Kölner Römergrab wird zur Touristen-Attraktion: Ein Besuch im Totenreich

Neben dem Römisch-Germanischen Museum gibt es jetzt eine weitere Anlaufstelle für Geschichts- und Kulturinteressierte, die etwas über die Alten Römer in Köln erfahren möchten: ein mystisches Römergrab in Köln-Weiden.

Eine grün gestrichene Tür öffnet sich zu einem kapellenartigen Raum, von dem steile Treppen hinunter in die Tiefe führen. Mit jedem Schritt wird es kühler, während die Schritte auf dem Stein klingen. Ein geheimnisvolles Dämmerlicht umhüllt den Besucher, der schließlich auf eine hochgezogene Falltür trifft. Dahinter liegt Kölns Pharaonengrab …

In der Kammer steht ein mit Figuren verzierter Sarkophag, dessen Grabplatte verschoben ist. Die Atmosphäre erweckt verschiedene Assoziationen – für manche an Vampire, für andere an das leere Grab und die Auferstehung. Drei Porträtbüsten stehen an den Seiten, mehr als 1800 Jahre alte Originale.

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Römergrab in Köln-Weiden kann besichtigt werden

Das Römergrab in Weiden zählt zu den besterhaltenen römischen Grabanlagen nördlich der Alpen. Es ist kein Museum, sondern ein Erlebnisraum, betont Professor Heinz Günter Horn, Vorsitzender des Fördervereins Römergrab Weiden. Die Anlage befindet sich entlang der Via Belgica, einer von den Römern angelegten Hauptausfallstraße in Köln, gesäumt von prächtigen Grabmälern.

Das Römergrab in Weiden wurde von Ehrenamtlern erschlossen und kann nun an drei Tagen in der Woche besichtigt werden. Trotz seiner Schätze und Kostbarkeiten ist es nicht überfrachtet mit Informationen und besitzt keine schriftlichen Erklärungen. Die Atmosphäre des Ortes lässt die Besucher innehalten.

Römergrab in Köln: Erweiterungsanbau ist in Planung

Ein moderner Informationsbereich führt in Bild und Ton in die Welt der Römer ein, Ende Mai wird noch ein Erweiterungsbau mit Versammlungsraum und einem dahinter liegenden römischen Garten eröffnet. Das alles aber findet oberirdisch statt – unten sieht alles so aus wie zur Zeit der Legionäre und Gladiatoren.

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Die größte Überraschung in der Kammer sind zwei Sessel aus Kalkstein, die wie moderne Korbsessel aussehen. Sie laden zum Verweilen ein und sind ein Hinweis darauf, dass die Grabkammer nicht nur als Ruhestätte, sondern auch als Speiseraum diente. Die Porträtbüsten stellen Familienmitglieder dar, und das weiche Spätnachmittagslicht fällt auf den teuren Sarkophag aus Carrara-Marmor.

Das Römergrab an der Aachener Straße in Köln ist ein eindrucksvolles Zeugnis der Welt der Lebenden vor fast 2000 Jahren.

mit dpa