Lauterbach über Kölner Corona-Fiasko: Karneval, Fußball und Weihnachtsmärkte verantwortlich

SPD-Politiker Karl Lauterbach sieht einen Zusammenhang zwischen der hohen Inzidenz in Köln und den Veranstaltungen der vergangenen Wochen. Er spricht sich für mehr Kontrollen und schärfere Begrenzungen aus.
Karl Lauterbach
Foto: Kay Nietfeld/dpa

Den zweiten Tag in Folge liegt die Inzidenz in Köln bei über 450, den dritten Tag über 400. Zum Vergleich: Die Inzidenz für ganz NRW beträgt in den vergangenen Tagen „nur“ rund 290. Damit sticht die Domstadt nicht nur hervor, sie führt das Ranking in Nordrhein-Westfalen vor Minden-Lübbecke (401,3) und dem Kreis Herford (383,2) sogar an – mit deutlichem Abstand.

In den Augen von SPD-Politiker Karl Lauterbach gibt es dafür klare Gründe. So wären der Karnevalsbeginn am 11. November, die Öffnung der Weihnachtsmärkte um den 20. November und das ausverkaufte Müngersdorfer Stadion beim Derby zwischen Gladbach und Köln absolute Pandemietreiber gewesen, wie er bei Twitter schrieb:

Seine Meinung bekräftigte Lauterbach auch noch mal im Interview mit „Express“: „Wir haben das falsche Signal gesetzt: Fußball in vollen Stadien, Weihnachtsmärkte werden betrieben. Da ist ein Schlendrian eingekehrt.“ Daher fordert der Politiker deutlich mehr und deutlich schärfere Kontrollen. Es könne nicht angehen, dass Parksünder dieser Tage öfter bestraft würden als Personen, die ohne gültige Tests oder Nachweise unterwegs seien.

Neben schärferen Kontrollen bittet der mögliche Nachfolger von Gesundheitsminister Jens Spahn auch darum, die Auswärtsfans aktuell nicht zuzulassen. Schließlich sei besonders das Herumreisen in Bahnen und Bussen zu Tausenden jedes Wochenende der Eindämmung der Pandemie nicht zuträglich. Deshalb solle man die Besucherzahl im Stadion im besten Fall auf 5000 Zuschauer begrenzen. „Von der Anreise her betrachtet ist die Überprüfbarkeit bei dieser Größenordnung möglich“, sagt der 58-Jährige dazu.