Neues Stadt-Logo: Kölns Alt-OB Schramma ruft Bürger zum Boykott auf

Mitten in der Corona- und Flüchtlingskrise plant die Stadt Köln, ein neues Logo einzuführen. Alt-OB Fritz Schramma kann es nicht fassen.
Fritz Schramma Alt-OB Köln
Fritz Schramma ist nicht überzeugt vom neuen Logo der Stadt Köln. Foto: Fritz Schramma
Fritz Schramma Alt-OB Köln
Fritz Schramma ist nicht überzeugt vom neuen Logo der Stadt Köln. Foto: Fritz Schramma

„Haben die jetzt nichts Wichtigeres zu tun?“ Diese Frage stellt sich der Kölner Alt-OB Fritz Schramma (74, CDU) im Gespräch mit Tonight News. Köln erwartet derzeit Tausende Flüchtlinge aus der Ukraine. Die Corona-Krise ist auch noch längst nicht überstanden. Dennoch arbeitet die Stadt Köln gerade an einer optischen Umstellung – in Form eines neuen Stadt-Logos.

Tonight News berichtete über das neue Design, das bald auf allen Plakaten, Briefen und Online-Auftritten der Stadt Köln zu sehen sein wird. Ab Juli 2022 soll das alte Logo in Rot-Weiß mit den beiden Domspitzen verschwinden. Stattdessen wolle man ein neutraleres Logo ohne Dom einführen. Eine Marktanalyse habe ergeben, dass das alte Logo von Befragten als „altbacken, von oben herab und emotionslos“ empfunden werde. Ob das neue Logo, welches schlicht um die Domspitzen und den roten Balken reduziert wurde, nun „emotionaler“ erscheinen wird, bleibt abzuwarten.

Fritz Schramma kann dem neuen Entwurf jedenfalls nichts abgewinnen. Der CDU-Mann, der Köln von 2000 bis 2009 regierte, hat das alte Logo damals immerhin selbst mitgestaltet und ist angesichts des Vorhabens der Stadt auf dem Baum: „Ich mische mich normalerweise nicht in die aktuelle Stadtpolitik ein, doch jetzt reicht’s mir. Man würde sich ja gerne sachlich, fachlich über die (notwendige?) Veränderung eines Stadt-Logos unterhalten. Aber nach diesem unqualifizierten, unzutreffenden Urteil einer Werbeagentur, muss ich mich als ehemaliger Oberbürgermeister und Mitgestalter des bisherigen Logos einmal melden.“ Der Kölner geht noch einen Schritt weiter und ruft die Bürger auf, sich gegen die „Modernisierung des Logos“ zu wehren!

Auf Facebook ist man ganz Schrammas Meinung. Positives Feedback zum neuen Logo sucht man unter einem Post des Domradios vergebens. Auch Domdechant Robert Kleine ist nicht gerade erfreut über das Vorhaben der Stadt. Im Domradio sagte er kürzlich: „Das neue Logo und der Spruch sind beliebig. Dabei stand es uns in Köln gut zu zeigen: ‚Wir sind es, die den Dom haben.'“

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