SPD-Politiker flippt aus – weil die Kölner Weinwoche an anderen Ort zieht

Ausgerechnet zum 50. Jubiläum des Kultfestes Kölner Weinwoche steht das beliebte Winzer-Festival vor dem Aus! Ein Anwohner des Heumarkts hat sich beschwert. Jetzt muss das beliebte Event an einem anderen Ort stattfinden – zum Leidwesen eines Kölner SPD-Mannes, der nun gegen die Mitarbeiter der Stadt Köln schießt.
Weißwein anstoßen
Mehrere Frauen stoßen mit Weißwein an. Foto: Vershinin89/Shutterstock
Mehrere Frauen stoßen mit Weißwein an. Foto: Vershinin89/Shutterstock

Schock für Freunde der „flüssigen Kultur“ in Köln: Nach über 50 Jahren steht die Kölner Weinwoche erneut vor dem Aus. Diesmal ist der Grund kein Virus, sondern ein genervter Anwohner.

Weinwoche-Organisator Johannes Ohlig erklärte im „Express„: „Wir haben von der Stadt keine Zulassung für die Weinwoche bekommen.“

Dabei hatten die Veranstalter bereits im November 2023 die Daten der Kölner Weinwoche 2024 veröffentlicht: Vom 15. bis zum 26. Mai sollte das Event auf dem Kölner Heumarkt steigen. 26 Winzer wollten hier wieder ihre besten Tropfen ausschenken. Bei Flammkuchen und Käseplatten hätten Kölner und Touristen wie gewohnt anstoßen und feiern können.

Facebook

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Facebook angezeigt werden.
Datenschutzseite

Einverstanden

Anwohner beschwerte sich über Kölner Weinwoche auf dem Heumarkt

Wenige Wochen vor der geplanten Weinwoche jetzt aber das Aus. „Es gibt einen Beschwerdeführer, der unser Fest gekippt hat. Das ist für uns sehr, sehr traurig und extrem ärgerlich. Wir haben sogar überlegt, ein kostspieliges Emissionsgutachten erstellen zu lassen. Bei uns gibt es schließlich keine Beschallung und keine Musik, nur Stimmengewirr. Und um 22 Uhr endet täglich der Ausschank“, so Ohlig weiter.

Laut „Express“ solle der Anwohner eine einstweilige Verfügung beantragt haben. Und: Auch 2025 soll es keine Kölner Weinwoche mehr auf dem Heumarkt geben. Die Kapazitäten für Sondernutzungserlaubnisse seien durch Karnevalsveranstaltungen und die Fußball-EM 2024 bereits ausgeschöpft.

Kölner Weinwoche findet 2024 am Neumarkt statt

Es gibt aber noch Hoffnung für Weintrinker: Die Stadt habe Ohlig Alternativplätze angeboten. Nun wollen die Winzer ihren Wein auf dem Neumarkt ausschenken. Weil dort aber während des ursprünglich geplanten Zeitraums der Zirkus Roncalli gastiert, muss die Weinwoche verschoben werden und findet jetzt vom 29. Mai bis zum 9. Juni auf dem Neumarkt statt. Ohlig dazu: „Die Aussteller-Betriebe haben bereits Hotelzimmer gebucht, Einladungen wurden schon verschickt. Aber wir wollen die Jubiläums-Veranstaltung in diesem Sommer retten.“

Und die Veranstalter der Weinwoche sind nicht die einzigen, die aktuell Stress mit den Behörden haben. Auch die Kölner Schausteller gehen auf die Barrikaden. Hier lest ihr, warum das Ordnungsamt neulich die Stromkästen an der Deutzer Werft aufgebrochen hat.

Kölner Weinwoche muss umziehen – SPD-Politiker rastet aus

Während die Veranstalter der Kölner Weinwoche sich bereits mit der Entscheidung umziehen zu müssen, abgefunden haben, ist ein SPD-Politiker aus Köln nun auf dem Baum. In einem Pressestatement schrieb SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Joisten am Dienstag, 26. März: „Das sind traurige Nachrichten für alle Kölnerinnen und Kölner, die sich auf die Weinwoche auf dem Heumarkt gefreut haben. Köln wird in Fragen der öffentlichen Ordnung so schlecht gemanagt wie noch nie.“

Christian Joisten von der SPD. Foto: SPD Köln

Er holt aus und macht den Mitarbeitern der Stadt, allen voran jedoch Stadtdirektorin Andrea Blome, schwere Vorwürfe: „Köln wird in Fragen der öffentlichen Ordnung so schlecht gemanagt wie noch nie. Nach Ordnungsamts-Desaster, Kirmes-Chaos und der fortwährenden Passivität am Ebertplatz fährt Ordnungsdezernentin und CDU-Stadtdirektorin Blome jetzt eine der renommiertesten Veranstaltungen vor die Wand: Die traditionelle Weinwoche darf ihren 50. Geburtstag nicht auf dem Heumarkt feiern!“

Und weiter: „Wenn am Ende auch noch die vertraglich zugesicherten Fanmeilen zur Fußball-EM gerichtlich gekippt werden sollte, gibt sich Köln auf internationaler Bühne endgültig der Lächerlichkeit preis. Die Folgen für den Standort Köln und für das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Führung der eigenen Stadt sind unabsehbar.“