Krankenhaus-Bericht aus Köln: 43 Prozent der Corona-Patienten vollständig geimpft

Haben wir eine "Pandemie der Ungeimpften", wie es etwa Alt-Gesundheitsminister Jens Spahn abermals betonte? Laut eines aktuellen Krankenhaus-Berichtes aus Köln sind aktuell 43 Prozent der hospitalisierten Covid-Patienten vollständig geimpft.
Krankenhaus Intensivstation Beatmung
Foto: Peter Kneffel/dpa

Zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland sind gegen das Coronavirus geimpft. Die Zahlen sinken dennoch schleppend langsam! Haben wir eine „Pandemie der Ungeimpften“? Und kann das bei einer so hohen Impfquote überhaupt sein? Rund 74 Prozent der Kölner sind geimpft. In der Zahl sind das 824.387 Personen. Wie Tonight News von der Stadt Köln erfuhr, lagen (Stand Freitag, 10. Dezember) 86 Patienten wegen einer Covid-19-Infektion im Krankenhaus. Erschreckend: 37 davon, also 43 Prozent, sind vollständig geimpft! Von den 86 hospitalisierten Corona-Patienten lagen 22 auf der Intensivstation. Davon sind wiederum neun vollständig geimpft. Ob unter den neun auch Geboosterte sind, ist bislang unklar.

Der Anteil der Geimpften liegt damit zwar etwas unter der Hälfte der hospitalisierten Corona-Patienten, spiegelt aber auch das Verhältnis „ungeimpft-geimpft im Krankenhaus“ in ganz Deutschland wider. Der Anteil der trotz doppelter Impfung hospitalisierten Menschen in der Bundesrepublik liegt nämlich bei 43 Prozent und betrifft alle Altersgruppen. Das gab das Robert-Koch-Institut (RKI) noch am Donnerstag, 9. Dezember 2021, bekannt.

Prozentual betrachtet ist der Anteil an geimpften hospitalisierten Patienten im Vergleich zu ungeimpften aber dennoch deutlich geringer, da die Gesamtzahl der „vollständig Immunisierten“ höher ist.

Corona in Köln: So viele Geimpfte sind an Corona gestorben

Wie unsere Redaktion auf Nachfrage von der Stadt erfuhr, habe es in Köln 44 „Corona-Tote“ mit vollständigem Impfschutz gegeben.

In der Domstadt lag der Anteil der Impfdurchbrüche in den letzten Wochen zwischen 40 und 50 Prozent. Aufgrund der massiven Überlastung des Gesundheitsamtes, soll die eigentliche Zahl der Impfdurchbrüche eigentlich sogar deutlich höher sein. Die Behörde komme mit der Registrierung der hinzukommenden Impfungen nämlich nicht mehr hinterher. Somit sei mit einem nachträglichen Anstieg der Impfdurchbrüche in Köln zu rechnen.

Die Stadt Köln macht auf Instagram fleißig Werbung fürs Impfen – unter anderem mit dem Slogan „Impfung – du bes e Jeföhl!“

 

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Und: Auch der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rät allen Geimpften zum Booster! Für das Durchbrechen der vierten Welle sei die Drittimpfung „unfassbar wertvoll.“ Bereits im April/Mai 2022 rechnet der Gesundheitsökonom mit einem neuen Impfstoff, der speziell auf die neue Corona-Variante Omikron angepasst ist. Doch auch der aktuell verfügbare Booster schütze laut dem gebürtigen Dürener vor einem schweren Verlauf und vor einem Aufenthalt auf der Intensivstation– auch bei einer Infektion mit Omikron.

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