Köln: Wie die Lutherkirche zum stylischen Wohnhaus wurde

Wohnen in einer Kirche? Ja, das geht! Die Lutherkirche im Kölner Stadtteil Mülheim beherbergt 17 Wohnungen und mehrere Geschäftsräume. Wie es dazu kam, erfahrt ihr hier.
Lutherkirche
Die umgebaute Lutherkirche in Köln-Mülheim. Foto: J. Sebastian Baer-Henney
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Die umgebaute Lutherkirche in Köln-Mülheim. Foto: J. Sebastian Baer-Henney

Seit über 125 Jahren steht die evangelische Lutherkirche im Stadtbezirk Köln-Mülheim. Mittlerweile werden in der Kirche aber keine Messen mehr abgehalten, dafür gibt es im ehemaligen Kirchenschiff jetzt 17 barrierefreie Wohnungen, die teilweise sogar rollstuhlgerecht sind.

Auch der Turm der Kirche ist inzwischen zweckentfremdet, hier befinden sich mehrere Geschäftsräume, Büros und Ateliers. Der Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde in Mülheim am Rhein Sebastian Baer-Henney zeigte sich bei der Eröffnung im Oktober 2021 regelrecht begeistert von der neuen Nutzung des ehemaligen Gotteshauses. Ein „Schmuckstück“ sei die umgebaute Kirche und ein „Stück Heimat“ für die darin wohnenden Menschen.

Verkauf der Kölner Lutherkirche wurde verworfen

Nachdem die Kirche bis auf den Turm im zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört wurde, baute man sie nach dem Krieg wieder auf. Die Wohnungen aber wurden auf dem Fundament des alten Kirchenschiffes gebaut. Diese haben zwischen 50 und 155 Quadratmeter Fläche. Hinzu kommen auch hier vier Gewerbeflächen.

Aufgrund der großen Zerstörung im zweiten Weltkrieg blieb die Kirche lange Zeit ungenutzt, bzw. wurde nur behelfsmäßig als Notkirche instandgesetzt. Viele Sicherheitsmaßnahmen konnten teils jahrelang nicht umgesetzt werden. Daher wurde zwischenzeitlich sogar angedacht, Teile der Kirche wie den Turm zu verkaufen. Diese Idee aber wurde verworfen, stattdessen setzte man darauf, die Kirche bzw. den vorhandenen Baugrund als Wohnraum zu nutzen.

6,5 Millionen Umbaukosten: Mieten der Lutherkirche sollen sie wieder einbringen

Im Oktober 2018 schließlich fand der Spatenstich statt. Etwa zwei Jahre dauerte der Umbau, dann zogen bereits die ersten Bewohner der neu umgebauten Kirche ein. Federführend für den Umbau war der Architekt Walter Maier, der ebenfalls aus Köln-Mühlheim kommt. Mit Hilfe der Mieteinnahmen, die nun generiert werden, will man die nicht gerade günstigen Umbaukosten von 6,5 Millionen Euro in den kommenden Jahren wieder reinholen.