Ausschreibungs-Drama: Neuer Veranstalter für die Deutzer Kirmes

Seit über 50 Jahren ist sie das Highlight des Jahres auf der Schäl Sick: die Deutzer Kirmes, veranstaltet von der Gemeinschaft Kölner Schausteller (GKS). Doch zum ersten Mal nach einem halben Jahrhundert wird das Volksfest nun von einem anderen Veranstalter abgehalten. Das steckt dahinter.
Die Deutzer Kirmes. Foto: Horst Ossinger dpa
Die Deutzer Kirmes. Foto: Horst Ossinger dpa

Bald ist es wieder so weit: Um Ostern herum beginnt die Deutzer Kirmes auf der Schäl Sick. Dann freuen Besucher sich wieder auf Bratwurst, Riesenrad und Schießbuden.

Deutzer Kirmes 2024 im Überblick: 

  • Wann? 30. März bis 7. April
  • Wo? Deutzer Werft, 50679 Köln
  • Veranstalter: Wilfried Hoffmann

Doch eines ist in diesem Jahr anders: Die Deutzer Kirmes wird sowohl im Frühling als auch im Herbst von einem anderen Veranstalter organisiert. Erstmals nach über 50 Jahren liegt das Kölner Volksfest somit nicht in den Händen der GKS. Das hat die Stadt Köln am Montag (26. Februar) in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Darin heißt es:

„Das Los hat am heutigen Nachmittag entschieden. Wilfried Hoffmann wird die Deutzer Volksfeste (Frühlings- und Herbstvolksfest) in diesem Jahr ausrichten. Die Stadt Köln wird das Genehmigungsverfahren kurzfristig beginnen. Gemeinsam mit dem Veranstalter Wilfried Hoffmann werden die nächsten Schritte und Maßnahmen besprochen, die notwendig sind, damit die Kirmes wie gewohnt am Ostersamstag, 30. März 2024, starten kann. Trotz der Kürze der Zeit haben die Sicherheit der Veranstaltung und die Interessen der Anwohner*innen höchste Priorität und die hierfür erforderlichen Maßnahmen werden im bewährten Umfang umgesetzt.“

Köln: Ausschreibungs-Drama um Deutzer Kirmes

Rückblick: Im Herbst 2023 kam es wie jedes Jahr zur Ausschreibung für die Volksfeste an der Deutzer Werft. Ein halbes Jahrhundert sei dies nur eine Formalität für die Kölner Schausteller gewesen, wie sie bei einer Pressekonferenz im Oktober 2023 berichteten (hier mehr dazu nachlesen).

Doch bei der jüngsten Ausschreibung unterlief ihnen ein Formfehler: Eine notwendige Versicherung, die während all der Jahre bereits bestand, war in den Bewerbungsunterlagen diesmal versehentlich nicht mit aufgeführt worden. Aus diesem Grund entschied die Stadt Köln sich für Wilfried Hoffmann aus Leverkusen (NRW) und schloss die GKS aus.

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Die ging vor Gericht dagegen vor – und bekam Recht! Was folgte, war eine erneute Ausschreibung der Stadt. Diesmal hatte die GKS alle Unterlagen korrekt eingereicht. Doch auch Mitbewerber Wilfried Hoffmann hatte sich erneut vollständig beworben, sodass die Stadt sich für ein unparteiisches Losverfahren entschied. Zufällig fiel die Wahl nun dennoch auf den Leverkusener – zum Leidwesen der Kölner Schausteller.

Gemeinschaft Kölner Schausteller enttäuscht von der Stadt Köln

GKS-Vorstandsvorsitzender Alexander Gillgen zu Tonight News: „Wir sind natürlich sehr geschockt und entsetzt, dass bei dem Losverfahren die Wahl auf diesen Veranstalter gefallen ist anstatt auf Qualität und Bewährtes.“

Auch jetzt wollen die Schausteller die Entscheidung der Stadt nicht hinnehmen. Gillgen: „Wir kämpfen bis zum Schluss und besprechen jetzt mit unseren Anwälten, was wir tun können.“ Und weiter: „Der Schock sitzt tief und viele von uns haben jetzt Angst um ihre Existenzen.“