Pöbeleien und Tränen: Mallorca-Flug von Köln/Bonn versinkt im Chaos – Passagiere rufen Polizei

Das Flughafen-Chaos nimmt kein Ende: Statt auf Mallorca ist ein geplanter Ryanair-Flug von Köln/Bonn mit einem Polizei-Anruf geendet.
Flughafen Köln/Bonn Ryanair-Flugzeug
Ein Ryanair-Flugzeug auf dem Vorfeld des Flughafen Köln/Bonn. Foto: Federico Gambarini/dpa
Flughafen Köln/Bonn Ryanair-Flugzeug
Ein Ryanair-Flugzeug auf dem Vorfeld des Flughafen Köln/Bonn. Foto: Federico Gambarini/dpa

Dass es an deutschen Flughäfen derzeit chaotisch zugeht, ist kein Geheimnis. Doch das, was die Personen, die am vergangenen Donnerstagabend mit Ryanair von Köln/Bonn nach Mallorca fliegen wollten, erlebt haben, ist selbst dieser Tage noch hervorzuheben.

Wie eine Passagierin der „Mallorca Zeitung“ schilderte, sollte die Maschine planmäßig um 17.40 Uhr in Richtung der beliebten Ferieninsel starten. Doch daraus wurde nichts: Zunächst sei der Flug auf 19.10 Uhr, später sogar auf 20.15 Uhr verschoben worden. „Jedes Mal mussten wir das Gate wechseln“, erinnert sie sich.

Dass das am Ende des Abends das kleinste Übel gewesen sein sollte, damit rechnete zu diesem Zeitpunkt wohl noch niemand – zumal das Flugzeug um 21.15 Uhr endlich betreten werden konnte. Doch schon rund 15 Minuten später wurde die Hoffnung auf einen halbwegs versöhnlichen Tagesabschluss zerschlagen. Der Pilot überbrachte die schlechte Nachricht: Der Flieger habe den Zeit-Slot für den Abflug verpasst. Nächste Möglichkeit: in drei Stunden. Ryanair reagierte mit einer Stornierung.

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Flug von Köln/Bonn nach Mallorca: Passagiere rufen die Polizei

Die nun verständlicherweise schlechte Stimmung unter den Passagieren bekam einen weiteren Schlag, als keine Busse bereitstanden, die sie zurück in das Flughafen-Gebäude bringen konnten. Anrufe des Piloten blieben dahingehend erfolglos, sodass sich immer mehr Unzufriedenheit breit machte: Eine weitere Passagierin berichtete, wie die typischen Ballermann-Gruppen zu pöbeln begannen, Leute verbotenerweise zu rauchen begannen und andere anfingen zu weinen. „Die Flugbegleiterin war den Tränen nahe und sagte ins Mikrofon, sie wolle auch einfach nur nach Hause“, sagt die 23-Jährige.

Einige Anwesende hätten ihr Glück dann selbst in die Hand genommen. „Wir haben angefangen, alle möglichen Leute anzurufen“, berichtet sie. Weil die Flughafen-Hotline nicht helfen konnte, sei letztlich sogar die Polizei kontaktiert worden, die wiederum zur Flughafen-Polizei durchgestellt habe. „Ich hatte einen Beamten am Apparat, der den Flughafen per Videokamera überwachte. Er konnte mir dann sagen, dass endlich Busse kommen“.

Allerdings, so scheint es, hatte Ryanair den Transport selbst organisiert. Denn: Auf Anfrage der Zeitung konnte die Bundespolizei am Flughafen keinen Einsatz bestätigen. Ein Sprecher des Flughafens sagte: „Nach einem abendlichen Gewitter und den daraus resultierenden Verzögerungen im Betriebsablauf des Flughafens hat die Bereitstellung der Busse im konkreten Fall einige Minuten länger gedauert als gewöhnlich.“ Letztlich konnten die Passagiere den Flieger rund eine Stunde nach der Flugabsage verlassen.

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