Rheinderby und Karneval: Stadt Köln erntet ellenlangen Shitstorm

Erst der 11.11., dann das Rheinderby zwischen dem FC und Borussia Mönchengladbach mit 50.000 Fans: Jetzt erntet die Stadt Köln dafür herbe Kritik.
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Beim Rheinderby in Köln trug so gut wie niemand eine Maske – trotz Pflicht! Foto: Screenshot Sky

Diesmal ist nicht nur Corona-Experte Karl Lauterbach (57) auf dem Baum. Auch aus der Bevölkerung hallt es Kritik für die Stadt Köln. Der Vorwurf: ein verantwortungsloser Umgang mit der Corona-Pandemie.

Denn: Nicht nur auf den 11.11. blickten Politiker aus ganz Deutschland mit Fassungslosigkeit. Auch für das Rheinderby am Samstag (27. November) gibt es wenig Verständnis. Aufgrund steigender Corona-Fallzahlen in Köln galt im Müngersdorfer Stadion die 2G-Regel. Zusätzlich dazu verhängte das Gesundheitsamt Köln kurz vor Spielbeginn noch eine Maskenpflicht. Diese wurde auch via Twitter kommuniziert.

Karl Lauterbach (SPD) fand Rheinderby „hoch problematisch“

Aber: Bilder des Heimspiels für den 1.FC Köln zeigten, dass sich daran kaum jemand hielt. Die Fans feuerten ihre Vereine dicht an dicht und ohne Atemschutzmasken an. Karl Lauterbach fand das „hoch problematisch“, wie er der „Bild am Sonntag“ mitteilte. Laut dem SPD-Mann aus Düren würden die Fans sich zwar nicht zwangsläufig im Stadion infizieren, jedoch seien die An- und Abfahrtswege sowie die Feiern im Anschluss die großen „Infektionsherde“.

Kathrin Vogler kann das Vorgehen der Stadt, so ein Großevent in Zeiten der vierten Welle zu erlauben, ebenfalls nicht verstehen: „Et hätt noch immer jot jejange funktioniert in einer Pandemie eher nicht so mega“. Die Bundestagsabgeordnete der Linken erklärt sich weiter: „Als Westfälin habe ich immer viel Toleranz fürs Rheinland aufgebracht. Aber was Köln da so mit Karneval und Fußball macht, lässt mich ratlos und mütend zurück.“

Doch nicht nur Politiker zeigen sich enttäuscht. Auch aus der Bevölkerung hallt die Kritik für die Corona-Politik der Stadt Köln immer lauter – auch aus Angst vor einem bevorstehenden Lockdown oder weiteren Einschränkungen, die Superspreader-Events wie Fußball nach sich ziehen könnten.

Die Diskussion ist jedenfalls emotional. Und Polemik ist bei solch einem Thema auch selten weit weg:

Die Stadt Köln weist die Vorwürfe, zumindest was den Sessionsauftakt am 11.11. betrifft, entschieden zurück. Bei 426 Neuinfektionen nach dem 11.11. könne man nicht von einem „sprunghaften Anstieg“ sprechen, sagte Stadt-Sprecher Alexander Vogel dem WDR. An einem normalen Novembertag würden sich immerhin auch 400 bis 550 Kölner neu mit dem Coronavirus anstecken. Es zeige sich, so der Stadtsprecher, dass die Sessionseröffnung nicht zu einem Superspreader-Event geworden sei.

80 Prozent derjenigen, die sich infiziert haben, gaben demnach an, in Innenräumen gefeiert zu haben. Also in Gaststätten, Sälen oder privaten Feiern. Lediglich zwölf Prozent sagten, sie hätten ausschließlich draußen gefeiert.

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