Silvester-Horror in Köln: Vergewaltigung, Belästigung, Körperverletzung – Polizei zieht Bilanz

Für Polizei, Rettungskräfte und Feuerwehr war es ein Jahreswechsel des Grauens! Nach zwei stillen Silvesterabenden dank Corona hatten die Einsatzkräfte 2022 alle Hände voll zu tun, friedlich Feiernde aber auch sich selbst zu schützen.
Foto: dpa/Boris Roessler
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In Köln eskalierten die „Feierlichkeiten“ zum Jahreswechsel zwar nicht so heftig wie in Berlin und Frankfurt. Dennoch verzeichnete die Polizei knapp 400 Straftaten in der Nacht zum neuen Jahr. Jetzt ziehen die Behörden Bilanz!

Doch auch sechs Tage nach Silvester gelten die Zahlen der verschiedenen Straftaten nur als „vorläufig“, wie die Polizei Köln am Freitag, 6. Januar, mitteilt.

Bis jetzt zählen die Beamten 383 Straftaten in der Silvesternacht im gesamten Stadtgebiet. Zum Vergleich: 2017 waren es 398, im Jahr 2018 wurden 391 verzeichnet. „Im Jahreswechsel 2022/2023 liegt Köln damit im silvestertypischen Rahmen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Aber: Bei der Betrachtung der Feierzonen in der Altstadt, der Neustadt und im Stadtteil Deutz ergibt sich ein abweichendes Bild. Hier sind die Kriminalitätszahlen in diesem Jahr im Fünfjahresvergleich leicht angestiegen. Die Stadtteile Altstadt-Nord sowie Neustadt-Nord weisen das jeweils höchste Straftatenaufkommen im Vergleich der fünf ausgewerteten Stadtteile auf. Welcher Anteil dieser Strafanzeigen tatsächlich mit den Feiern zum Jahreswechsel im Zusammenhang steht, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend sagen. Bei typischen Delikten, bei denen ein solcher Bezug vermutet werden kann, ergibt sich in diesem Jahr folgende Verteilung:

  • sechs Sexualstraftaten in der Altstadt, Neustadt und in Deutz, davon vier sexuelle Belästigungen, eine Vergewaltigung und ein Fall von Exhibitionismus -> Zahl im Fünfjahresvergleich gesunken
  • 61 Körperverletzungen in der Innenstadt -> Zahl im Fünfjahresvergleich gestiegen
  • 45 Taschendiebstähle in der Altstadt, Neustadt und in Deutz -> Zahl im Fünfjahresvergleich gestiegen
  •  neun Sachbeschädigungen in der Altstadt, Neustadt und in Deutz -> Zahl im Fünfjahresvergleich gesunken

Was Tonight News auf Nachfrage erfuhr:

In der Silvesternacht wurden insgesamt 21 Personen (19 Männer, 2 Frauen) in Köln mit unmittelbarem Silvester-Zusammenhang in Gewahrsam genommen.

Die Ingewahrsamnahmen haben unterschiedliche Gründe. In den überwiegenden Fällen sind alkoholisierte, hilflose oder aggressiv auftretende Personen in Gewahrsam genommen worden. Letztere mit dem Grund, absehbare Auseinandersetzungen zu verhindern oder bei Weigerung, einen Ort zu verlassen, einen Platzverweis durchzusetzen. Ein Polizeibeamter wurde durch einen Biss in den Finger durch eine in Gewahrsam genommene Türkin verletzt.

Silvester-Chaos in Köln: Wer waren die Täter?

Bei den Silvester-Straftätern in Köln handelt es sich laut Polizei um neun Deutsche, eine Irakerin, einen Iraker, einen Iraner, einen Albaner, einen Bulgaren, einen Syrer, einen Somalier, eine Türkin, zwei Marokkaner, einen Tunesier und einen Algerier. Bei zwei der gefassten Deutschen lassen die Namen laut Polizei auf einen Migrationshintergrund schließen.