400 Konzertkarten für ältere Menschen verschenkt: Kölner Ehepaar zeigt sich gönnerhaft

Ein Kölner Paar, welches unbekannt bleiben möchte, hat 400 Karten für die Philharmonie gekauft, um sie an Senioren zu spenden.
Saal der Kölner Philharmonie mit Publikum (Symbolbild). Foto: KölnMusik, Matthias Baus
Saal der Kölner Philharmonie mit Publikum (Symbolbild). Foto: KölnMusik, Matthias Baus

Wie verbreitet man richtig Weihnachtsstimmung? Eine mögliche Antwort auf die Frage lieferte nun ein Ehepaar aus Köln. Das kaufte insgesamt 400 Karten für die Kölner Philharmonie. Nicht aber für sich, sondern um Seniorinnen und Senioren in der Stadt mit einem unverhofften Geschenk zu überraschen.

So gab das Paar die Karten an die älteren Herrschaften weiter, die sich sonst einen solchen Besuch wohl eher nicht hätten leisten können. Am vergangenen Montag war schließlich das erste Konzert, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen war zu Gast und präsentierte Stücke von Rachmaninow, Haydn, Beethoven und anderen altbekannten Künstlern.

Außergewöhnliches Geschenk von Kölner Paar

Seither kann sich das Kölner Gönnerpaar nicht mehr retten vor Danksagungen und Zuschriften, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Dabei will das Paar ganz bescheiden ohne großen Rummel fernab der Öffentlichkeit bleiben. Dem Wunsch kommt auch die Philharmonie nach.

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Zumal die Philharmonie auch keine separaten Programme für Senioren hat. Zwar gibt es bereits vergleichbare Programme für Schüler und Erwachsene, nicht jedoch für Menschen älteren Semesters. Das Kölner Paar aber hat so einfach selbst Fakten geschaffen und den Zugang für ältere Menschen erleichtert.

Die Verteilung der Karten lief letztlich über Träger wie die Paritätische Köln oder die Alexianer. Als die Mail bei den Mitarbeitern der Dienste eingingen, wurde nicht schlecht gestaunt, wird erklärt. „So ein Geschenk in diesem Maße ist außergewöhnlich“, so Christof Wild vom Paritätischen Köln.

Die Hemmschwelle wurde enorm gesenkt

Normalerweise sind es die Mitarbeiter der Dienste zudem gewohnt, dass es meist kompliziert wird bei derlei Spenden und Gaben, in diesem Fall aber wohl nicht. Mehr noch: Begleitpersonen waren zudem noch erwünscht, neben einem einfachen Vergabeprinzip.

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Somit wurden bereits viele Hürden schon zum Start genommen. Normalerweise sei Unterstützung rar, heißt es aus den Trägern. Bei den Senioren komme noch hinzu, dass die Jahreszeit, das Wetter oder auch das Fahren ohne Begleitung in öffentlichen Verkehrsmitteln ein großes Problem darstelle. Mit der Spende und dem anschließenden Vergabeverfahren sei aber schon vieles aus dem Weg geräumt, was sonst dazu führe, nicht an solchen Veranstaltungen teil zu nehmen.

So wurden insgesamt 66 Seniorennetzwerke in Köln angeschrieben, um die Karten entsprechend zu verteilen. „Es war für viele das erste Mal in der Philharmonie“, berichtet auch Magdalena Gather vom Alevitischen Kulturzentrum Köln-Porz. Die Folgen seien zudem unmittelbar spür- und sichtbar. „Es hat ihnen unglaublich gutgetan. So ein Geschenk zu bekommen, heißt auch, wertgeschätzt zu werden“, so Gather abschließend.