Lehrer in Köln bekommen Dienst-iPads – 1000 von ihnen geben sie aus Protest zurück

Protest! 1000 Lehrer in Köln haben ihre Dienst-iPads zurückgegeben. Anscheinend sind mit ihnen einfachste technische Sachen nicht umzusetzen.
Schulausfall Sturm
Den Anblick dürften alle aus der Schulzeit kennen – ein leerer Klassenraum. Foto: Caroline Seidel-Dißmann/dpa
Schulausfall Sturm
Den Anblick dürften alle aus der Schulzeit kennen – ein leerer Klassenraum. Foto: Caroline Seidel-Dißmann/dpa

Die Digitalisierung im deutschen Bildungswesen ist eine Geschichte für sich – das haben insbesondere die vergangenen zweieinhalb Pandemie-Jahre gezeigt. Gerade in den Lockdown-Zeiten mit Schließungen sind Schulen und Universitäten ins Wanken gekommen. Nun hat es den nächsten Fauxpas gegeben.

Es war zuerst einmal ein gut gemeinter – wenn auch vermutlich längst überfälliger Schritt: Lehrer in Köln wurden zuletzt mit Dienst-iPads ausgestattet. Das ist natürlich einerseits nützlich in Hinblick darauf, dass niemand so recht weiß, wie hart es uns im dritten Corona-Winter wieder mit Einschränkungen erwischt. Andererseits ist das in vielen anderen Ländern längst Norm.

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Allerdings hat es offenbar auch in diesem Fall nicht geklappt, ein Projekt ohne ein „Aber“ über die Bühne zu bekommen. Denn wie die „Bild“ berichtet, haben nun rund 1000 Lehrer, die mit den Tablets ausgestattet wurden, reagiert und ihre Geräte kurzerhand wieder zurückgegeben – aus Protest.

Nicht etwa aus Protest dagegen, dass moderne Strukturen installiert werden sollen. Stattdessen gehe es darum, wie die Geräte ausgestattet waren. Die Bildungsgewerkschaft GEW redet davon, dass die Tablets „absolut untauglich für den Alltag“ seien. Hierbei scheinen die Probleme bei alltäglichen Sachen für den Schul-Alltag 2022 zu liegen – Formulare können augenscheinlich nicht entsprechend bearbeitet werden und auch die technischen Voraussetzungen für Videokonferenzen alles andere als ideal.

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Jochen Ott von der SPD hat wegen dieses Sachverhaltes eine Anfrage gestellt. Dabei gehe es genau um diese Probleme und die Frage, wie viele Geräte aus solchen Gründen im kompletten Bundesland Nordrhein-Westfalen zurückgegeben worden seien. Es zeichnet sich jedenfalls ab, dass die Vorbereitungen auf den nächsten Corona-Winter nicht gerade einwandfrei laufen.