Stadt Köln eröffnet neue Impfzentren – ehemaliger Leiter ist stinksauer

Die Stadt Köln eröffnet neue Impfzentren, um die Impfquote in die Höhe zu treiben. Der ehemalige Leiter des Zentrums in Deutz ist sauer.
Jürgen Zastrow

Drei Monate nachdem die Impfzentren in Köln geschlossen wurden, machen sie jetzt wieder auf. Am Dienstag, den 23. November 2021, öffnen in Köln stationäre Impfzentren in der Lanxess-Arena sowie am Neumarkt. Zudem wird es in den einzelnen Veedeln mobile Impfaktionen geben, die mehr Menschen zur Impfung oder zum Boostern bewegen sollen. Denn: In NRW sind bislang nur 71,4 Prozent der Menschen vollständig geimpft. In ganz Deutschland sind es sogar nur 67 Prozent (Stand 22. November 2021). Das will Stadt-Oberhaupt Henriette Reker schleunigst ändern.

Ausgerechnet der Mann, der das Impfzentrum in Köln-Deutz im Sommer gemanagt hat, ist jetzt auf dem Baum. Dr. med. Jürgen Zastrow ärgert sich gegenüber Tonight News: „Wir könnten schon viel weiter sein, wenn die Leute sich endlich alle mal impfen lassen würden!“ Doch es ist nicht nur die große Impf-Skepsis, die den HNO-Arzt sauer macht. Es ist das Verhalten aller, das ihn stört. „Die Leute nehmen die Pandemie nicht mehr ernst. Wenn man auf die Hohe Straße guckt, laufen alle ohne Maske. Die Menschen beachten die AHA-Regeln nicht einmal mehr.“ Kleine Auffrischung? Die drei Buchstaben stehen für Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Zastrow holt aus: „Nur, weil es auf einer hochfrequentierten Straße keine Maskenpflicht mehr gibt, tragen die Leute auch keine mehr – anstatt mal selbst in die Eigenverantwortung zu gehen.“

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Köln macht neue Impfzentren auf – Ex-Leiter ist sauer

Auch beim Thema Ausgehen kennt der Doktor kein Pardon: „Ich kenne Leute, die sich infiziert haben, weil sie vier mal die Woche ausgegangen sind. Vier mal die Woche! Da frage ich mich: Muss das wirklich sein in Zeiten von Corona?“ Der Hals-Nasen-Ohren-Experte selbst beschränke sich hingegen bei seinen Feierabend-Vergnügungen: „Ich gehe eigentlich drei mal die Woche á drei Stunden in einer Kneipe Skat spielen. Wir haben das jetzt auf einmal die Woche á eine Stunde reduziert.“

Nur bei einer Sache sagt Zastrow „Et hätt noch immer jotjejange“ und drückt zwei Augen zu: „Ja gut, der Karneval… Ich bin selbst gebürtiger Kölner und ich hoffe, dass wir uns alle am Riemen reißen, um im Frühjahr wieder so richtig Karneval feiern zu können.“ Ob das eine gute Idee ist, bleibt abzuwarten. Immerhin explodierten die Corona-Fallzahlen nach dem 11.11. in Köln, knackten gerade erst die 300er-Marke.