TÜV Rheinland sagt Prüfungen ab – NRW-Fahrschüler toben vor Wut

Fahrprüfungsflaute in Köln und Umgebung! Der TÜV Rheinland hat unzählige Termine abgesagt. Tonight News kennt die Hintergründe.
Foto: dpa/Swen Pförtner
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Ärger bei Fahrschülern im Rheinland! Die Theorie ist bestanden, die Praxis sitzt auch, es wurden genügend Fahrstunden absolviert und dann: Fahrprüfung abgesagt! So geht es derzeit etlichen Fahrschülern in NRW. Der Grund: Der TÜV Rheinland, der die „Prüfungsingenieure“ schickt, sagt ständig Termine ab. Deutschlands größte und im Rheinland ansässige Fahrschule Rettig ist auf dem Baum.

Geschäftsführerin Monica Minack: „Die Situation ist für unsere Kunden untragbar und für uns selbst natürlich in höchstem Maße geschäftsschädigend.“ In einem offenen Brief distanziert die Fahrschule Rettig sich zwar von den zahlreichen Prüfungsabsagen. Die schlechte Stimmung bekomme sie aber trotzdem von den Fahrschülern ab. Minack zu Tonight News: „Wir haben ja nicht nur private Fahrschüler, sondern bilden auch Berufskraftfahrer für die Führung von LKW aus, die vom Jobcenter oder von der Arge kommen und bald in einen Job einsteigen sollen. Zuletzt hatte hier ein völlig wütender Arbeitgeber angerufen, der uns die Hölle heiß machen will, wenn sein Angestellter in spe nicht nächste Woche den Führerschein macht.“

Fahrprüfungen in NRW abgesagt: Jetzt spricht der TÜV Rheinland

Manche Termine wurden ersatzlos abgesagt, manche um zwei Monate verschoben. In jedem Fall muss die Fahrschule einen neuen Antrag auf eine Prüfung beim TÜV Rheinland stellen. Was bedeutet das für die Fahrschüler? Monica Minack: „Für die Schüler bedeutet das Zeitverlust, eine Aufregung, die ins Unermessliche steigt und natürlich auch Mehrkosten.“ Denn: Um in zwei Monaten Wartezeit nicht alles zu verlernen, buchen die Fahrschüler sich jetzt weitere Fahrstunden. Kostenpunkt: 72,90 Euro pro Stunde! Kurz vor der Prüfung falle dann auch nochmal eine Doppelstunde Fahrtraining an.

Doch wie erklärt der TÜV Rheinland die geplatzten Termine? Tonight News hat nachgefragt. „Wir haben ein unheimliches Problem mit Corona. Es macht zwar den Anschein, als gäbe es Corona nicht mehr, aber sobald einer der drei in einem Auto – sprich Schüler, Lehrer oder Prüfer – infiziert ist, fällt unser Prüfer danach aus“, so Alexander Schneider vom TÜV Rheinland. Und weiter: „Im ersten Quartal 2022 sind ca. 12 Prozent aller Fahrprüfungen ausgefallen.“ Trotz Corona-Krise habe man aber 2022 mehr geprüft als in der Zeitspanne im Jahr 2019, so der TÜV-Pressesprecher. Schneider: „An der Manpower liegt es nicht. Da haben wir aufgestockt.“ Jetzt schaltet sich der Fahrlehrerverband Nordrhein ein. „Gemeinsam suchen wir jetzt partnerschaftlich nach Lösungen“, beteuert Schneider, „Wann diese umgesetzt werden und wie die aussehen, ist aber noch unklar.“