Arge schlägt Alarm: Täglich zwei Millionen Euro Kurzarbeitergeld – Köln in der Covid-Krise

Die Corona-Pandemie hinterlässt viele Spuren: gesundheitliche, psychische, soziale und auch finanzielle! Die Agentur für Arbeit (Arge) Köln meldet erschreckende Zahlen.
Agentur für Arbeit
Die Agentur für Arbeit (Arge). Foto: Christoph Schmidt/dpa

Am 16. März 2020 ging ganz Deutschland in den ersten Lockdown. Damals war noch vom „neuartigen Coronavirus“ die Rede. Und schon im April 2020 erreichte die Stadt Köln ihren Höchstwert an Kurzarbeitern. An der Zahl waren es 109.468 Arbeitnehmer, die in Kurzarbeit geschickt wurden. Zum Vergleich: In „normalen“ Zeiten seien es laut Arge-Chef Johannes Klapper gerade einmal 400. Und die Lage hat sich bei zunehmender Impfquote und mehr Lockerungen zwar etwas normalisiert – bleibt aber weit vom Zustand der Vor-Pandemie-Zeiten entfernt.

Im August 2021 sind noch immer 16.252 Menschen in Kurzarbeit. Für das ganze Jahr 2021 hat die Kölner Arge ganze 547 Millionen Euro in Kurzarbeit gesteckt. Klapper: „Das sind jeden Tag – also pro Arbeitstag – zwei Millionen Euro, die an Kölner Unternehmen gegangen sind.“ Und: Trotz Impfung und weniger Lockdowns wurde im zweiten Pandemie-Jahr 2021 mehr Geld für Kurzarbeit ausgegeben als im Vorjahr. 2020 lagen die Ausgaben „nur“ bei 457.118.896,29 Euro.

Arbeitslosigkeit Köln: Das sind die Gewinner und Verlierer der Corona-Pandemie

Auch in punto Arbeitslosigkeit schlägt die Pandemie voll zu. So waren es vor Corona „nur“ 47.679 Arbeitslose in Köln. Die Zahl stieg dann auf einen Höchstwert von 59.855 (Januar 2021) und sank jetzt auf 51.934. Aktuell ist die Arbeitslosenquote im Vergleich zu Vor-Pandemie-Zeiten um neun Prozent gestiegen.

Laut dem Arge-Boss gebe es aber auch „Gewinner“ der Corona-Krise: „Jobmotoren sind im vergangenen Jahr die öffentliche Verwaltung, das Gesundheitswesen und der Verkehr gewesen.“ Zu den Pandemie-„Gewinnern“ zählen (Stand März 2021) das Gesundheitswesen mit 44.085 Beschäftigten, der Einzelhandel mit 33.329 Beschäftigten und die öffentliche Verwaltung mit 31.337 Beschäftigten.

Verlierer der Corona-Krise gebe es vor allem in der Gastronomie, so Klapper. „Deutliche Verluste gab es pandemiebedingt im verarbeitenden Gewerbe, der Metallindustrie und im Gastbewerbe“, sagt er. Seit Beginn der Pandemie seien in der Gastro 2443 sozialversicherungspflichtige Jobs weniger angeboten worden. Und: Die Zahl des tatsächlichen Jobwegbruchs in der Gastro muss noch viel höher sein als bekannt. Denn laut Klapper arbeiten in diesem Gewerbe enorm viele Minijobber, deren Jobverlust aber nicht mitgezählt wird.

Wie viele Kölner Restaurants nun pleite sind, darüber könne die Arge keine Angaben machen. Grund: Bei den meisten handele es sich um derart kleine Betriebe, dass sie in der Statistik der Agentur für Arbeit nicht mal auftauchen – traurig.

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