Friedensgeläut für Ukraine sorgt für mächtig Ärger in Kölner Nobel-Ort

Das Friedensgeläut für die Ukraine in der Kirche St. Maria Königin in Köln-Marienburg sorgt bei einem Anwohner für Ärger.
Kirchenglocke
Eine Kirchenglocke. Foto: picture alliance / Silas Stein/dpa
Kirchenglocke
Eine Kirchenglocke. Foto: picture alliance / Silas Stein/dpa

Wer sonst keine Probleme hat, beschwert sich öffentlich über das Glockengeläut für Kriegsopfer. So geschehen in Köln-Marienburg.

In dem Kölner Nobel-Ort, wo die Schönen und Reichen wohnen – hier haben sich etwa die Pochers oder Bianca Claßen und ihr Mann („Bibis Beauty Palace“) niedergelassen – sorgt ausgerechnet eine katholische Pfarrkirche nun für Unruhe.

Denn seit Tag sieben des Ukraine-Kriegs läuten in St. Maria Königin täglich mehrmals die Glocken – über 15 Minuten, heißt es in einer öffentlichen Beschwerde eines Anwohners. Der Marienburger Hilmar Orth sendete einen Brief an den „Kölner Stadt-Anzeiger„, in dem er sich über Lärmbelästigung beklagt. Und: Um seine Anschuldigungen gegenüber der Kirche zu unterstreichen, nimmt der Deutsche sogar täglich Dezibel-Messungen während des Glockenspiels vor. Sein Ergebnis: Die Glocken läuten in einer Lautstärke von über 70 Dezibel. Aber: Laut Wissenschaft wird eine Geräuschkulisse erst ab 80 Dezibel als „Lärm“ bezeichnet.

Köln-Marienburg: Kirchengeläut für Ukraine-Krieg erzürnt Anwohner

Jetzt meldet sich Kirchenvorstand Prof. Dr. Walter Ameling, der auch der Initiatior des „Friedensgeläuts“ für die Opfer des Ukraine-Krieges ist, im Domradio zu Wort: „Dieses Friedensläuten dauert sieben Minuten. Es ist am siebten Tag des Krieges begonnen worden, daher die Dauer von sieben Minuten. Dann läutet es vielleicht etwas aus, das sind dann acht Minuten.“ Von 15 Minuten Kirchengeläut am Stück weiß der Professor also nichts.

Und weiter: „Es ist, wie alle solche Zeichen, wie auch eine Demonstration und ähnliches, erst einmal eine Erinnerung, dass wir die von diesem Krieg Betroffenen nicht vergessen dürfen. Wir beten in der Kirche für diese Leute, für die Ukraine, in der Regel jeden Sonntag während der Fürbitten.“

Für die katholische Gemeinde steht jedenfalls fest: Die Glocken läuten weiter – Beschwerde hin oder her.

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