Rosenmontagszug 2022 in Köln nicht in gewohnter Form – Alternativen gesucht

Der Rosenmontagszug 2022 in Köln wird wohl nicht in gewohnter Form stattfinden. Das Festkommitee Kölner Karneval sucht nach Alternativen.
Karneval Bier
Foto: Oliver Berg/dpa

Der Rosenmontagszug 2022 in Köln wird voraussichtlich nicht wie gewohnt stattfinden. Wie das Festkomitee Kölner Karneval am Montag mitteilte, werden Alternativen zum klassischen „Zoch“ Ende Februar geprüft.

„In Anbetracht der Prognosen zur Omikron-Variante gehen wir derzeit davon aus, dass ein normaler Rosenmontagszug mit Hunderttausenden von Zuschauern nicht möglich sein wird“, gab Zugleiter Holger Kirsch am Montag bekannt. „Aber natürlich beobachten wir die Corona-Lage weiterhin sehr genau und prüfen, welche alternativen Konzepte kurzfristig möglich sein könnten, um den kölschen Jecken trotzdem einen besonderen Rosenmontag zu bereiten.“

Wichtigstes Element sollen dabei die Persiflagen bleiben, mit denen sich der Karneval zu politischen und gesellschaftskritischen Themen äußert. Laut Kirsch sollen die Persiflagewagen wie 2021 an verschiedenen Stellen zu sehen sein.

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Köln: Schull- und Veedelszöch abgesagt

Fest steht ebenfalls bereits, dass der Rosenmontagszug nicht den üblichen Zochweg nutzen wird. Daraus resultiert, dass die Schull- und Veedelszöch bereits jetzt abgesagt wurden. „Unsere komplette Logistik baut auf der Infrastruktur des Rosenmontagszuges auf. Ein Alleingang ist für uns deshalb nicht denkbar“, erklärt deren Zugleiter Willi Stoffel dazu. „Wir verstehen, dass das Festkomitee unterschiedliche Alternativen durchspielt. Aber für die Schulen und Veedelsvereine, die nur wenige personelle und finanzielle Ressourcen haben, wollen wir jetzt Klarheit schaffen.“

Bereits Mitte Dezember war entschieden worden, dass der Großteil des Sitzungskarnevals in Nordrhein-Westfalen auch in der laufenden Saison 2021/22 wegen Corona ausfällt. Darauf hatte sich die Landesregierung mit Vertretern des organisierten Karnevals geeinigt.

Kölner Rosenmontagszug: Wie geht es jetzt weiter?

Bereits im ersten Jahr der Corona-Pandemie hatte das Team der Zugleitung für den Rosenmontag unterschiedliche Konzepte erarbeitet. Diese werden nun erneut auf Machbarkeit geprüft. Möglich wäre dann das sogenannte Platzkonzept, eine Variante, bei der die Persiflage-Wagen auf verschiedenen Plätzen in den Kölner Veedeln als Ausstellungsstücke zu sehen sein sollten. Oder die Rio-Variante mit festen Tribünen auf beiden Seiten eines deutlich verkürzten Zugweges, wo auf Sitzplätzen im Außenbereich Abstände optimal eingehalten und eine personengenaue Rückverfolgung gewährleistet wäre.

Nicht zuletzt wurde im Vorjahr auch ein Rosenmontagszug im RheinEnergie-Stadion konzipiert. Wenn der FC bis Ende Februar Corona-konform wieder vor Publikum spielen dürfte, könnte auch diese Alternative ein Weg sein, um unter 2G-Plus-Bedingungen sicher feiern zu können.

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Kölsche Jecken offen für „verrückte Ideen“

„All diese Varianten sind natürlich kein Ersatz für einen normalen Rosenmontagszug, das ist allen Beteiligten bewusst“, erklärt Kirsch. „Der Zoch lebt – wie der Karneval insgesamt – von menschlicher Nähe, vom gemeinsamen Erleben einzigartiger Momente. Und dennoch wissen wir aus dem vergangenen Jahr, dass die kölschen Jecken für kleine, auf den ersten Blick verrückte Ideen offen sind. Darauf müssen wir jetzt aufbauen.“

mit dpa