Gianna Dior
Foto: Instagram/dior_gianna

Als sie sich auf Tinder anmeldete, hätte Gianna Dior wohl niemals gedacht, wo sie heute stehen würde: Als Pornodarstellerin verdient die 21-Jährige mehrere Hundert Euro pro Stunde.

Die Studentin war auf der Datingplattform eigentlich nur auf der Suche nach einer Verabredung gewesen, als eine Nachricht ihr Leben völlig auf den Kopf stellte. Ein Headhunter wollte sie von einem Jobwechsel überzeugen.

Doch es handelte sich – wer hätte es auf Tinder auch erwartet – nicht um einen gewöhnlichen Headhunter, sondern um einen, der auf der Suche nach Talenten für die Pornoindustrie war. „Ich war auf Tinder und wollte ausgehen, nichts Verrücktes – und dann fand mich dieser Agent und fragte, ob ich jemals darüber nachgedacht hätte, Pornos zu machen“, erinnert sie sich in der Dokumentation „Generation Porn“.

Sie verneinte zunächst. „Ich ging in Alabama zur Schule, studierte Psychologie und hatte zwei Jobs – als Empfangsdame bei einem Augenarzt und als Kellnerin in einem Sushi-Restaurant“, erzählt die junge Frau. Vielleicht waren es die deutlich besseren Verdienstmöglichkeiten, vielleicht aber auch einfach pure Neugier: Nachdem der Vermittler erneut nachgehakt hatte, ließ sich die 21-Jährige im Mai 2018 zu einer Probeszene nach Miami einladen.

Dort wurde ihr schnell klar, dass sie einen Versuch starten wolle – ganz egal, was die Leute darüber denken würden. „Es ist mir egal, was sie denken. Ich habe es so geliebt und schäme mich nicht dafür. Mein Glück ist alles was zählt“, erzählt sie.

Und Gianna Dior startete furios in ihre Porno-Karriere. Bereits im September 2018 schaffte sie es auf das Penthouse-Magazins. Inzwischen teilt sie sich mit zwei anderen Frauen aus der Szene eine noble Wohnung in San Fernando, Los Angeles und wurde im Juni zum „Penthouse Pet of the Year 2019“ gewählt.

Doch ihr Erfolg im neuen Job hat auch Schattenseiten: Giannas Familie hat sich von ihr abgewandt, vor allem ihr Vater leidet. „Ich bete dafür, dass du das Geld nimmst, das du verdienst, und damit zurück zur Universität gehst“, schrieb er seiner Tochter einmal. „Ich liebe dich sehr und möchte, dass du glücklich bist. Aber ich habe Angst davor, was du mit deinem Leben machst.“

Mike Quasar, seines Zeichens Porno-Regisseur, der auch Gianna vor der Kamera hatte, kann diese Einstellung voll und ganz nachvollziehen: „Wenn meine Tochter mir sagen würde, dass sie Pornos machen möchte, würde ich wahrscheinlich vor einen Zug springen“, mutmaßt er. „Ich weiß, das macht mich zu einem massiven Heuchler, weil ich dazu bereit bin, die Töchter anderer Leute dabei zu filmen, wie sie schreckliche Dinge tun.“ Er befürchtet, dass gerade sehr junge Menschen den Weg in die Porno-Branche finden würden, weil sie noch nicht wüssten, „wer sie sind und was sie sind“.

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Gianna weiß aber offenbar genau, wer sie ist und was sie will. In etwas mehr als einem Jahr hat sie mehr als eine halbe Million Follower in den sozialen Netzwerken gesammelt und mehr als 100 Filme gedreht. Im Durchschnitt verdient sie rund 835 Euro pro Stunde – so viel wie in einem ganzen Monat als Kellnerin.