„Köln ist nicht Frankfurt“: Wallarkaden stoßen auf Netz-Kritik

"Köln ist wie backstage: nicht geleckt, aber authentisch", sagte schon Komikerin Carolin Kebekus über die Architektur und das Stadtbild der Domstadt am Rhein. Ein neues Gebäude am Rudolfplatz sorgt aktuell aber selbst bei äußerst toleranten Kölnverliebten für Ärger.
Wallarkaden-Koeln-Abend
Die Wallarkaden am Abend. Foto: wallarkaden.com
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Die Wallarkaden am Abend. Foto: wallarkaden.com

Es ist ein imposantes Gebäude, das sich zwischen Hahnentorburg, KVB-Haltestelle Rudolfplatz und den Ringen erstreckt. Auf acht Etagen soll hier ab sofort gearbeitet, geschlemmt und geshoppt werden. Natürlich alles nur vom Feinsten, wie der E-Auto-Store Polestar, der sich bereits im Erdgeschoss breit gemacht hat, jetzt schon zeigt. Doch der noble Bauklotz findet nicht nur Zuspruch. Im Gegenteil: Im Netz werden die Wallarkaden derzeit heftig kritisiert.

>> Hier lesen, welche Geschäfte und Unternehmen in die Wallarkaden ziehen <<

Während die Mieter, wie etwa das Collection Business Center es kaum abwarten können, endlich in den Wallarkaden in den Büroalltag zu starten, meckern so manche Kölner im Internet wegen des neuen Gebäudes. So postete eine Nutzerin auf Instagram ein Foto der Wallarkaden mit der grünen Aufschrift: „Köln ist nicht Frankfurt!“. Dazu schrieb sie „Für die architektonische Vielfalt und gegen Einheitsbrei!“

 

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Ein anderer Instagram-User fragt sich, wo das Theater am Rudolfplatz hin sei, das zuvor anstelle der Wallarkaden an dem Platz stand. Daraufhin antwortet ihm eine Nutzerin öffentlich in den Kommentaren: „Das Theater spielt sich in Zukunft nur noch in den Büroräumen dieses völlig unnötigen neuen Betonklotzes ab, richtig traurig.“

Auch auf Twitter bekommt das architektonische Novum der Stadt Köln sein Fett weg: „Als ich nach dem Abriss das erste Mal wieder auf dem Rudolfplatz stand, fiel mir das erste mal auf, wie hell und schön er eigentlich ist. Jetzt steht da wieder so ein Klotz. Es ist zum Kotzen.“

Ein Mann ist wegen des Wallarkaden-Baus richtig auf dem Baum und twittert: „Profit-Gier-Gesteuertes Projekt! Keine Urbanität, Kein Benefit für das Veedel, Kein Green-Building! Ein ekelhafter, schwarzer Klotz verdunkelt diesen historischen Platz mitten in Köln. Passt zu den letzten 50 Jahren desaströser Stadtentwicklung!!“

Ein anderer findet: „Wenn an diesem prominenten Platz eine durchschnittliche Architektur durch die nächste ersetzt wird, fällt einem nichts mehr ein. Scheinbar kann man in Köln jeden Mist bauen, solange man das Ganze nur ‚Arkaden‘ (in diesem Fall Wallarkaden) nennt…“ 

Felix Weinmann, Associate Director der Momeni-Group, die für den Bau der Wallarkaden verantwortlich ist, kann mit dieser Kritik nichts anfangen: „Die Wallarkaden sind ein zentral gelegenes, hochwertiges Büro- und Geschäftshaus.“

Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.