Regel-Schwachsinn in Köln: Karneval fällt aus, Massentheater findet statt – unter 2G

Bei den aktuellen Corona-Regeln der Bundesregierung sowie einzelner Länder können sowohl Veranstalter als auch Besucher schon mal durcheinander kommen. Die jüngsten Vorgehensweisen in Köln machen allerdings mehr als stutzig.
Symbolbild. Foto:

Während der Karneval aufgrund der Corona-Zahlen in Köln und in NRW abgesagt wurde, nicht einmal unter 2Gplus-Regeln stattfinden darf, lädt ein Kölner Theater-Veranstalter gleich 625 Personen auf einmal zum kölschen Klassiker-Stück „Napoleon en Kölle“ ins Staatenhaus am  Rheinpark ein. Und obwohl sich das Virus nachgewiesen sogar unter 2Gplus-Bedingungen rasend schnell ausbreiten kann, müssen Show-Gäste „lediglich“ immunisiert sein, müssen sich anders als etwa bei sportlichen Aktivitäten (Boulder-Hallen etc.) nicht testen lassen, solange sie genesen oder geimpft sind. Und das ist rechtens!

Jürgen Nimptsch vom Veranstalter der „Baas der Cäcilia Wolkenburg“ erklärt: „Wir dürfen ‚Napoleon en Kölle‘, unser opulentes Kostümstück, nach 2G-Regeln 30 mal vor jeweils 625 Menschen (statt 1000) im Publikum spielen.“ Als Sicherheitsmaßnahme gelte für die gesamte Dauer der Aufführung Maskenpflicht im Saal. Abstandsregelungen gebe es nicht. Nimptsch: „Wir machen hier kein Schachbrettsetzen. Dadurch, dass wir ja nur eine reduzierte Kartenanzahl verkaufen dürfen, ergeben sich die Lücken ja von selbst.“

Potenziell Infizierte dürfen sich also zu 625 Personen im geschlossenen Raum versammeln – während private Zusammenkünfte nur mit maximal zehn geimpften oder genesenen Personen stattfinden dürfen, negativ getestete Ungeimpfte quasi gar keine Rechte mehr haben und gesund getestete „Immunisierte“ keine einzige Karnevalssitzung und nicht einmal die Prinzenproklamation im Gürzenich, die wie ein Theaterstück im Sitzen stattfindet, besuchen dürfen. Ist das wirklich sinnvoll?

Das sagt die Stadt Köln zum Corona-Regel-Schwachsinn

Die Stadt Köln beruft sich nüchtern auf die aktuell geltende Coronaschutzverordnung des Landes NRW: „Die aktuell geltende Coronaschutzverordnung des Landes erlaubt weiterhin Theateraufführungen, zu denen nur noch Immunisierte Zugang erhalten (2G-Zugangsregel; vgl. § 4 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 CoronaSchVO). Hierbei ist zu beachten, dass in Innenräumen die Maskenpflicht gilt (vgl. § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 CoronaSchVO). Zudem gilt aktuell die Obergrenze von maximal 750 Personen für zulässige Veranstaltungen in Innenräumen (vgl. § 4 Abs. 5 CoronaSchVo).“

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