Kölner Clubs dürfen bald wieder öffnen – wollen und können sie es auch?

Seit zwei Jahren stehen Clubs in ganz Deutschland still. Lediglich für zwei Monate durften Diskotheken Mitte 2021 temporär öffnen. Jetzt hoffen Kölner Club-Betreiber auf ein baldiges Comeback. Doch kommt die Entscheidung der Politik zu spontan?
Party
Tanzen im Nachtclub. Foto: hurricanehank/Shutterstock
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Tanzen im Nachtclub. Foto: hurricanehank/Shutterstock

Nach zwei Monaten Öffnung und einer Party-Planung bis ins Frühjahr traf es Kölner Club-Betreiber Anfang Dezember 2021 wie ein Schlag, als die neue Coronaschutzverordnung NRW wieder alle Discos schließen ließ. Was damals neu war: Das Club- und Tanzverbot war nicht mehr an eine Inzidenz oder Hospitalisierungsrate gekoppelt. Diskotheken mussten ihre Türen auf unbestimmte Zeit und unabhängig von den Corona-Fällen in der jeweiligen Stadt dicht machen – ein Horror für die Gastronomen, die so überhaupt nicht mehr planen konnten.

Jetzt steht die nächste Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) an und Hendrik Wüst (CDU) macht schon im Vorfeld verheißungsvolle Andeutungen. Neben allgemeinen Lockerungen im Freizeitbereich sollen auch die Clubs wieder öffnen dürfen – und zwar schon ab dem 4. März! Doch für viele Betreiber kommt das ziemlich plötzlich. Schließlich konnten bislang keine Partys geplant werden, teilweise wurden Clubs sogar zu Corona-Testzentren umgebaut.

So auch im Reineke Fuchs, in dem sich Gäste derzeit auf Corona (schnell-)testen lassen können. Club-Sprecher David Hasert: „Die Frage ist, ob wir das schaffen. Wir haben halt noch bauliche Maßnahmen bei uns. Die Politik ist da immer sehr theoretisch. Die sagen dann: ‚Ihr könnt in zwei Wochen wieder aufmachen, freut euch doch.‘ Bei uns wird gerade aber noch eine neue Lichtanlage installiert und andere Dinge, die wir während der Pandemie angeleiert haben. Es kann durchaus sein, dass das im Reineke Fuchs noch eine bis drei Wochen länger dauert. Es wird jetzt auf jeden Fall stressig.“

>> „Spielball der Politik“: Kölner Party-Veranstalter schimpfen über Corona-Regeln << 

Clubs dürfen wieder öffnen: Das sagen Kölner Veranstalter und Club-Betreiber

Daniel Bischof, der die Party-Reihe „Lichtblick“ veranstaltet, freut sich auf sein Comeback. „Wir hatten jetzt zwei Jahre geschlossen, mit Ausnahme von zwei Monaten. Dass Kneipen geöffnet haben und Clubs nicht, halte ich für schwachsinnig. Da fehlt mir ehrlich gesagt der Sinn und auch die Stringenz. Entweder alles auf oder alles zu, aber so geht es nicht.“ Auch dass Karnevals-Partys wie „Humba Tätärä“ des Kostüm-Riesen Deiters stattfinden, ist dem Veranstalter ein Dorn im Auge: „Der Karneval wird von der Politik natürlich wieder bevorzugt. Ist ja ganz klar.“

Von der 2G-plus-Regel hält der studierte Politikwissenschaftler nichts: „Das Ganze ist post-faktisch. Es gibt keine wissenschaftlich sinnvolle Begründung für eine 2G-plus-Regel. Jeder weiß mittlerweile, dass Geimpfte und Genesene das Virus genau so verbreiten können. Aber man braucht sich ja nur mal die Entscheidungsträger angucken, dann weiß man doch schon Bescheid. Ich würde einfach gerne wieder Menschen in den Club lassen. Ich bin gegen die Segmentierung in Geimpfte und Ungeimpfte.“

Zu kurzfristig ist der voraussichtliche Öffnungstermin für den Event-Manager allerdings nicht. „Ich bekomme in der ersten März-Woche bereits Termine in den Premium-Locations wie Artheater oder Odonien. Ende März habe ich sogar schon eine Ehrenfeld-XL (Club-Hopping-Event, Anmerkung der Redaktion) geplant.“

Tonight News hat auch beim Artheater sowie beim Bootshaus angefragt. Jedoch wollen die Verantwortlichen erst nach der Bekanntgabe der Lockerungen über die Planung von Veranstaltungen debattieren.