Verkehrs-Hammer wird Realität: Deutzer (Auto-)Freiheit jetzt Fußgängerzone

Ganze zwölf Monate soll kein Auto mehr über die Deutzer Freiheit rollen. Am 10. Juni 2022 startet der Verkehrsversuch "Deutzer Auto-Freiheit" der Stadt Köln im Rahmen der großen Mobilitätswende.
Hohenzollernbruecke Koeln Deutz Hauptbahnhof
Foto: Oliver Berg/dpa
Hohenzollernbruecke Koeln Deutz Hauptbahnhof
Foto: Oliver Berg/dpa

Im Kampf gegen den Klimawandel scheut die Stadt Köln weder Kosten noch Mühen, stellte einen Fußverkehrsbeauftragten ein, der die Parkuhren vom Fußweg auf die Parkplätze umbauen lässt, reduzierte diverse Fahrspuren im Innenstadtbereich zu Gunsten von Radfahrern und strich kurzerhand etliche Parkplätze am Hansaring. Auch die beliebte Shopping-Meile Ehrenstraße ist nun eine Fußgängerzone. Autofahrer, die es sich im „Café Paris“ (ehemals „Quattro Cani“) einfach mal gutgehen lassen wollen, sehen alt aus – sollten, wenn es nach der Stadt Köln ginge, wohl lieber mit dem Lastenrad anreisen.

Jetzt der nächste Verkehrs-Hammer, der Autofahrer auf die Palme bringt: Seit dem 10. Juni 2022 ist die Deutzer Freiheit ein Jahr lang autofrei. Das wurde bereits Ende 2021 von der Bezirksvertretung Innenstadt infolge eines Vorschlags einer Bürgerinitiative aus Deutz beschlossen.

Deutzer Freiheit wird autofrei: Fußgängerzone auf Hauptverkehrsstraße

Auf der Deutzer Freiheit werde nun eine Fußgängerzone mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ entstehen. Um die Erschließung der Wohnstraßen sicherzustellen, werde lediglich der die Deutzer Freiheit querende Kfz-Verkehr erlaubt. Darüber hinaus dürfe Lieferverkehr die Fußgängerzone werktags zwischen 6 und 11 Uhr befahren.

Der Abschnitt zwischen Neuhöfferstraße und Graf-Geßler-Straße müsse vom Verkehrsversuch ausgenommen werden, da Fahrzeuge aus der Neuhöfferstraße nur über die Deutzer Freiheit abfließen können.

Deutzer Freiheit Köln Skizze

Die Grafik zeigt, wo die autofreie Zone entlang gehen soll Foto: isotype/Stadt Köln

Zeitgleich werde zur Einführung der Fußgängerzone im Teilstück der Kasemattenstraße zwischen Justinianstraße und Von-Sandt-Platz die Richtung der Einbahnstraße gedreht, um die Wege aus dem Quartier heraus zu verkürzen.

Die Parkplätze auf der Deutzer Freiheit fallen dann den sogenannten „Stadt-Terrassen“ zum Opfer. „Zum Einsatz kommen diverse Stadtmöbel mit Sitzmöglichkeiten und Pflanzkästen, die bis Mitte September auf der Deutzer Freiheit verbleiben“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ziel des „Verkehrsversuchs Deutzer Auto-Freiheit“ sei es, die Lebensqualität der Anwohner, Gastronomen und Geschäftsleute in Deutz zu verbessern. Ob sich dieser Effekt tatsächlich einstellt, soll durch regelmäßige Umfragen der Verwaltung evaluiert werden.