Köln: „Letzte Generation“ mit bislang größter Protestaktion – Sülzgürtel lahmgelegt

In Köln haben Aktivisten der "Letzten Generation" eine wichtige Verkehrsader gesperrt. Die Polizei war vor Ort, das Verständnis in der Bevölkerung ist sehr gering.
Durchsuchungen bei Mitgliedern der
Ein Aktivist der Gruppe "Letzte Generation" protestiert für mehr Klimagerechtigkeit und sitzt dabei auf der Straße. Foto: Swen Pförtner/dpa
Ein Aktivist der Gruppe "Letzte Generation" protestiert für mehr Klimagerechtigkeit und sitzt dabei auf der Straße. Foto: Swen Pförtner/dpa

Die Klimaprotestler der „Letzten Generation“ machen ernst in Köln. Erneut hat die Gruppe eine Blockade in der Domstadt gestartet, diesmal traf es eine sehr wichtige Verkehrsader. So blockierten die Aktivisten diesmal die Kreuzung Sülzgürtel/Luxemburger Straße im Südwesten der Stadt.

Um 8 Uhr am Freitagmorgen setzten sich etwa 20 Personen der Gruppe „Letzte Generation“ auf die Kreuzung, ein Teil der Aktivisten hatte sich wie üblich auch auf die Straße geklebt. Sprecherin Lina Schinköthe erklärte dem „Express“: „Die Regierung hat es bisher nicht geschafft, selbst einfachste Sicherheitsmaßnahmen wie ein Tempolimit oder ein dauerhaftes 9-Euro-Ticket einzuführen. Wenn wir erst anfangen zu handeln, wenn die Ernten bereits ausfallen, die Wälder schon brennen und der Rhein kein Wasser mehr führt, dann ist es zu spät.“

Auch die Polizei war schnell vor Ort, doch mit einer schnellen Auflösung der Blockade war nicht zu rechnen. Denn durch das Festkleben war der „Schaden“ für die Autofahrer bereits angerichtet. Der Verkehr wurde für die Zeit bereits großräumig umgeleitet.

„Letzte Generation“ in Köln: Reker geht nicht auf „Nötigung“ ein

Ziel der Aktion war, wie bereits beim Balkonsturm im alten Rathaus, Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Daher wurde ebenfalls erneut in einem offiziellen Statement an Frau Reker gefordert: „Schließen Sie sich den Forderungen der ‚Letzten Generation‘ an und fordern Sie die Regierung auf, die Lebensgrundlagen aller zu schützen.“

Die Oberbürgermeisterin selbst erklärte jedoch bereits öffentlich, auf diese Form der „Nötigung“ nicht eingehen zu wollen. Stattdessen verwies sie auf die Schritte, die die Stadt bereits unternehme, um das Klima zu schützen. Auch die Einwohner Kölns sparen nicht mit Kritik an den Aktivisten.

Auch sie sprachen bereits von Nötigung bei den Blockaden. Inzwischen gibt es erste Urteile, auch in Köln sind erste Prozesse gegen die Aktivisten in Gang. Das Verständnis in der Bevölkerung für die Aktivisten ist sehr gering. Vielmehr fühlen sich die Bürger in Sippenhaft genommen. Die Aktionen treffen ihrer Meinung nach die Falschen.