Kölner Karneval 2023: So sieht das Sicherheitskonzept aus

Um ein Chaos an Karneval in Köln zu vermeiden, wurde ein neues Sicherheitskonzept festgelegt. Nicht alle sind mit dem Ergebnis zufrieden.
Karnevalsauftakt Köln
Die Zülpicher Straße ist am Nachmittag voller Menschen. Foto: Thomas Banneyer/dpa
Karnevalsauftakt Köln
Die Zülpicher Straße ist am Nachmittag voller Menschen. Foto: Thomas Banneyer/dpa

Karneval rückt immer näher – nun steht auch das neue Sicherheitskonzept in Köln. Bei der Eröffnung der fünften Jahreszeit am 11. November 2022 stieß das bisherige Konzept hart an seine Grenzen. Die Innenstadt war heillos überfüllt und es grenzt im Nachhinein an ein Wunder, dass nichts Schwerwiegenderes passiert ist. Man erinnere sich an die Bilder aus Korea zu Halloween.

Daher fand sich am 10. Januar eine Gruppe aus den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen in Köln zu einem runden Tisch zusammen. Anwohner, Gastronomen, Teile des Festkomitees Kölner Karneval und Verantwortliche der Stadt sowie der Polizei berieten über ein neues Sicherheitskonzept. Das wurde nun vom Stadtrat am 16. Januar bestätigt.

Im Fokus standen dabei natürlich wieder die Nutzung der Uniwiese sowie die Zülpicher Straße. So sollen an den kommenden jecken Tagen wieder mehr Zugänge zur berühmten Partymeile geschaffen werden. Neben dem Zugang an der Unimensa soll es demnach auch einen Eingang an der Roonstraße zur Zülpicher Straße geben.

Karneval in Köln 2023: Viele Fragen rund um das Sicherheitskonzept

Die Uniwiese soll erneut als Ausweichfläche genutzt werden, dagegen hatte sich zuletzt Widerstand formiert. Anwohner hatten gegen die Nutzung protestiert, doch ohne Erfolg. So soll die Wiese zwischen der Luxemburger Straße und der Bachemer Straße genutzt werden dürfen. Allerdings werden in diesem Jahr zum Schutz der Fläche Absperrungen aufgebaut und Abdeckungen genutzt.

Zudem ist das Konzept rund um die Uniwiese bereits jetzt schon aufgeweicht, wie zu erfahren ist. Demnach können weder der Hügel am Aachener Weiher noch der Weiher selbst abgedeckt werden. Wie die Bereiche vor Müll geschützt werden sollen, ist noch ein Rätsel.

Da man bereits davon ausgeht, das an Weiberfastnacht der Andrang besonders groß sein wird, soll es auch dort Getränkestände und musikalische Unterhaltung in Form eines DJs geben. Außerdem soll rund um den Feier-Hotspot ein Glasverbot herrschen. Dies umzusetzen, dürfte sich allerdings als schwierig gestalten, weshalb bereits jetzt von einem „freiwilligen Verbot“ die Rede ist.

Kritik bei Grünen und Gastronomen

Aus den Reihen der Grünen gab es große Kritik an diesem Plan. Für sie wird die Ausgleichsfläche damit zu einer weiteren „Partyzone“, zudem in einem Landschaftsschutzgebiet. „Es ist ein merkwürdiges Signal, dass die Verwaltung nach Prüfung von 14 Alternativflächen zu dem Schluss kommt, nur die Uniwiesen kämen infrage“, so Christiane Martin, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kölner Rat bei „24rhein.de“.

Sie fordern, dass der DJ und der Ausschank gestrichen werden sollen, das Konzept der Stadt wird klar abgelehnt. Doch nicht nur bei den Grünen stößt das Konzept auf Unmut, auch die Gastronomen im Kwartier Latäng sind nicht überzeugt. Sie gehen davon aus, dass noch mehr Menschen kommen werden und die Stadt Gefahren einfach in Kauf nimmt.

Anwohner und Bezirksbürgermeister sehen viel Verbesserungsbedarf

Zudem will die Stadt nach Bestechungsvorwürfen einiger Sicherheitskräfte mit eigenem Personal Kontrollen abhalten. Weiter sollen auch Straßensperrungen, das Konzept der KVB und der Schutz der Anwohner weiter überarbeitet werden. Die Kosten für das ganze Prozedere hat die Stadt überdies noch nicht veröffentlicht.

Im Kwartier Latäng bereitet man sich wieder auf das Schlimmste vor und gibt wenig auf die Aussagen der Stadtführung, dass sich an den bisherigen Zuständen etwas bessern könnte. Man gehe davon aus, dass die alten Probleme bleiben, auch wenn kosmetisch mit Absperrungen und Abdeckungen etwas nachgebessert werde.

Auch der grüne Bezirksbürgermeister Andreas Hupke zeigt sich mit den bisherigen Vorschlägen unzufrieden. Gegenüber dem „Express“ erklärte er: „Damit ruft Köln wieder: Ihr könnt ja kommen, hier ist alles geregelt. Und es werden immer mehr kommen und das ist nicht mehr, selbst mit dem größten Aufwand, händelbar. Es muss gesagt werden: Es ist genug. Das kann nur die kleine Innenstadt von 13 Quadratkilometer verkraften.“ Auch, dass es keine weiteren Ausweichflächen gebe, bemängelt er. Stattdessen gebe man dem Autoverkehr an diesen Stellen Priorität.

Neue Leitlinien für Rosenmontagsumzüge

Für die Rosenmontagsumzüge und die Pferde wurden bereits Mitte Januar 2023 neue Leitlinien herausgegeben. So sollen Pferde nicht mehr unmittelbar vor oder hinter einer Musikkapelle marschieren, sondern am Anfang oder Ende des Zuges. Auch für die Reiter gibt es nun strengere Vorschriften, unter anderem gibt es ein Handyverbot.