Mehr Flüchtlinge als 2015: Stadt Köln veröffentlicht aktuelle Zahlen

Nicht nur aus der Ukraine, sondern auch aus dem Irak, Syrien, Afghanistan und Co. strömen derzeit Tausende Flüchtlinge nach Köln. Die Stadt veröffentlicht nun erschreckende Zahlen.
Ankunft von Flüchtlingen in Dresden
Flüchtlinge werden von der Polizei in Empfang genommen. Foto: Robert Michael/dpa
Ankunft von Flüchtlingen in Dresden
Flüchtlinge werden von der Polizei in Empfang genommen. Foto: Robert Michael/dpa

Die Stadt Köln rechnet in den kommenden Wochen mit deutlich mehr Geflüchteten. Zum einen dauert der russische Angriffskrieg in der Ukraine weiter an. Zum anderen gibt es eine erhöhte Zahl von Asylsuchenden aus dem Nahen und Mittleren Osten (Syrien, Irak, Iran und Afghanistan). Hinzu kommt, dass sich auch wieder mehr Menschen aus Westbalkanländern auf den Weg in die Europäische Union machen.

Nach einer Prognose von Bund und Land erwartet die Stadt Köln für den Winter einen erhöhten Bedarf an städtischen Unterbringungsplätzen für 3000 bis 5000 Personen.  Aktuell bringt die Stadt Köln bereits rund 10.000 Geflüchtete unter. Insgesamt rechnet die Stadt Köln bis März 2023 mit einer Steigerung auf bis zu 15.300 Geflüchtete, die städtisch untergebracht werden müssen, davon kommen rund 4.000 Geflüchtete aus der Ukraine

Die Zuzugs- und Unterbringungsprognosen sind dabei mit der Fluchtbewegung in den Jahren 2015/2016 vergleichbar. So waren im Juli 2016 rund 13.842 Geflüchtete in Köln durch das Amt für Wohnungswesen in Unterkünften untergebracht, die bisher höchste Zahl, die nun jedoch noch übertroffen werden könnte.

Flüchtlinge in Köln: Das ist die aktuelle Unterbringungssituation

Die bisherigen Kapazitäten der städtischen Unterkünfte sind nahezu erschöpft. In Beherbergungsbetrieben sind derzeit rund 2000 geflüchtete Menschen untergebracht. In den nächsten Tagen wird darüber hinaus die Belegung einer weiteren Hotelanlage beginnen, die Platz für rund 400 Personen bietet. Da Beherbergungsbetriebe anders als in den letzten Jahren vielfach durch Tourismus und Messegeschäft stark nachgefragt sind, sind die vergangenen Möglichkeiten mit weiteren Betrieben Belegungsvereinbarungen abzuschließen, begrenzt. Weiterhin leisten die Kölner einen unschätzbar wichtigen Beitrag zur Aufnahme von Geflüchteten. Privat sind aktuell geschätzt 10.000 Geflüchtete untergekommen. Durch die angespannte Unterbringungssituation in Köln ist derzeit die städtische Katastrophenschutz-Einrichtung in der Boltensternstraße durch Geflüchtete belegt, welche kurzfristig aber wieder freigegeben werden muss.

Erweiterte Maßnahmen zur Unterbringung von Menschen auf der Flucht

Zur aktuellen Situation hält Dr. Harald Rau, Beigeordneter für Soziales, Gesundheit und Wohnen fest: „Die Verwaltung arbeitet unter Hochdruck an der kurz- und mittelfristigen Schaffung von Platzkapazitäten für Geflüchtete. Die zu erwartenden Zuwanderungsbewegungen übersteigen unsere bestehenden Kapazitäten. Die Stadt Köln macht jedoch alles möglich, um eine menschenwürdige Unterbringung bestmöglich zu gewährleisten. Wir stehen außerdem im Austausch mit der Bezirksregierung Arnsberg, um die Weiterleitung von in Köln ankommenden Geflüchteten neu zu koordinieren und eine bessere zentrale Verteilung auf andere Kommunen zu erreichen. Die Solidarität und das Engagement der Kölner*innen sind  in der aktuellen Situation von unschätzbaren Wert. “

Aktuell sei geplant, erneut eine Halle der Koelnmesse ab November 2022 über den Winter anzumieten. Hierdurch könnten kurzfristig rund 1.000 Plätze geschaffen werden. Darüber hinaus prüfe die Verwaltung weitere Flächen und Standorte, die kurzfristig zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt werden können. Auch die Errichtung von Großzelten für die temporäre Unterbringung von Geflüchteten werde derzeit mit Betreibern verhandelt.