In der Silvesternacht: Scheibe am SPD-Büro von Karl Lauterbach eingeworfen

Erneuter Angriff auf das SPD-Büro von Karl Lauterbach in Köln-Mülheim: In der Silvesternacht haben Randalierer eine Scheibe eingeworfen.
Lauterbach Büro Scheibe Stein
Dieses Loch am Walkreisbüro von Karl Lauterbach ist in der Silvesternacht entstanden. Foto: Johanna Ristau

Das Wahlkreisbüro von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in Köln-Mülheim ist erneut Zielscheibe eines Angriffs geworden: In der Silvesternacht haben Randalierer eine Fensterscheibe der Räumlichkeiten auf der Buchheimer Straße eingeworfen – vermutlich mit einem Stein.

Es ist das zweite Mal binnen nicht einmal eines Monats, dass das SPD-Büro gezielt attackiert wird. Am 10. Dezember, dem Tag, als im Bundestag die berufsbezogene Impfpflicht verabschiedet wurde, hatten bislang noch immer Unbekannte Wörter wie „Mörder“ auf die Außenfassade geschrieben, dazu „L.O.L“ in großen Buchstaben auf die Fenster gesprüht. Nun eben eine Scheibe eingeworfen.

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Der genaue Zeitpunkt des Anschlags ist noch unklar. Ein Kioskbesitzer von nebenan sagte unserer Redaktion jedoch, dass der Angriff nach 2 Uhr geschehen sein muss – bis zu diesem Zeitpunkt hatte er draußen gefeiert und nichts wahrgenommen.

Lauterbach bei Büro-Angriff nicht vor Ort

Dass Lauterbach, an den die „Botschaft“ wohl erneut gerichtet ist, aber nicht vor Ort war, steht fest. Er verbrachte den Silvesterabend in Berlin und war bei der Silvesterparty am Brandenburger Tor zu sehen, wo er per Videokonferenz zugeschaltet war – und sich optimistisch zeigte. Er sehe „Licht am Ende des Tunnels“, das Jahr 2022 sei entscheidend für den Pandemie-Verlauf.

Bei der Kölner SPD dürfte, zumindest was das Mülheimer Büro angeht, derweil kein Optimismus herrschen. Ob und wenn ja, was gegen die Attacken, abgesehen von eingeleiteten Polizei-Ermittlungen getan wird, stehe noch nicht fest. „Wir wissen noch nicht, welche Maßnahmen jetzt ergriffen werden“, sagte SPD-Sprecher Tobias Jacquemain dem „Express“.

Lauterbach mutmaßt, dass die erneute Attacke auf sein Büro aus den Reihen radikalisierter Impfgegner und Corona-Leugner heraus verübt wurde. Aber: „Diese Menschen repräsentieren nicht die Gesellschaft, wo ja wirklich der überwältigende Teil zusammenhält und versucht, alles gegen die Pandemie zu tun“, sagte der Minister. „Sie repräsentieren eine ganz kleine Splittergruppe, die selbstgerecht glaubt, hier einen anderen Weg gehen zu müssen und die sich dabei verrannt hat. Das ist einfach nur traurig.“ Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

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