„Unvorstellbare Brutalität“: neue Details im Missbrauchskomplex Wermelskirchen

Im Missbrauchskomplex Wermelskirchen kommen immer mehr erschreckende Details ans Licht. Nach neuesten Erkenntnissen sollen mindestens 85 Personen involviert gewesen sein.
Missbrauch von Kindern - behutsamer Umgang bei Ermittlungen
Eine Polizistin recherchiert. Foto: Jan Woitas/dpa
Missbrauch von Kindern - behutsamer Umgang bei Ermittlungen
Eine Polizistin recherchiert. Foto: Jan Woitas/dpa

Neue Erkenntnisse im Missbrauchskomplex Wermelskirchen: Inzwischen wird gegen 85 Beschuldigte ermittelt. Es gebe 84 Ermittlungsverfahren, sagte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Ermittler hatten Ende Mai über drastische Missbrauchstaten berichtet, das jüngste Opfer war einen Monat alt. Auch die Ermittlungen gegen den Hauptbeschuldigten laufen noch, hieß es in der Zwischenbilanz rund zwei Monate nach Beginn der Untersuchungen.

Der mutmaßliche Missbrauchstäter soll seine Dienste als Babysitter im Internet angeboten und sich so seinen Opfern genähert haben. Mit weiteren Männern soll er zudem Bilder und Videos von Gewalttaten ausgetauscht haben, die von „unvorstellbarer Brutalität“ seien.

Missbrauchskomplex Wermelskirchen: Kinder sollen aussagen

Um die Verbrechen aufzuklären und Täter zu verurteilen, brauchen Ermittlungsbehörden und Gerichte oft auch die Aussagen der Opfer. Das Kindeswohl müsse dabei Ausgangspunkt aller Verfahren sein, forderte Astrid Helling-Bakki, Geschäftsführerin von Childhood Deutschland. „Wir sollten dafür sorgen, dass es überall selbstverständlich ist, Kinder in Verfahren bestmöglich zu schützen und zu stärken“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Das NRW-Innenministerium wies darauf hin, dass eine Befragung der jungen Opfer altersgerecht, „offen und nicht suggestiv sein“ solle und für eine gute Gesprächsatmosphäre ein kindgerechter Anhörungsraum sinnvoll sei. Ein solcher war gerade bei der Polizei in Recklinghausen entstanden: Während eine audiovisuelle Vernehmung läuft, können sich die Kinder frei im Raum bewegen, Spielzeug liegt bereit.

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dpa