Kölner Karneval: Rosenmontagszug soll unter 2G stattfinden

Nachdem Düsseldorf den Rosenmontagszug auf Mai verschoben hat, sind auch die Kölner Jecken in Sorge. Findet der Zoch statt?
Rosenmontag
Der Rosenmontagszug 2020 in Köln. Foto: Ewa Studio/Shutterstock

Wilde Spekulationen im Kölner Karneval! Nachdem das Comitee Düsseldorfer Karneval seinen berühmten Rosenmontagszug mit den auffälligen und politischen Wagen von Jacques Tilly auf Mai 2022 verschoben hat, sind die Jecken in Köln in Sorge. Denn: Bereits in diesem Jahr konnte aufgrund der Corona-Pandemie kein Rosenmontagszug stattfinden. Demnach wäre es die zweite Zoch-Absage in Folge – und eine Horror-Vorstellung für jeden kölschen Jecken! Wie Tonight News vom Festkomitee Kölner Karneval erfuhr, fand am Donnerstag (25. November) eine Konferenz mit der NRW-Staatskanzlei statt, an der eigentlich alle Karnevalshochburgen – Köln, Düsseldorf, Aachen und Bonn – teilnehmen sollten. Doch weil man sich über die Aktion der Düsseldorfer, den Rosenmontagszug einfach in Eigenregie und ohne Absprache auf Mai 2022 zu vertagen, dermaßen ärgerte, wurde das Comitee Düsseldorfer Karneval von der Besprechung spontan ausgeschlossen.

Kölner Karneval: Sorge um Rosenmontagszug 2022

Eine 100-prozentige Ab- oder Zusage für den Rosenmontagszug im Jahr 2022 gibt es aber auch nach der Konferenz nicht. „Wir wissen ja noch gar nicht, welche Maßnahmen das Land NRW dann bestimmt hat und ob so eine Veranstaltung überhaupt stattfinden darf“, sagt Michael Kramp aus dem Festkomitee-Vorstand. Nach der Konferenz ist klar: Es werden alle Karnevalsveranstaltungen, darunter auch die Rosenmontagszüge, angepasst an die Entwicklungen der Pandemie und die jeweils geltenden Coronaschutzverordnungen geplant. Anders als in Düsseldorf werde es in den anderen Hochburgen Aachen, Köln und Bonn keine Veranstaltungen außerhalb der Session geben.

Die Festkomitees zeigten sich bei der Konferenz schwer enttäuscht bis wütend über das Verhalten der Düsseldorfer. Gleich der erste Punkt der Pressemitteilung zeigt es: „Köln, Bonn und Aachen lehnen willkürliche Verschiebung der Session strikt ab“. Die Begründung: Der Karneval sei „kein reines Partyevent, das man beliebig planen und verschieben kann.“ Viel mehr sei er „ein jahrhundertealtes Brauchtum und bewegt sich als solches in einem festen zeitlichen Rahmen.“ Dabei beziehen die Kölner Karnevalisten sich auf den „Kirchenkalender“, nach dem die Session zwangsläufig an Aschermittwoch mit Beginn der Fastenzeit ende. Mit der Einhaltung des zeitlich vorgegebenen Rahmens wollen die Karnevalshochburgen sich klar von Düsseldorf abheben: „Als Träger des Immateriellen Kulturerbes der Bundesrepublik Deutschland sieht sich das Festkomitee Kölner Karneval zur Einhaltung der zeitlichen Abläufe verpflichtet und stellt damit den kulturellen Aspekt des Festes klar über wirtschaftliche Interessen.“

Rosenmontagszug: Köln wirft Düsseldorf Brauchtum-Bruch vor

FK-Präsident Christoph Kuckelkorn kann sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Es ist mehr als traurig, dass in Düsseldorf rein wirtschaftliche Gründe dafür sorgen, dass alle Regeln des Brauchtums über Bord geworfen werden.“ Bereits im vergangenen Jahr habe man in Köln zeigen können, dass Karneval mehr sei als bunte Partys und kommerzielle Events. Sollte die Pandemie auch in der Session 2022 keine Züge und Veranstaltungen zulassen, werde man wie in der letzten Session wieder zu „kreativen Lösungen“ greifen müssen. Kuckelkorn: „Das entspricht viel mehr der Seele des Karnevals, als einfach alle Sitzungen und Züge ins Frühjahr zu verlegen. Wir wollen nicht um jeden Preis feiern!“

 

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Kölner Karneval: Rosenmontagszug soll unter 2G stattfinden

Neben den Unstimmigkeiten mit dem Comitee Düsseldorfer Karneval wurden aber auch noch die eigentlich wichtigen Programmpunkte der Konferenz abgearbeitet – zum Beispiel, ob die Rosenmontagszüge in Köln, Bonn und Aachen denn in der „zeitlich exakt definierten Session“ überhaupt stattfinden dürfen. In der Pressemitteilung heißt es: „Köln hat schon vor geraumer Zeit den 2G-Nachweis für Zugteilnehmer festgelegt. Dieser gilt auch für die Zuschauer.“ Heißt im Klartext: Den Rosenmontagszug dürfen sich nur Geimpfte und Genesene ansehen.

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