Köln: Kein Wassermangel trotz niedrigem Rheinpegel – aus diesem Grund

Der Rheinpegel sinkt immer weiter. Die Trinkwasserversorgung in Köln ist aber gesichert. Trotz Trockenheit gibt es dort keine Bedenken.
Köln Rheinpegel niedrig
Ein Mann am ausgetrockneten Rheinufer in Köln. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Köln Rheinpegel niedrig
Ein Mann am ausgetrockneten Rheinufer in Köln. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Die Trockenheit in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen nimmt immer größere Ausmaße an. Die Pegelstände der Flüsse sinken und sinken – und es ist keine Besserung in Sicht. Inzwischen werden auch Fragen danach laut, wie es um die Trinkwasserversorgung in Köln bestellt ist.

Doch hier kann Entwarnung gegeben werden. Zwar sind die Probleme nicht gering und sollte es in den kommenden Jahren nicht langsam wieder mehr Niederschlag in Deutschland geben, werden diese auch nicht gerade kleiner. Doch für den aktuellen Stand ist die Trinkwasserversorgung nicht bedroht, führt der Leiter Wasserversorgung beim Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. in Bonn, Berthold Niehues, im „Kölner Stadt-Anzeiger“ aus.

Seiner Meinung nach haben die Pegelstände von Rhein und Co. „keine Bedeutung für die Trinkwasserversorgung“. Die Stadt bezieht das Trinkwasser aus einem Grundwasservorkommen, welches sich unter der Kölner Bucht befindet. Durch Niederschläge sowie unterirdische Zuflüsse füllt sich dieser Vorrat trotz geringerer Niederschläge in den vergangenen Jahren immer wieder genug auf, um keinen Engpass in der Trinkwasserversorgung zuzulassen.

Auf übermäßigen Verbrauch verzichten

Als Referenz gilt das Jahr 2018, als es so wenig Regen wie nie zuvor seit Beginn der Messungen 1881 gab. Dies sei ein „Härtetest“ gewesen, führt Niehues aus. Doch auch damals hatte die Domstadt kein Trinkwasserproblem. Zudem sei es in diesem Jahr noch nicht so schlimm wie 2018, weshalb es aktuell auch keine Probleme mit der Versorgung gibt.

Dennoch wird dazu geraten, sorgsam mit dem wertvollen Gut umzugehen. So soll aktuell auf übermäßige Bewässerung des Gartens oder des Pools ebenso verzichtet werden wie auf das Autowaschen. Andererseits: Zu wenig Wasser soll ebenfalls nicht genutzt werden, weil es sonst zu einer Verminderung der Trinkwasserqualität kommt. Dann nämlich bilde sich in den Rohren sogenanntes „Stagnationswasser“ – Wasser, welches in den Rohren ruht und als nicht frisch erachtet wird.

Ein Umdenken habe laut Niehues aber bereits stattgefunden, die Leute schätzten das Wasser wieder mehr. Die neu gewonnene Wertschätzung wolle man für die kommenden Jahre aufrechterhalten, weiter sensibilisieren und zudem neue Wege finden, die Wasserversorgung auch in Zukunft sicherzustellen. So könnten etwa die Versorgungssysteme weiter ausgebaut oder neue Speichersysteme aufgebaut werden.

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