Giftmord an zwei Frauen: Hat Mann aus Hürth auch einen Säugling getötet?

Der Psycho-Thriller um eine Familie aus Hürth ist immer noch nicht vorbei. Nach zwei mutmaßlich vergifteten Frauen ist jetzt auch ein Säugling gestorben.
Landgericht Köln
Das Kölner Landgericht. Foto: Oliver Berg/dpa
Landgericht Köln
Das Kölner Landgericht. Foto: Oliver Berg/dpa

Es waren schockierende Nachrichten, als das Grab einer verstorbenen alten Dame wieder ausgegraben wurde, um ihre Todesursache rückwirkend festzustellen. Jetzt muss sich der Mann (41) aus Hürth (NRW) wegen Giftmordes an zwei Frauen und einem Mordversuch vor dem Landgericht in Köln verantworten. Der 41-Jährige soll seine Ehefrau und die Großmutter (92) seiner neuen Lebensgefährtin mit dem Schwermetall Thallium vergiftet haben. Seine seinerzeit schwangere und 36 Jahre alte Lebensgefährtin konnte gerettet werden. Wie Gerichtssprecher Jan Orth am Dienstag auf Anfrage bestätigte, ist nun auch der kürzlich geborene Säugling gestorben.

Die zuständige Kammer des Landgerichts habe die Obduktion des Babys angeordnet, sagte Orth. Dabei soll geklärt werden, ob der Tod des Kindes möglicherweise in Zusammenhang mit der Vergiftung der Lebensgefährtin steht, in deren Blut das Thallium nachgewiesen worden war. Die „Kölnische Rundschau“ (online) und der „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwoch-Ausgabe) berichteten.

Die Anklage lautet derzeit auf zweifachen Mord sowie versuchten Mord in Tateinheit mit versuchtem Schwangerschaftsabbruch. Als Mordmerkmale nimmt die Staatsanwaltschaft Heimtücke und Grausamkeit an. Laut Anklage hatte der Krankenpfleger den drei Frauen das Thallium 2020 und 2021 verabreicht. Das früher als Rattengift eingesetzte Mittel ruft unter anderem Herzrasen, Krämpfe, Organschäden oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt hervor. Der Prozess gegen den 41-Jährigen soll nach Gerichtsangaben am 19. September beginnen.

dpa