Zoff um Veedelsnamen: Agnesviertel und Co. sollen umbenannt werden

Kunibertsviertel, Agnesviertel, Severinsviertel und viele mehr. Diese Namen sind jedem Kölner ein Begriff. Doch offiziell werden die einzelnen Stadtteile unter technisch klingenden Sammelbezirken wie "Neustadt-Nord/Süd" zusammengeworfen. FDP und Grüne in der kölschen Identitätskrise!
So sollen die Veedel heißen, wenn es nach der FDP geht. Grafik: FDP Köln

Seit 2009 kämpft die FDP Köln nun schon um die Umbenennung der Kölner Veedel – oder viel mehr um die Einteilung der vier Stadtbezirke Altstadt-Nord und Süd und Neustadt-Nord und Süd in die elf geläufigen Veedelsnamen Agnesviertel, Stadtgarten, Kunibertsviertel, Gereonsviertel, Altstadt/City, Belgisches Viertel, Rathenauviertel, Pantaleonsviertel, Severinsviertel, Volksgarten und Südstadt. Denn: Weder waschechte Kölner noch Zugezogene nutzen die Bezirksnamen „Neustadt-Nord/Süd“ oder „Altstadt-Nord/Süd“. Kaum ein Kölner weiß, was damit gemeint ist.

Stattdessen herrscht eine hohe Identifikation mit den einzelnen Veedeln, ist sich FDP-Vorstandsmitglied Ralph Sterck im Gespräch mit Tonight News sicher: „Ich selbst bin in der Agneskirche getauft und habe 25 Jahre im Agnesviertel gewohnt. Noch nie habe ich jemanden dort Neustadt-Nord sagen hören. Die Menschen identifizieren sich nicht mit diesem Bezirksnamen.“

Was den FDP-Mann besonders ärgert: Noch im Jahr 2019 waren sich Grüne, CDU und FDP einig, dass die vier Stadtbezirke umbenannt beziehungsweise unterteilt werden. Doch dann kam Corona. „Wir  konnten uns erst mal nicht mehr versammeln und den Antrag formulieren“, so Sterck. Und mittlerweile haben die Grünen es sich anders überlegt. Die Befürchtung der Partei: ein zu hoher Verwaltungsaufwand.

Zoff um Veedelsnamen: Final Showdown im Februar 2022

Grünen-Fraktionsvorsitzender Manfred Richter zu Tonight News: „Die Analyse der Stadtverwaltung zeigt klar, dass der Aufwand den Nutzen in diesem Fall bei weitem überwiegt. Diese sehr personal- und kostenzehrende Maßnahme hätte letztendlich vor allem den Effekt, dass sich der im Personalausweis eingetragene Stadtteil verändert. Solche bürokratischen Veränderungen sagen letztlich aber nichts über die Verbundenheit mit dem eigenen Veedel aus. Die lebt viel mehr von dem alltäglichen sozialen Zusammenleben, baulichen und kulturellen Eigenheiten in der direkten Wohnumgebung. Es gibt bessere, einfachere, charmantere Wege, um die Veedels-Identität zu stärken.“

Ralpf Sterck sieht das anders: „Das ist im Grunde nur eine kleine Ergänzung in der Hauptsatzung. Bei den Grünen, so sagt man, gibt es in Köln viele ‚Immis‘, also viele Zugezogene. Die haben keine Verbindung zur Veedelskultur.“ Wie der Namenszoff um die Kölner Stadtbezirke weitergeht, werden wir schon im Februar 2022 erfahren. Sterck: „Dann kommt der Final Showdown.“

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