Silvester in Köln und Düsseldorf: Feiernde bewerfen Polizei mit Böllern und beißen zu

Wie Tiere gingen junge Feiernde in Köln und Düsseldorf auf Polizeibeamte los. Ein Ordnungshüter in Köln wurde sogar gebissen, andere wurden mit Böllern beworfen.
Silvester Düsseldorf
Das Schlossufer in Düsseldorf an Silvester 2022. Foto: Ristau/Tonight.de
Silvester Düsseldorf
Das Schlossufer in Düsseldorf an Silvester 2022. Foto: Ristau/Tonight.de

Nach zwei Jahreswechseln mit Corona-Maßnahmen haben die Menschen in NRW Silvester wieder ohne größere Einschränkungen gefeiert. Dabei wurde ausgiebig geböllert – und häufig ging es auch aggressiv zu.

Die Polizei in Düsseldorf rückte in der Silvesternacht nach Angaben eines Sprechers zu Einsätzen mit „diversen Randalierern und auf sich einschlagenden Personen“ aus. Die Einsätze verteilten sich über das ganze Stadtgebiet. Die Düsseldorfer Altstadt war nach Angaben eines dpa-Reporters „rappelvoll“. Eine Frau wurde während der Silvesterfeierlichkeiten in einer Wohnung mit einem Messer erstochen.

Silvester in Köln: Randalierer warfen Böller auf Personen

In Köln war die Polizei in der Silvesternacht nach Angaben einer Sprecherin mit Hunderten Kräften „an unterschiedlichen Hotspots“ im Einsatz. Mit zunehmendem Alkoholkonsum seien auch Böller in Richtung von Personen abgefeuert worden, sagte eine Polizeisprecherin. Außerdem sei es mit steigendem Alkoholpegel auch zu kleineren Auseinandersetzungen und Pöbeleien gekommen.

Wie in der Silvesternacht üblich, waren mehr Polizisten als sonst im Einsatz. NRW-Innenminister Herbert Reul hatte gesagt, er hoffe, dass die Menschen nach zwei Jahren ohne Feuerwerk behutsam damit umgingen „und die Finger von illegalen Böllern lassen“. Das helfe Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten.


Im Bereich der linksrheinischen Uferpromenade, schwerpunktmäßig an der Frankenwerft, hielten sich ab dem Abend tausende Personen auf, darunter auch provokant auftretende Jugendliche, die vereinzelt mit Raketen in die Menge schossen. Auch am Görlinger Zentrum in Köln-Bocklemünd waren die Einsatzkräfte gefordert, da bereits ab circa 20.40 Uhr bis nach Mitternacht größere Gruppen junger Männer aggressiv auftraten und dabei auch die Polizisten mit Feuerwerkskörpern bewarfen. Mit fortschreitendem Alkoholkonsum wurden die Einsatzkräfte vermehrt zu Schlägereien gerufen. Mindestens 40 Personen erlitten nach derzeitigen Erkenntnissen Verletzungen, darunter auch ein Polizist, der nach dem Biss einer 23-Jährigen in seinen Finger nicht mehr dienstfähig war. Die junge Frau hatte gegen 3.20 Uhr am Hohenzollernring einem Mann im Streit gegen den Kopf getreten und versucht, sich mit dem Biss der Einlieferung in das Polizeigewahrsam zu widersetzen.

In einigen Großstädten in NRW waren für die Silvesternacht aus Sicherheitsgründen Böllerverbotszonen eingerichtet worden. In Köln, Düsseldorf, Bielefeld und Dortmund etwa durften zum Jahreswechsel Feuerwerkskörper nur außerhalb der Sperrzonen gezündet werden.