11.11. in Köln: Wirte sagen Karnevals-Partys ab – Karl Lauterbach feiert es

Es war ein Schock für ausgehungerte Jecken: Gleich mehrere Kölner Kneipen und Wirtshäuser haben ihre Partys am 11.11. abgesagt. Karnevals-Fans bangen nun um den Sessionsbeginn. Doch einer begrüßt das Party-Sterben zum Fasteleer: SPD-Corona-Experte Karl Lauterbach.
Pandemie-Erklärer Karl Lauterbach
Pandemie-Erklärer Karl Lauterbach Foto: Kay Nietfeld/dpa

Nachdem das kultige Gasthaus „Wirtz“ und die insbesondere bei jungem Publikum beliebte „Bagatelle“ ihre Partys zum Elften Elften abgesagt haben, meldet sich jetzt auch SPD-Mann Karl Lauterbach (58) zu Wort. Der gebürtige Dürener begrüßt das Party-Aus in den Lokalen gegenüber „Express„: „Ich bedanke mich bei jedem Gastronom, der für den 11.11. absagt, denn die Politik wird keine Schließungen mehr beschließen, wir wollen Schließungen nicht erzwingen. Wenn ein Wirt seine eigenen Gäste und Karnevalsfreunde schützen will und absagt, dann ist das natürlich etwas, was ich richtig finde.“

Feiern in geschlossenen Räumen wie Gasthäusern sehe er auch bei Sicherheitsvorkehrungen und Regeln als „großes Risiko“ an. „Es muss am 11.11. die 2G oder 3G-Regel zum Tragen kommen – das ist klar. Wobei ich die 2G-Regel bevorzuge. Die Gastwirte sollten schwerpunktmäßig zu 2G übergehen. Dann wäre der Karnevalsbeginn sicher, das ist vor allem am 11.11. wichtig.“

Karl Lauterbach (SPD) für 2G Plus bei Karnevals-Partys in geschlossenen Räumen

Allerdings besucht Karl Lauterbach selbst regelmäßig Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen – tritt etwa in Talkshows auf, wie zuletzt bei „Anne Will“. Aber: „Viele Veranstaltungen, zu denen ich selbst hingehe, sind 2G Plus. Beispielsweise TV-Sendungen werden unter 2G-Plus-Bedingungen durchgeführt. Optimal wäre das auch für die Gastronomie am 11.11. – 2G-Plus ist Kür, aber die Pflicht ist 2G.“

Zur Erklärung: 2G Plus bedeutet, dass sich auch Geimpfte und Genesene testen lassen müssen, da sich sowohl Geimpfte und Genesene mit dem Coronavirus infizieren und es weitergeben können. Für Karneval hat Karl Lauterbach zwei Ideen: „Die beiden Königswege sind: Entweder gar keine Innenraum-Veranstaltungen durchzuführen, beziehungsweise drinnen zu feiern – sondern nur im Straßenkarneval – oder: im Innenraum unter 2G-Bedingungen.“ Für eine Tonight-News-Anfrage war Herr Prof. Dr. Lauterbach am Donnerstagmittag nicht zu erreichen. Er befindet sich ganztägig in Koalitionsverhandlungen.

Karl Lauterbach (SPD) sieht für Weihnachten schwarz

Und: Auch für Weihnachten sieht der SPD-Mann schwarz. „Obwohl bereits viele Menschen geimpft sind, kann es immer noch zu einer Überlastung der Krankenhäuser kommen. Erste Intensivstationen sind bereits am Limit“, sagte er der „Rheinischen Post“ am Mittwoch (3. November 2021). „Für geselliges Beisammensein in der Vorweihnachtszeit bedeutet das nichts Gutes.“

Deswegen sollten seiner Meinung nach jetzt Restaurants, Kinos und andere Einrichtungen strenge 2G-Vorschriften (Zugang für Geimpfte und Genesene) durchsetzen und die Bundesländer rasch die Auffrischungsimpfung für Ältere ermöglichen. „Nur dann wären Menschenansammlungen bei Weihnachtsfeiern mit vielen Mitarbeitern vertretbar“, sagte Lauterbach. Bei den Auffrischungsimpfungen sollten zuerst die Menschen über 70 dran sein, genauso wie Menschen mit Vorerkrankungen oder Mitarbeiter aus dem Gesundheitssektor.

mit Agenturmaterial der dpa