Foto: pathdoc / shutterstock.com
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In Afrika macht ein gefährlicher Trend die Runde: Tabak, den sich Frauen in ihre Vagina stecken, wird besonders im Senegal seit längerer Zeit als eine Art Wundermittel angepriesen. Doch Ärzte warnen – so gefährlich ist das wirklich.

Wie das Portal „Health Times“ berichtet, hat sich in den vergangenen Monaten in Westafrika etabliert, dass sich Frauen Tabak-Pulver in die Vagina stecken. Gleich mehrere Effekte sollen dadurch hervorgerufen werden.

Das weibliche Geschlechtsorgan soll durch die Einnahme enger werden, dadurch wird das Erlebnis bei Sex für Mann und Frau intensiver. Zudem heißt es, der Tabak habe einen positiven Einfluss auf die Zeugungsfähigkeit einer Frau.

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Abdoulaye Diop, ein Gynäkologe aus dem Senegal, betrachtet die Benutzung aus medizinischer Sicht. Er ist der Meinung, dass sich ein Irrglaube verbreitet hat. Es werde behauptet, dass sich die Vagina aufgrund des Kontaktes mit den chemischen Substanzen zusammenzieht.

„Das Gefühl hält nur über eine ganz kurze Zeit an und ist irreführend. Zudem wird die Schleimhaut in der Vagina durch die Chemie angegriffen, das kann auch zu Krebs führen. Es können sich sogar Geschwüre bilden, die zum kompletten Schließen der Vagina führen können“, sagt Diop.

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Auch die Annahme, das Kinderkriegen falle durch den Tabak leichter, sei schlichtweg falsch. Ganz im Gegenteil: Die Zahl der Geburten, bei denen es schwerwiegende Komplikationen gab, sei seit dem Start des Trends angestiegen.

Was einige Frauen sicherlich auch in den Trend getrieben haben wird, ist der niedrige Preis. Ein Tabak-Beutel soll bereits für umgerechnet zehn Cent erhältlich sein – damit ist es selbst in Afrika kein Luxusgut.

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Einige Hersteller haben die Beutel sogar noch mit anderen Mitteln angereichert, weil sie behaupten, dadurch würde die Wirkung noch einmal verstärkt werden. Dafür wurden unter anderen Shea-Butter und Limonade verwendet.

Auch Dr. Shree Datta, eine weitere Gynäkologin, warnt bei „Metro“: „Ich würde niemals empfehlen, Tabak in eine Vagina zu stecken. Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass es wirklich einen Vorteil bringt. Stattdessen setzt man seine Gesundheit auf das Spiel. Das Risiko ist es nicht wert.“