Karnevals-Riese Deiters feiert trotz Corona „Humba Tätärä“ – wir haben die Party getestet

Trotz Kritik aus verschiedenen Richtungen feiert der Karnevalsriese Deiters derzeit an jedem Wochenende Fastelovend. Tonight News war bei der Sause, die namentlich an den Schlager-Hit "Humba Täterä" (2008) von Tim Toupet angelehnt ist, dabei. Wie läuft die Party ab? Wie sicher fühlen sich die Besucher? Wie ist die Stimmung?
Humba Tätärä Köln
Humba Tätärä: So jeck ging es auf der Deiters-Party zu. Foto: Henning Kaiser/dpa
Humba Tätärä Köln
Humba Tätärä: So jeck ging es auf der Deiters-Party zu. Foto: Henning Kaiser/dpa

Fiere, danze, schlemme! Wie in alten Zeiten ging es bei der Karnevals-Sause „Humba Tätärä“, organisiert vom Karnevalsriesen Deiters, am Wochenende im Lindner Hotel City Plaza mitten in der Kölner Innenstadt zu. Frei nach dem Motto „Pappnas oppjesetzt, jetzt fiere mer richtig Fatselovend“ wurde im Saal des City-Hotels „jebützt, jeschunkelt un jesoffen“. Das Party-Konzept: Für knapp 70 Euro gibt es ein Drei-Gänge-Menü und karnevalistische Unterhaltung durch wechselnde Künstler, Bands und Redner. Getränke müssen extra bezahlt werden. Wir haben uns auf der Veranstaltung für euch umgesehen.

Im Vorfeld hatte es Kritik vonseiten des Festkomitees Kölner Karneval gegeben. Denn die Traditionstanzkorps hatten auf Anraten des Landes NRW alle ehrenamtlich organisierten Sitzungen und Bälle abgeblasen – wegen Corona! Dass kommerzielle Events, wie das des Kostümriesen Deiters, nun stattfinden, hatte für öffentlichen Ärger gesorgt. Tonight News berichtete über Festkomitee-Chef Christoph Kuckelkorn, der von der Politik eine klare Ansage forderte!

Deiters feiert „Humba Tätärä“ im Lindner Hotel City Plaza trotz Corona-Pandemie

Deiters-Boss Herbert Geiss bezog sich auf die aktuelle Coronaschutzverordnung, laut der Sitzveranstaltungen mit bis zu 750 Personen unter 2G-plus-Regelung stattfinden dürfen. Der Unternehmer im Wortlaut: „Karneval feiern ist erlaubt. Man muss nur wissen, wie.“ Und das sehen auch die Gäste seiner gut besuchten Veranstaltung so. Gastronomin Petra, die extra aus der Eifel angereist kam, im frechen Rheinland-Dialekt: „Der Deiters ist doch der einzige Kölner, der noch einen Arsch in der Hose hat. Wenn die anderen ihren Arsch nicht hoch kriegen, Pech gehabt.“

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Ist stolz auf den Mut des Partyveranstalters Deiters: Petra vom Nürburgring. Foto: Ristau/Tonight News

Dass das Dreigestirn seinen Auftritt bei „Humba Tätärä“ wieder abgesagt hat, interpretiert Petra als feige: „Ach, die haben einfach Schiss. Im Grunde wollen die doch auch feiern.“

 

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„Humba Tätärä“: Das sagen die Gäste der Deiters-Karnevalsparty

Laura aus Köln findet die Veranstaltung „Humba Tätärä“ absolut richtig und verhältnismäßig: „Wofür haben wir uns denn sonst alle impfen lassen?“ Die jecke Ehrenfelderin, die gebürtig aus Monheim am Rhein stammt, weiter: „Dass endlich wieder Karneval gefeiert wird, ist ein Zeichen dafür, dass wir unseren rheinischen Brauchtum pflegen und fortsetzen. Verantwortungslos fände ich es eher, wenn der Karneval wegen Corona irgendwann komplett ausstirbt.“

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Die jecke Matrosin Laura gönnte sich nach der Roulade mit Schupfnudeln erst mal einen Ramazotti. Foto: Ristau/Tonight News

Edith und Gert aus Köln sind für einen Mittelweg: „Wir wollen uns nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Es ist ja immer schwierig die richtigen Worte zu finden, ohne irgendwo anzuecken. Wir finden, dass man einen Weg zurück in die Normalität finden muss.“

Seit 40 Jahren verheiratet und jeck unterwegs: Edith und Gert aus Köln. Foto: Ristau/Tonight News

Und: Sogar Mitglieder der traditionellen Karnevalsvereine waren bei der jecken Deiters-Sause zugegen – darunter Hans-Peter Houben vom Vorstand der KKG Stromlose Ader! Von Wut auf den kommerziellen Veranstalter Deiters fehlt bei dem Karnevalisten jede Spur: „Wir haben unsere Veranstaltung letztes Wochenende abgesagt und ich bin trotzdem hier. Ich finde es super, dass es dieses Event gibt und freue mich, ein bisschen Fastelovend zu feiern.“

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Hat kein Problem mit kommerziellen Karnevals-Partys: „Stromlose Ader“-Vorstandsmitglied Hans-Peter Houben. Foto: Ristau/Tonight News

Deiters-Karnevalsparty „Humba Tätärä“ trotz Corona: So sicher fühlt man sich auf der Veranstaltung

Beim Einlass werden Gäste auf ihren 2G-plus-Nachweis kontrolliert. Geimpfte und Genesene müssen also zusätzlich einen negativen Test nachweisen. Ungeimpfte haben keinen Zutritt. Die Kontrolle verläuft reibungslos und schnell.

Ein erster Blick in die Location zeigt: Die Kapazität des Saals ist bei weitem nicht ausgeschöpft. Zwischen den Tischen wird ausreichend Platz gelassen und es gilt eine Platzpflicht. Während der Veranstaltung müssen Gäste sich an ihrem zugewiesenen Platz aufhalten, dürfen aber natürlich zur Musik aufstehen und vor Ort am Tisch tanzen. Wird der Tisch etwa für eine Toiletten- oder Raucherpause verlassen, gilt aber Maskenpflicht.

Alle Servicemitarbeiter tragen während der gesamten Veranstaltung ebenfalls Maske. Die Maßnahmen in Summe sollten somit verhindern, dass „Humba Tätärä“ zum Superspreader-Event wird. Als Fazit lässt sich festhalten: Derzeit gibt es wohl nirgendwo hundertprozentige Sicherheit in Sachen Corona, aber die Verantwortlichen tun alles, um für Sicherheit zu sorgen. Und Besucher gehen nicht mit einem schlechten Gewissen nach Hause, sie fühlen sich in Bezug auf Corona bei „Humba Tätärä“ durchaus sicher.

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