Stadt Köln legt Holzkohlegrills still – weil Nachbarn den Döner-Geruch nicht ertragen

Die Weidengasse ist über die Kölner Altstadt hinaus für ihre Dichte an Dönerbuden bekannt. Das gefällt jedoch nicht allen. Anwohner klagen nun – wegen zu starker Abgase. Die Stadt Köln reagiert drastisch.
Foto: Shutterstock / Gts
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Kurioser Streit in der Kölner Altstadt: Der „Bürgerverein Eigelstein“ will gerichtlich gegen die Abgase der dutzenden Dönerbuden in der Weidengasse vorgehen. Wie die „Bild“ berichtet haben sich 50 Anwohner einer Unterlassungsklage vor dem Landgericht Köln angeschlossen, die das Betreiben von Holzkohlegrills in den Imbissen verbieten soll.

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Anwohner Hans-Joachim Hagemann (71) erklärte der „Bild“: „Die Abgase sind krebserregend. Das Atmen tut weh.“ Eingebaute Filter seien den Betroffenen zufolge wirkungslos, auch ein Gutachten der Stadt Köln kam zu dem Ergebnis, dass die Filter nur maximal 30 der geforderten 95 Prozent der Gerüche aufhalten.

Um die Gerichtskosten gering zu halten, hat der Bürgerverein jedoch nur einen Imbissbetreiber verklagt. Der Verein erklärt diese Strategie so, dass sie damit anderen Dönerbudeninhabern die Gelegenheit wollen möchten, ihre Filter noch nachzurüsten, um so einer Klage gegen sie zu entgehen.

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Stadt Köln ordnet Stilllegung der Holzkohlegrills in der Weidengasse an

Hintergrund: Im Juli 2021 wurden in der Weidengasse in Köln Geruchbelastungen durch fünf Holzkohlegrills von Restaurants überprüft, wobei festgestellt wurde, dass die zulässigen Grenzwerte überschritten wurden. Die Betreiber reagierten darauf, indem sie freiwillig Abluftreinigungsanlagen installierten, die mittlere fünfstellige Beträge kosteten und deren Wirksamkeit bereits anderswo nachgewiesen worden war. Das Gutachterbüro, das auch das erste Geruchsgutachten durchgeführt hatte, bestätigte die Effektivität der vorgeschlagenen Technologien und Maßnahmen.

Im Winter 2022/23 wurden die Anlagen installiert, unterstützt durch eine Aussage des TÜV Nord über hohe Reinigungsleistungen bei ähnlichen Anlagen in Hamburg. Trotzdem traten im Frühsommer 2023 erneut Beschwerden über Gerüche auf, was zu einer erneuten Überprüfung durch das Umwelt- und Verbraucherschutzamt führte. Im März 2024 wurde festgestellt, dass die installierten Anlagen nicht ausreichen, um die Geruchsbelastungen auf das gesetzlich vorgeschriebene Maß zu reduzieren. „Dieses Verfahren hat die Stilllegung der Holzkohlegrills zum Ziel“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt vom 28. März.