Kölner Polizei schoss auf Kriminellen – Obduktionsbericht enthüllt ganzes Drama

Nach einem versuchten Überfall soll sich im Kölner Stadtteil Ehrenfeld ein Mann den Aufforderungen der Polizei widersetzt haben, sein Messer fallen zu lassen. Ein Polizist schoss auf den Verdächtigen. Nun liegt ein vorläufiges Obduktionsergebnis vor, das Klarheit über ein mögliches Fehlverhalten seitens der Beamten liefern soll.
Ein Kreuz steht an der Kreuzung Vitalisstrasse/Vogelsangerstrass. Die Staatsanwaltschaft prüft nach dem Tod eines bewaffneten Mannes bei einem Polizeieinsatz mit Schussabgabe, ob den beteiligten Polizisten Fehlverhalten vorzuwerfen ist. Foto: Oliver Berg/dpa
Ein Kreuz steht an der Kreuzung Vitalisstrasse/Vogelsangerstrass. Die Staatsanwaltschaft prüft nach dem Tod eines bewaffneten Mannes bei einem Polizeieinsatz mit Schussabgabe, ob den beteiligten Polizisten Fehlverhalten vorzuwerfen ist. Foto: Oliver Berg/dpa

Rund eine halbe Woche nach dem Tod eines bewaffneten Mannes bei einem Polizeieinsatz mit Schussabgabe in Köln liegt das vorläufige Obduktionsergebnis vor. Demnach waren sowohl die Schussverletzung als auch eine Halsverletzung so gravierend, dass sie jeweils zum Tode geführt hätten, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Köln am Montagabend (11. Dezember) mit. Und: „Todesursächlich war hier letztlich die Kombination beider Verletzungen.“ Die Halsverletzung hatte sich der 36-Jährige nach aktuellem Erkenntnisstand selbst zugefügt.

Die Ermittlungen zum genauen Geschehensablauf würden noch andauern. „Unter anderem werden hierzu die Aufnahmen der im Einsatz getragenen Body-Cams ausgewertet“, sagte die Sprecherin auf dpa-Anfrage weiter.

Mann legte sein Messer nicht aus der Hand

Der 36-jährige Mann aus Euskirchen (NRW) hatte früheren Angaben zufolge bei dem Einsatz am Donnerstagabend (7. Dezember) ein Messer bei sich, das er nicht, wie von den Polizisten gefordert, weggelegt haben soll. Ein Polizist schoss ihm einmal in den Oberkörper. Der Mann soll sich am Boden liegend noch selbst schwer mit dem Messer verletzt haben. Er starb später in einer Klinik.

Der 36-Jährige soll vorher zwei Frauen bedrängt und mit Gewalt versucht haben, an ihr Auto zu kommen. Nachdem ihm das misslang, floh er und stieg in ein Taxi, wie die Staatsanwaltschaft mitgeteilt hatte. Der Taxifahrer habe sich geweigert und sei ausgestiegen. Als der 36-Jährige auf den Fahrersitz gewechselt sei und versucht habe loszufahren, sei er von zwei Polizisten gestellt worden.

Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte am Freitag mitgeteilt, es werde geprüft, ob den beteiligten Polizisten Fehlverhalten vorzuwerfen ist. Man habe ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren aufgenommen. Die Polizisten würden dabei als Zeugen vernommen.

>> A555 bei Köln: Zwei Menschen verbrennen im Auto – 1. FC Köln-Nachwuchsspieler an Unfall beteiligt <<

 

dpa