Vulva an einem Kissen, einem Stofftier oder einer zusammengerollten Bettdecke kann ebenso eine wunderbare Art sein, zum Höhepunkt zu kommen. Auch Sextoys verleihen dem Liebesleben mehr Abwechslung beim Solo-Sex.

Der vaginale Orgasmus

Im Gegensatz zur klitoralen Selbstbefriedigung wird der Orgasmus bei der vaginalen Selbstbefriedigung durch Penetration ausgelöst. Frauen führen dazu ein oder mehrere Finger in die Vagina ein und bewegen sie abwechselnd vor und zurück. Und das passiert gewöhnlich im ersten Drittel des Scheideneingangs, wo auch der sogenannte G-Punkt vermutet wird. Zugegeben, die Bezeichnung Punkt mag ein wenig verwirrend sein, da es sich in Wirklichkeit nicht um einen Punkt handelt, sondern vielmehr um eine erogene Zone. Man findet sie innerhalb der Vagina (Scheide), ungefähr drei bis fünf Zentimeter vom Eingang der Vagina entfernt und an der oberen Wand der Vagina. Beim Ertasten dieser Zone wird man bemerken, dass sich dieses Areal im Gegensatz zu den glatten Scheidenwänden rauer und gerippt anfühlt.

Eine bewusst herbeigeführte Stimulation dieser Stelle kann zu einem kräftigeren und erheblich früher beginnenden Orgasmus führen. Der Grund dafür ist ziemlich schnell erklärt: Viele Nervenenden laufen am G-Punkt zusammen und machen ihn für Berührungen sehr empfindlich. Dementsprechend kann eine Frau durch anhaltender Stimulierung einen intensiven Orgasmus erleben, der meist stärker wahrgenommen wird als der klitorale Orgasmus.

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Doch die Sache hat einen Haken: Nicht immer lässt sich der G-Punkt trotz hingebungsvollen Bemühungen entdecken und stimulieren. Das liegt allein daran, dass jede Frau anders Berührungen an dieser erogenen Zone innerhalb der Vagina empfindet. Für manche ist es Erregung pur, andere wiederum verspüren kaum bis gar nichts. Zudem kommt es immer auf die richtige Atmosphäre und die persönliche Stimmung an, um das Lustzentrum in der Vagina bzw. Scheide zu aktivieren.

Übrigens: Viele Männer sind der Meinung, dass Frauen beim Masturbieren penisförmige Gegenstände wie Kerzen, Gurken oder Bananen in die Vagina einführen. Dies tun jedoch nur die wenigsten. In der Vagina haben Frauen nämlich kaum ein Gefühl, da die Wände der Scheide viel zu wenige Nerven haben.

Masturbation bei Männern

Starke berufliche Anspannung, Leistungsdruck in der Partnerschaft, Unzufriedenheit im Alltag, sexuelle Eintönigkeit, aus Langeweile oder als Einschlafhilfe. Oft ist es auch so, dass Männer in den jungen Jahren durch Selbstbefriedigung den eigenen Körper besser kennenlernen wollen. Wie dem auch sei, es gibt viele Gründe, warum Männer Hand an sich legen. Und wie bei der Frau haben Männer eigene Vorlieben und Techniken bei der Selbstbefriedigung.

Die meisten Männer umfassen dabei ihren Penis mit der ganzen Hand, die sich gleichmäßig von der Peniswurzel bis zur Eichel rauf und runter bewegt – mal schneller, mal langsamer. Einige bevorzugen einen festen Griff um den Penis, andere mögen es lieber zärtlicher. Nach einiger Zeit kommt es zum Höhepunkt, der in der Regel mit einer Ejakulation (Samenerguss) einhergeht.

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Manche Männer lieben es auch, während des Masturbierens ihre Prostata zu massieren. Abgesehen davon gibt es auch Männer, die nichts gegen eine schnelle Nummer zwischendurch einzuwenden haben, aber den Solo-Sex genießen wollen, indem sie die Ejakulation hinauszögern. Dafür wird der Penis bis kurz vor dem Samenerguss stimuliert. Es folgt eine kurze Pause, solange bis die Erektion des Penis ein Stück weit nachlässt. Dann wird die Stimulierung des Penis fortgesetzt. Das Ganze wird einige Male wiederholt. Auf diese Weise fällt die Ejakulation oder Samenerguss deutlich kraftvoller aus.

Übrigens: Für Männer gibt es mittlerweile eine Menge Sexspielzeug, die zur Selbstbefriedigung zum Einsatz kommen können, wie etwa eine künstliche Vagina, mit der der vaginale Geschlechtsverkehr simuliert werden soll.

Wie viel Masturbation ist schädlich?

