Wanda in Köln: Sänger von Politik enttäuscht – „allen Grund, Systeme anzuzweifeln“

Wanda in Köln! Die Ösi-Rocker touren aktuell durch NRW, machten am Samstag Halt in Dortmund und am Sonntag in Köln. Vor der großen Show im Palladium nahmen wir Sänger Marco Michael Wanda ins Polit-Kreuzverhör.
Wanda Palladium Köln
Das Wanda-Konzert in Köln. Foto: Laura König/Tonight.de
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Das Wanda-Konzert in Köln. Foto: Laura König/Tonight.de

Auch wenn Wanda während der Pandemie ein ganzes neues Album produziert haben (erscheint am 30. September 2022), waren die letzten zwei Jahre hart für die Band. „Mir ging es nicht gut, weil es den ganzen anderen Menschen nicht gut ging. Ich bin sehr sensibel“, erklärt Marco Michael Wanda (35) im Gespräch mit Tonight News. Der Wanda-Frontmann wollte mit dem neuen Song „Rocking in Wien“ dem Corona-Blues entgegenwirken. „Ich habe den eindeutigen Auftrag gesehen, den Leuten wieder etwas Spaß zu vermitteln“, sagt er, „mehr soll der Song nicht sagen.“

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Sänger Marco Michael Wanda ließ sich in Köln feiern. Foto: Ristau/Tonight.de

Mit ihrer Musik will die Band Menschen zusammenführen, die sich sonst nie begegnen würden. Wanda: „Ich mache Rock’n’Roll, um Menschen, die völlig verschiedene Ansichten haben, wenigstens einen Abend zusammenzubringen. Ich möchte, dass die Menschen jetzt wenigstens einen Abend etwas gemeinsam haben.“ Das Problem laut dem Sänger: „Wir leben nämlich mittlerweile in einer Gesellschaft, die sehr erhitzt und gespalten ist.“

Wanda in Köln: Sänger Marco zweifelt „große politische Systeme“ an

Schuld daran habe laut dem Österreicher die Politik: „Wir stehen kurz vor einem dritten Weltkrieg und kommen aus einer furchtbaren Zweijahresperiode, die wir so noch nie erlebt haben. Wir durften nicht mehr so leben, wie wir es gewohnt waren. Es ist empirisch messbar, dass es den Menschen furchtbar geht. Das liegt auch daran, dass wir allen Grund haben, große politische Systeme anzuzweifeln. Es gibt keinen Halt mehr. Man greift nur noch ins Leere.“

Einen Corona-Blues mit Absturzfolge habe es in der Band aber nicht gegeben: „Ich bin nicht zu Heroin gewechselt, keine Sorge“, witzelt Wanda. Das Feiern hat der Ösi-Rocker in der Pandemie aber trotzdem nicht verlernt: „Ich bin kein Alkoholiker, aber wir haben schon hier und da mal gefeiert. Ich bin mit meinen 35 Jahren eigentlich noch immer sehr gut dabei und fühle mich noch frisch. Ich trinke einfach gerne Weißwein.“

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Und: Nach dem Konzert in Köln bleibt der Sänger der Domstadt noch ein paar Tage erhalten: „Meine Mutter kommt aus Leverkusen. Ich wollte da mal einen Pfannkuchen essen. Das ist das Essen meiner Kindheit“, sagt er. Und weiter:  „Wenn ich nach Köln komme, überkommt mich immer ein unglaubliches Heimatgefühl. Das sind einfach unsere Leute hier, das ist unser Publikum.“ Ihre Liebe zu Köln hatte die Band gleich im Show-Auftakt am Sonntag (15. Mai) im Palladium zum Besten gegeben, als die Zeile „Mama stirbt in Wien“ („Bussi“) zu „Mama stirbt in Köln“ wurde…

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