Dass sich häufiges Masturbieren negative auf die Gesundheit auswirken könnte, gehört längst der Vergangenheit hat. Ganz im Gegenteil: So stärkt die Selbstbefriedigung das sexuelle Erleben und beugt Blasenschwäche vor. Außerdem soll häufiges Onanieren das Risiko für Prostatakrebs senken. Zusätzlich wirkt ein Orgasmus entspannend auf Körper und Geist. Selbst die Quantität und Qualität des Spermas verbessern sich bei der Solo-Nummer. Insofern gibt es auch kein Grund zur Sorge – Männer und Frauen können ohne Bedenken Penis oder Klitoris bzw. Vagina stimulieren, bis ein Orgasmus erreicht ist.

Hinweise: Solo-Sex kann erst dann zum Problem werden, wenn man nicht mehr in der Lage ist, am alltäglichen teilzunehmen, oder wenn die Partnerschaft darunter zu leiden hat.

Woran denken Menschen beim Masturbieren?

Viele Männer machen es regelmäßig und auch Frauen legen gerne Hand an sich selbst an. Um sich zu erregen, tauchen die meisten in ihr erotisches Kopfkino ab. Denn dort entscheidet sich, welche sexuellen Fantasien oder sexuelle Wünsche stimulierend wirken. Man kann in Gedanken den schrägsten, wildesten und sonderbarsten Sex haben – alles ist erlaubt. So wird Männern nachgesagt, dass sie bei der Selbstbefriedigung gerne an Sex mit zwei Frauen, an Sex in der Öffentlichkeit oder an Sex mit einem/einer fremden Person denken. Aber auch beim Sex vom Partner dominiert zu werden, regt die Fantasie in den Köpfen der Männer an.

Frauen hingegen fantasieren bei der Selbstbefriedigung gerne über Sex zu dritt. Jedoch unterscheidet sich diese Träumerei von den Männern dadurch, dass sie Sex mit zwei Männern haben und sich dabei von Kopf bis Fuß verwöhnen lässt. Die Vorstellungen von Sex in der Öffentlichkeit – entweder an romantischen oder ungewöhnlichen Orten – gehören ebenso ins Repertoire des erotischen Kopfkinos. Schließlich ist es der Reiz, von anderen erwischt oder beobachtet zu werden, der sehr stimulierend sein kann. Zu den beliebten Fantasien der Frauen gesellen sich auch Dominanz und Unterwerfung.

Masturbation trotz Beziehung – ist das ok?

Erkundungstouren am eigenen Körper sind völlig normal und sind ein Teil einer gesunden Sexualentwicklung. Daher sollte die Selbstbefriedigung auch in einer Partnerschaft kein Tabu-Thema sein. Es ist nämlich die beste Art, herauszufinden, was einen erregt, und kann das Sexleben mit dem Partner oder der Partnerin beflügeln.

Frei heraus gesagt: Natürlich kann es sehr verunsichernd wirken, wenn Männer und Frauen in einer Beziehung selbst Hand an sich legen. Dennoch stellt der Akt der Selbstliebe noch lange kein Grund zur Besorgnis dar. Denn jeder Mensch – jeder Mann und jede Frau – hat ein unterschiedliches Bedürfnis nach Sex. Manchen genügt es, einmal die Woche Sex zu haben und masturbieren kaum bis gar nicht. Andere haben vielleicht häufiger Sex, aber legen dennoch immer wieder selbst Hand an. Alles kein Problem, solange die Selbstbefriedigung den Sex mit dem Partner oder der Partnerin nicht ersetzt.

Ist Selbstbefriedigung im christlichen Glauben eine Sünde?

In puncto Sexualität findet man in der Bibel verschiedene Sünde – vom Ehebruch bis hin zur Homosexualität. Doch es gibt keine biblische Aussage, die mit Masturbation beziehungsweise Selbstbefriedigung in Verbindung gebracht werden könnte. Insofern handelt es sich hierbei um eine Grauzone, die einen großen Interpretationsspielraum lässt. So gibt es Bibelstellen*, die mit der Selbstbefriedigung von Mann und Frau in Verbindung gebracht werden:

  • Gal. 5,13: „Ihr aber, Brüder und Schwestern, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt, sondern durch die Liebe diene einer dem andern.“
  • 1. Kor. 6,12: „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich.“
  • 1. Thess. 5,21-23: „Prophetische Rede verachtet nicht. (…) Prüft aber alles und das Gute behaltet. (…) Meidet das Böse in jeder Gestalt.“
    *(Quelle: www.bibelserver.com)

10 Fakten zu Masturbation: Entdeckung der eigenen Lust

Fazit: Je mehr Zeit man sich bei der Selbstbefriedigung nimmt, desto genussvoller wird es oftmals, und so manche Liebkosung wird zur echten Entdeckung. Statt zu fragen, wie oft genug ist, sollten sich Mann und Frau vielmehr die Frage stellen, wie oft möchten sie selbst Hand anlegen? Hier sind 10 Fakten zur Masturbation!